Esmail Bakaei: "Defensiv ist offensiv!" Iran droht Europa mit Krieg

Scharfe Worte aus Teheran: Der iranische Außenamtssprecher droht europäischen Staaten offen mit Konsequenzen. Jede Unterstützung der Gegenseite sei eine "Kriegshandlung". Während Paris, London und Berlin mögliche Defensivmaßnahmen ins Spiel bringen, versucht die Bundesregierung zu beruhigen.

Erstellt von - Uhr

Das Mullah-Regime droht Europa mit Krieg. (Foto) Suche
Das Mullah-Regime droht Europa mit Krieg. Bild: AdobeStock / kirill_makarov
  • Iran warnt Europa vor "Kriegshandlung"
  • E3-Staaten schließen militärische Defensivmaßnahmen nicht aus
  • Berlin betont: Keine Beteiligung an Angriffen

Der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei hat europäischen Staaten mit drastischen Worten gedroht. Jegliches Vorgehen gegen den Iran werde als Komplizenschaft mit den "Aggressoren" und als "Kriegshandlung gegen den Iran" betrachtet, erklärte der 51-Jährige am Dienstag vor Journalisten in Teheran. Seine Warnung richtet sich offenbar gegen die jüngste Ankündigung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien, bei Bedarf "Defensivmaßnahmen" gegen den Iran zu ergreifen. Bakaei wies diese Unterscheidung scharf zurück: "Defensiv ist das gleiche wie offensiv – das ergibt überhaupt keinen Sinn." Der Sprecher äußerte sich dabei in einer Mädchenschule, die angeblich von den USA oder Israel beschossen worden sein soll.

E3-Staaten kündigen mögliche Militärschläge gegen den Iran an

Die Staats- und Regierungschefs Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Keir Starmer hatten am Sonntagabend eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin zeigten sie sich "entsetzt angesichts der wahllosen und unverhältnismäßigen Raketenangriffe des Iran auf Länder in der Region" und forderten Teheran auf, seine Angriffe sofort zu beenden.

Die drei Länder betonten, dass die iranischen Attacken auch ihr eigenes militärisches Personal sowie Bürger in der Region gefährdeten. Man werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um die eigenen Interessen und die der Verbündeten zu schützen. Falls erforderlich, könnten dabei auch "verhältnismäßige militärische Defensivmaßnahmen" zum Einsatz kommen, um iranische Raketen- und Drohnenkapazitäten direkt an der Quelle auszuschalten.

Teheran wirft Europa Parteinahme vor

Der iranische Außenamtssprecher erhob schwere Vorwürfe gegen die europäischen Staaten. Diese versuchten, dem Iran seine Fähigkeiten zu nehmen, sich gegen die "Aggressoren" zur Wehr zu setzen, so Bakaei. Es wäre beschämend, wenn sich diese Länder auf die Seite der Angreifer stellen würden. Zudem verwies der Sprecher darauf, dass die Europäer bereits ausreichend gegen sein Land vorgegangen seien. Mit seinen Äußerungen machte Bakaei deutlich, dass Teheran jede Form der Unterstützung für die Gegenseite als feindlichen Akt betrachtet.

Berlin schließt Beteiligung an Angriffen aus

Bundesaußenminister Johann Wadephul stellte am Montag klar, dass Deutschland sich nicht an militärischen Operationen der USA und Israels gegen den Iran beteiligen werde. "Wenn wir keine Absicht haben, dann werden wir das auch nicht machen. Wir beteiligen uns daran nicht", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Deutschland interpretiere die E3-Erklärung anders als die beiden anderen Unterzeichnerstaaten, erläuterte Wadephul. Für die Bundesrepublik bedeute sie lediglich, dass sich deutsche Soldaten im Falle eines Angriffs defensiv verteidigen würden. Darüber hinausgehende Maßnahmen seien nicht vorgesehen.

Weitere Meldungen rund um den Iran-Krieg finden Sie hier:

/sfx/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.