Wladimir Solowjow: "Entweder wir gewinnen oder werden ausgelöscht!" Putin-Propagandist schlägt Alarm

Nach den US-Luftangriffen auf den Iran reagiert Moskau mit scharfen Worten. Der Kreml spricht von "direkter Aggression", Propagandisten warnen sogar vor der "Vernichtung" Russlands. Doch hinter der martialischen Rhetorik steckt auch strategische Schwäche.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Wladimir Solowjow schlägt Alarm und warnt vor der Auslöschung Russlands. (Foto) Suche
Wladimir Solowjow schlägt Alarm und warnt vor der Auslöschung Russlands. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Kreml kritisiert US-Angriffe auf Iran als "Aggression"
  • Putin nennt Tötung Chameneis "zynischen Verstoß"
  • Russische Propagandisten warnen vor "Auslöschung"

Der Kreml reagiert mit scharfer Kritik auf die US-amerikanischen Luftangriffe gegen den Iran. Sprecher Dmitri Peskow sprach von "tiefer Enttäuschung" über das Vorgehen Washingtons. Die Vereinigten Staaten hätten sich trotz laufender Gespräche mit Teheran für eine "direkte Aggression" entschieden. Bereits am Samstag hatte das russische Außenministerium die gemeinsamen Angriffe Israels und der USA scharf kritisiert. Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Chamenei als "zynischen Verstoß gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts". Mit dieser Wortwahl unterstreicht Moskau die Schwere der Vorwürfe gegen Washington.

Moskau und Teheran verbindet ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit lieferten beide Seiten in der Vergangenheit Waffen aneinander. Russland setzte iranische Rüstungsgüter unter anderem im Krieg gegen die Ukraine ein. Allerdings unterscheidet sich diese Vereinbarung deutlich von Russlands Bündnis mit Nordkorea. Anders als mit Pjöngjang besteht mit dem Iran keine Verpflichtung zu gegenseitigem militärischem Beistand. Hinzu kommt: Der andauernde Konflikt in der Ukraine bindet erhebliche russische Ressourcen. Militärische Unterstützung für den verbündeten Iran ist unter diesen Umständen kaum möglich.

Putin-Propagandist Wladimir Solowjow warnt vor Vernichtung

Im russischen Staatsfernsehen schlägt der bekannte Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow alarmierende Töne an. Der Westen versuche bereits, Russland wirtschaftlich zu erdrosseln, während Moskau naiv an Verhandlungslösungen glaube. "Sie testen uns ständig, ermitteln unsere roten Linien", warnte Solowjow. Der Moderator prophezeit einen grundlegend veränderten Krieg der Zukunft – geführt von künstlicher Intelligenz und Robotersystemen. Die aktuellen Szenarien würden sowohl gegen China als auch irgendwann gegen Russland eingesetzt werden. "Wir müssen uns von Illusionen befreien", forderte Solowjow. "Entweder wir gewinnen, oder wir werden ausgelöscht, vernichtet."

Russische Kommentatoren fürchten ähnliches Schicksal

Solowjow steht mit seinen Warnungen nicht allein. Wie der ehemalige Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Geraschtschenko, auf der Plattform X berichtet, äußern sich immer mehr russische Propagandisten besorgt über mögliche Konsequenzen für ihr Land. Der Propagandist Karnaukhow vertritt demnach die Ansicht, dass Russland nach dem Iran – einem Land, das "vor unseren Augen zerfällt" – dasselbe Szenario mit massiven Angriffen erwarten könnte. Diese öffentlichen Befürchtungen aus dem Umfeld des Kremls zeigen eine wachsende Nervosität in Moskau angesichts der westlichen Militäraktionen gegen den bisherigen Verbündeten.

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/ife/news.de/dpa

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