Donald Trump "von Jesus gesalbt"?: Kommandeure sprechen von "heiligem Krieg" - US-Präsident läutet "Endzeit" ein

Heiliger Krieg im Namen des Präsidenten? Nach dem US-Angriff auf den Iran melden sich Hunderte Soldaten mit brisanten Vorwürfen. Ihre Kommandeure sollen vom "göttlichen Plan" sprechen und behaupten, Donald Trump sei von Jesus gesalbt worden, um Armageddon einzuleiten.

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US-Kommandeure sprechen davon, dass Donald Trump "von Jesus gesalbt" wurde und einen "heiligen Krieg" im Iran führe. (Foto) Suche
US-Kommandeure sprechen davon, dass Donald Trump "von Jesus gesalbt" wurde und einen "heiligen Krieg" im Iran führe. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Mehr als 200 US-Soldaten schlagen Alarm
  • Kommandeure sprechen von "Gottes Plan" und "Armageddon"
  • Kritik an möglichem Verstoß gegen Trennung von Kirche und Staat

Seit dem US-amerikanischen Angriff auf den Iran wird die Military Religious Freedom Foundation (MRFF) mit Beschwerden überflutet. Mehr als 200 Soldaten sollen sich seit Samstag gemeldet haben. Ihr Vorwurf: Kommandeure der US-Streitkräfte würden den Iran-Krieg religiös aufladen – als Teil eines göttlichen Plans. Nach Angaben der Organisation hätten Vorgesetzte extremistische christliche Rhetorik über die biblische "Endzeit" benutzt, um die Kampfhandlungen zu rechtfertigen.

Donald Trump "von Jesus gesalbt": US-Kommandeure sprechen über Iran-Krieg von "Gottes Plan"

Ein aktiver Unteroffizier schildert in einer Beschwerde an die MRFF: "Heute Morgen eröffnete unser Kommandant die Besprechung zum Kampfbereitschaftsstatus, indem er uns aufforderte, keine 'Angst' vor den aktuellen Kampfhandlungen im Iran zu haben. Er forderte uns auf, unseren Truppen zu sagen, dass dies 'alles Teil von Gottes göttlichem Plan' sei, und verwies dabei ausdrücklich auf zahlreiche Zitate aus der Offenbarung des Johannes, die sich auf Armageddon und die bevorstehende Wiederkehr Jesu Christi beziehen. Er sagte, dass 'Präsident Trump von Jesus gesalbt worden sei, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, um Armageddon auszulösen und seine Rückkehr auf die Erde zu markieren'." Die Beschwerde wurde im Namen von 15 Soldaten eingereicht – darunter 11 Christen, ein Muslim und ein Jude.

MRFF-Präsident warnt vor christlichem Nationalismus im US-Militär

MRFF-Präsident Mikey Weinstein erklärte gegenüber dem The Guardian, man höre „dieses Gerede von christlichen Nationalisten", die nicht nur die Regierung, sondern auch das US-Militär übernommen hätten. Die Berichte deuteten auf einen Anstieg christlichen Extremismus in den Streitkräften hin. Laut Weinstein schildern die Beschwerdeführer „die uneingeschränkte Euphorie ihrer Kommandeure", die einen "biblisch sanktionierten Krieg" sähen – als klares Zeichen für das rasche Herannahen der fundamentalistischen christlichen "Endzeit". Die Vorwürfe wiegen schwer: Sollte sich das bestätigen, stünde die verfassungsrechtlich verankerte Trennung von Kirche und Staat zur Debatte.

Verteidigungsminister Pete Hegseth und evangelikale Netzwerke im Pentagon

Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth gerät in den Fokus. Er habe das evangelikale Christentum in hohen Rängen des US-Militärs verankert und lasse monatliche Gebetstreffen im Pentagon abhalten. Wie der unabhängige Journalist Jonathan Larsen auf seinem Substack-Blog unter Berufung auf das Pentagon berichtet, nehme Hegseth zudem wöchentlich an einem Bibelkreis im Weißen Haus teil. Dieser werde von einem Prediger geleitet, der sage, Gott befehle Amerika, Israel zu unterstützen.

Politische Brisanz für Donald Trump

Die Vorwürfe treffen auch US-Präsident Donald Trump politisch sensibel. Denn sollte sich bestätigen, dass militärische Entscheidungen religiös überhöht oder ideologisch legitimiert werden, könnte das innenpolitisch wie international für erheblichen Sprengstoff sorgen. Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme des Verteidigungsministeriums zu den konkreten Anschuldigungen. Fest steht jedoch: Die Debatte über Religion, Macht und Militär in den USA hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.

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