Donald Trump ohne Plan?: Nobelpreisträger rechnet ab - US-Präsident ignorierte Öl-Problem
Der Krieg im Nahen Osten trieb auch die Ölpreise in den USA extrem in die Höhe. Hat Donald Trump vor dem Angriff auf den Iran die wirtschaftlichen Folgen überhaupt nicht einkalkuliert? Ein renommierter Ökonom erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Regierung.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Wirtschaftsnobelpreisträger kritisiert Donald Trump für fehlende Vorbereitung im Iran-Krieg
- US-Regierung habe laut Paul Krugman die steigenden Ölpreise durch den Konflikt nicht einkalkuliert
- Trotz Selbstversorgung seien teurere Ölpreise in den Vereinigten Staaten erwartbar gewesen
Der gemeinsame Angriff von US-amerikanischen und israelischen Streitkräften auf den Iran am 28. Februar führte weltweit zu gravierenden Folgen für Verbraucher: Die Ölpreise schossen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten in die Höhe. Besonders die weiterhin angespannte Situation in der Straße von Hormus bereitet große Sorgen, da es sich dabei um die wichtigste Meerenge im globalen Ölhandel handelt. Hat US-Präsident Donald Trump dies bei seiner Entscheidung, Krieg gegen den Iran zu führen, jedoch überhaupt bedacht?
Donald Trump ohne Plan für wirtschaftliche Folgen durch den Iran-Krieg?
Diese Vorwürfe erhebt nun derrenommierte Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Paul Krugman gegen die US-Regierung, wie aktuell "Raw Story" berichtet.Die Trump-Administration hätte die steigenden Ölpreise infolge ihrer Militärschläge gegen den Iran zwingend einkalkulieren müssen, argumentiert der Ökonom auf Substack. "Alle Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass sie es nicht taten", schrieb Krugman weiter.
Nobelpreisträger Paul Krugman kritisiert fehlende Vorbereitung der US-Regierung
Der Experte kritisiert, dass besonnene Entscheidungsträger zumindest Vorbereitungen für die wirtschaftlichen Erschütterungen getroffen hätten. Stattdessen zeige die aktuelle Krise keinerlei Anzeichen einer Abschwächung. Die Administration habe offenbar die Auswirkungen auf die Ölpreise bei ihrer Entscheidungsfindung schlicht ignoriert.
Ölpreise in den USA stark gestiegen
Obwohl die USA kaum Öl aus dem Persischen Golf beziehen, sondern einen Großteil aus Kanada und Mexiko, und selbst erhebliche Mengen aus Texas exportieren, seien die Ölpreise nach der Schließung der Straße von Hormus in die Höhe geschossen. "Die Selbstversorgung mit Öl hat die US-Wirtschaft in keiner Weise vor dem Chaos im Nahen Osten geschützt", so Krugman. Der Grund sei simpel: Öl werde auf Weltmärkten gehandelt, weshalb die Preise überall nahezu identisch seien.
Für manche Amerikaner sei der rasante Anstieg bei Benzin, Diesel und Heizöl überraschend gekommen – doch laut Krugman hätte niemand damit rechnen dürfen, verschont zu bleiben. In den 1970er-Jahren versuchten die USA noch, heimische Ölpreise zu deckeln und Verbraucher teilweise von globalen Schocks abzuschirmen. Das Resultat waren jedoch Engpässe und Schlangen an Tankstellen.
Wie kann Donald Trump auf den Ölpreis-Schock reagieren?
Heute sei ein solcher Eingriff oder die Einführung einer Sondergewinnsteuer praktisch ausgeschlossen, argumentiert der Nobelpreisträger. Konzerne und finanzstarke Interessengruppen verfügten mittlerweile über weitaus mehr politischen Einfluss als damals. "Daher spiegeln die US-Preise für Benzin und andere Ölprodukte die Weltmarktpreise für Rohöl wider, und die Tatsache, dass Amerika viel Öl fördert, spielt dabei keine Rolle", so Krugmans Fazit.
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gom/news.de/stg
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