Kampfjet-Propaganda der USA: Weißes Haus kassiert Schelte für Donald Trumps "bislang teuersten Fehltritt"

Auf ihre Luftwaffe und Kampfjets sind die USA mächtig stolz - dass ausgerechnet das Weiße Haus nun martialische Kriegspropaganda in den sozialen Netzwerken postete, brachte Donald Trumps Regierung jedoch vernichtende Kritik ein.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Die vom Weißen Haus nach beginn von Donald Trumps Iran-Krieg verbreitete Kriegspropaganda sorgt in den sozialen Netzwerken für Reaktionen, die dem US-Präsidenten nicht gefallen dürften. (Foto) Suche
Die vom Weißen Haus nach beginn von Donald Trumps Iran-Krieg verbreitete Kriegspropaganda sorgt in den sozialen Netzwerken für Reaktionen, die dem US-Präsidenten nicht gefallen dürften. Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times | Kenny Holston
  • Verstörende Kriegspropaganda aus dem Weißen Haus
  • Donald Trumps Social-Media-Team glorifiziert verheerende Kampfjet-Einsätze
  • "Der teuerste Fehltritt, den sich Trump bis jetzt geleistet hat": Vernichtende Reaktionen auf Kampfjet-Video

Es soll Zeiten gegeben haben, da wurden auf dem offiziellen Social-Media-Account des Weißen Hauses seriöse Informationen rund um die Arbeit des US-Präsidenten und der Regierung der Vereinigten Staaten veröffentlicht - seitdem jedoch Donald Trump für seine zweite Amtszeit nach Washington zurückgekehrt ist, stiften die Social-Media-Aktivitäten von "The White House" regelmäßig Verwirrung und Fassungslosigkeit.

Kriegspropaganda aus dem Weißen Haus: Verstörender Clip feiert verheerenden kampfjet-Einsatz

Jüngstes Beispiel dafür ist eine Video-Collage, die am 9. März 2026, also gut eine Woche nach Beginn des israelisch-amerikanischen Krieges gegen den Iran, auf dem X-Account (vormals Twitter) des Weißen Hauses gepostet wurde. Der kryptische Begleittext mit dem Wortlaut "Wer es bis jetzt nicht gewusst hat, weiß es jetzt" lässt nicht auf Anhieb vermuten, welche Szenen sich dem Betrachter bieten werden - doch die Aufklärung folgt alsbald.

US-amerikanischer F-35-Kampfjet legt für Donald Trump reihenweise Ziele in Schutt und Asche

Wer den 22-sekündigen Videoclip, der mit dem Song "Here Comes The Boom" von Rapper Nelly unterlegt ist, anklickt, dem wird Kriegspropaganda vom Feinsten geboten: Aufnahmen eines zweistrahligen Kampfjets vom Typ F-35, gefolgt von ins Visier genommenen Zielen, die Sekunden später infolge des Beschusses lichterloh in Flammen aufgehen, sollen augenscheinlich den Eindruck vermitteln, dass die US-Luftwaffe mit Leichtigkeit alles in die Luft jagen kann, was US-Präsident Donald Trump für abschusswürdig hält. Ob es sich bei den gezeigten Abschüssen um aktuelle Kampfhandlungen aus dem Iran handelt, geht aus dem Post des Weißen Hauses nicht hervor.

Weißes Haus kassiert vernichtende Kritik: "Was stimmt mit euch bitte nicht?"

Die Begeisterung für die kriegsverherrlichenden Bewegtbilder fällt in den Social-Media-Kommentaren allerdings verhaltener aus, als es sich das PR-Team des Weißen Hauses erhofft haben dürfte. Die Reaktionen spiegeln wider, was sich bereits seit Beginn der US-Angriffe im Iran in Wählerumfragen herauskristallisierte: Immer weniger US-Amerikaner sind bereit, den von Donald Trump vom Zaun gebrochenen Iran-Krieg mitzutragen, hatte "The Don" doch während seines Präsidentschaftswahlkampfes noch hoch und heilig versprochen, keinen Krieg in Nahost beginnen zu wollen. Nun gleitet Donald Trump nur wenige Monate vor den Zwischenwahlen die Zustimmung wichtiger Wählergruppen immer rapider durch die Finger, was auch in den X-Kommentaren abzulesen ist. Eine Kostprobe gefällig?

  • "Wir wollen ein funktionierendes Gesundheitssystem! Wir wollen keinen Krieg! Vor allem dann nicht, wenn es ein Krieg ist, den wir gar nicht befugt sind zu führen!"
  • "Ich schäme mich euretwegen, ein Amerikaner und ein Veteran zu sein."
  • "Das ist eine Highlight-Parade, wie die USA Menschen ermorden."
  • "Was stimmt mit euch bitte nicht?"
  • "Was wissen wir jetzt? Dass wir 160 Schulkinder innerhalb einer Stunde in die Luft jagen können?"
  • "So lange die iranische Führung weiter existiert, sind sie die Gewinner. Das war der teuerste Fehltritt, den sich Trump bis jetzt geleistet hat."
  • "Trump hat sich in Rekordgeschwindigkeit vom 'Friedenspräsidenten' zum Kriegspropagandisten gemausert."
  • "Merkwürdig... Ich hatte immer den Eindruck, dass es der Zustimmung des Kongresses bedarf, wenn man einen von Steuerzahlern finanzierten Krieg anfangen oder in einen Krieg eintreten will. Jetzt weiß ich es besser..."

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