Donald Trump: "Ich muss involviert sein!" US-Präsident schlägt neuen Iran-Kurs ein
Wer folgt dem getöteten Ajatollah Ali Chamenei als iranisches Staatsoberhaupt nach? Die Entscheidung darüber will Donald Trump persönlich treffen - der Anspruch von "The Don" macht den bisherigen Iran-Kurs der USA mit einem Satz zunichte.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump will über Nachfolger von Ajatollah Ali Chamenei im Iran bestimmen
- US-Präsident "muss in Ernennung involviert sein" nach Militärschlägen
- "The Don" hat keine Lust auf Modschtaba Chamenei als neues Staatsoberhaupt im Iran
Die von Israel und den USA eingefädelten Luftangriffe auf den liegen erst wenige Tage zurück, nun fordert US-Präsident Donald Trump ganz selbstverständlich Mitspracherecht, wen es um das neue Staatsoberhaupt im Iran geht. "Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy Rodriguez in Venezuela", erklärte Trump gegenüber dem Nachrichtenportal"Axios".
Donald Trump will Nachfolger im Iran bestimmen nach Tötung von Ajatollah Ali Chamenei
Chamenei war 1989 als Nachfolger des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini zum Obersten Führer ernannt worden. Laut Verfassung war er damit Staatsoberhaupt, und er hatte das letzte Wort in allen strategischen Fragen. Für seine Anhänger war er eine heilige Figur, für seine Gegner ein Diktator. Mit dem Tod des 86-Jährigen endet eine Epoche, die auf islamischen Prinzipien beruhte.
Provisorischer Rat führt Staatsgeschäfte im Iran, bis ein Chamenei-Nachfolger feststeht
Nach dem Tod Chameneis soll zunächst ein provisorischer Rat die Staatsgeschäfte im Iran führen. Laut Mohammed Mochber, einem Berater des getöteten Religionsführers, übernehmen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie ein Vertreter des Wächterrats gemeinsam die Verantwortung. Das Trio soll die Aufgaben des obersten Führers wahrnehmen, bis der Expertenrat einen Nachfolger bestimmt. Dieses Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen ist laut Verfassung verpflichtet, umgehend einen neuen Religionsführer zu benennen. Wer Ali Chamenei dauerhaft nachfolgen könnte, bleibt offen. Der verstorbene Ajatollah hatte sich öffentlich nie zu einem Wunschnachfolger geäußert.
Beerbt Modschtaba Chamenei seinen getöteten Vater? Donald Trump ist nicht einverstanden
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Immer wieder wurde sein Sohn Modschtaba Chamenei als möglicher Kandidat genannt, der bislang jedoch kaum öffentlich in Erscheinung trat. Doch eben jenen Sohn des getöteten Ajatollahs lehnt Donald Trump kategorisch ab. "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel", stellte der US-Präsident klar. Den potenziellen Thronerben bezeichnete er abschätzig als "Leichtgewicht". Stattdessen fordert die US-Regierung unter Trump einen künftigen Führer, der "Harmonie und Frieden in den Iran bringt".
US-Präsident widerspricht Kriegsminister Hegseth und ändert Iran-Kurs
Diese Aussagen stehen in deutlichem Widerspruch zur bisherigen offiziellen Linie der US-Regierung. Noch kurz zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth öffentlich dementiert, dass Washington einen Regimewechsel in Teheran anstrebe. Die erklärten Ziele der amerikanischen Militäroperationen beschränkten sich demnach auf die Zerstörung der iranischen Marine sowie des Raketenprogramms. Mit Trumps Forderung nach direkter Einflussnahme auf die Nachfolgefrage wird diese Position nun faktisch aufgegeben. Der Präsident macht unmissverständlich klar, dass er bei der Besetzung des höchsten Staatsamts im Iran ein Mitspracherecht beansprucht.
Nach der Tötung von Ali Chamenei herrscht ein Machtvakuum in Teheran
Der Tod des Ajatollahs hat im Iran ein gewaltiges Führungsvakuum hinterlassen. Nach den offiziellen Regeln obliegt es dem Expertenrat, den neuen Revolutionsführer zu bestimmen. In der Realität dürfte jedoch der Machtkampf zwischen verschiedenen Lagern innerhalb des Systems entscheidend sein.
Neben Modschtaba Chamenei werden mehrere weitere Namen als mögliche Nachfolger genannt. Dazu zählen der schiitische Geistliche Sadegh Laridschani sowie der frühere Präsident Hassan Ruhani. Auch Hassan Chomeini, ein Enkel des Staatsgründers Ajatollah Chomeini, gilt als potenzieller Kandidat für das höchste Amt.
Donald Trump lehnt Chamenei Junior mit Kriegsbefürchtungen ab
US-Präsident Trump begründete seine Ablehnung von Modschtaba Chamenei auch mit sicherheitspolitischen Bedenken. Sollte der Sohn des getöteten Ajatollahs die Macht übernehmen, würden die USA innerhalb von fünf Jahren erneut in einen Krieg verwickelt, warnte der Präsident. Modschtaba Chamenei hat die amerikanisch-israelischen Luftangriffe überlebt, bei denen sein Vater und zahlreiche hochrangige Vertreter des islamischen Regimes getötet wurden. Er gilt als Hardliner mit engen Verbindungen zu den Revolutionsgarden, der paramilitärischen Eliteeinheit des Landes. Innerhalb des klerikalen Establishments zählt er zu den einflussreichsten Figuren.
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loc/news.de/dpa/stg
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