Landtagswahl: Wahlforscher: Grüne punkten mit Kandidat und CDU mit Kompetenz

Bei der Wahl in Baden-Württemberg überzeugten die Grünen nach einer Analyse mit ihrem Spitzenmann und die CDU mit ihrer Kompetenz. An beidem fehlte es demnach der AfD. Ihr Erfolg hatte andere Gründe.

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Bei der Landtagswahl wird das Parlament eines Bundeslands gewählt (Symbolbild). (Foto) Suche
Bei der Landtagswahl wird das Parlament eines Bundeslands gewählt (Symbolbild). Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen nach Einschätzung von Wahlforschern mit dem besseren Kandidaten und die CDU mit ihrer Sachkompetenz gepunktet. Der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge waren die Grünen bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten klar im Vorteil. Bei der Kompetenz im wichtigsten Thema Wirtschaft lag die CDU aber ebenso vor den Grünen wie beim zweitwichtigsten Thema Bildung und Schule.

SPD und FDP litten nach der Beobachtung der Wahlforscher unter der schwarz-grünen Zuspitzung. Sie hätten aber auch große eigene Defizite gezeigt. Die AfD werde politisch nicht als Alternative wahrgenommen, erklärten sie. Gewählt werde sie nach Ansicht von 62 Prozent der Befragten "als Denkzettel" und nach der Meinung von nur 32 Prozent wegen ihrer politischen Forderungen.

Wahl war klar landespolitisch geprägt

"Bei einer klar landespolitisch geprägten Wahl liegen die Gründe für das Ergebnis primär in Baden-Württemberg selbst", heißt es in der Analyse. Außer von ihrem guten Ansehen und ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir profitierten die Grünen auch vom Wunsch nach politischer Stabilität. Dieser komme aber auch der CDU zugute. Dass diese trotz ihres blassen Kandidaten Manuel Hagel und ohne Rückenwind aus Berlin zulege, verdanke sie auch der Rückkehr vieler eher älterer Wähler und einem Vertrauensplus bei den Topthemen.

Grüne konnten sich beim Image vom Bund lösen

Inhaltlich punkteten die Grünen laut Analyse beim Thema Klimaschutz. Symptomatisch sei aber vor allem ihre erfolgreiche Entkopplung vom Bund. Wenngleich weit entfernt von ihrem Top-Image früherer Jahre, habe die Partei in Baden-Württemberg ein besseres Ansehen (1,0 auf einer +5/-5-Skala) als die Bundespartei (0,0). Für 55 Prozent stünden die Grünen in Baden-Württemberg für eine andere Politik als im Bund.

Die der CDU zugebilligte höhere Sachkompetenz gilt nicht für Spitzenmann Hagel. "Für 57 Prozent der Befragten hat Özdemir das Zeug zum Ministerpräsidenten. 50 Prozent sehen diese Eignung bei Hagel, der im direkten Vergleich bei "Sachverstand" und "Sympathie" dann aber klar hinter Özdemir liegt." Özdemir erreiche beim Ansehen auf der +5/-5-Skala die gute Note 1,3, Hagel liege bei 0,8 und der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier bei minus 2,2. Als nächsten Ministerpräsidenten wünschten sich 47 Prozent Özdemir und 33 Prozent Hagel, hieß es.

Bevorzugte Koalition ist Grün-Schwarz

Hinsichtlich der nächsten Koalition gebe es trotz rückläufiger Regierungsperformance den meisten Zuspruch für eine grün-schwarze Neuauflage. Allerdings habe sich der Ruf nach einer Regierung unter CDU-Führung deutlich verstärkt, stellten die Forscher fest. Ein CDU-AfD-Bündnis werde klar abgelehnt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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