Beitragsexplosion befürchtet: Lohn halbiert - Sozialabgaben könnten drastisch ansteigen

Eine neue Studie liefert keine guten Nachrichten für Arbeitnehmer. Künftig könnten die Sozialabgaben stark ansteigen. Demnach sollen sich die Beiträge um bis zu 50 Prozent erhöhen. Ein Experte zeigt sich alarmiert.

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Laut einer Studie könnten die Sozialabgaben für Arbeitnehmer in den nächsten Jahren stark ansteigen. (Foto) Suche
Laut einer Studie könnten die Sozialabgaben für Arbeitnehmer in den nächsten Jahren stark ansteigen. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Arno Burgi
  • Neue Studie: Sozialabgaben könnten für Arbeitnehmer bis 2025 um die Hälfte ansteigen.
  • Beiträge für die Rentenversicherung sollen erstmal stabil bleiben.
  • Lösungen wegen Finanzierungsproblemen gefordert.

Arbeitnehmer müssen künftig womöglich mit höheren Sozialabgaben rechnen. Demnach können die Abgaben bis zum Jahr 2035 auf bis zu 50 Prozent steigen. Das bedeutet: Für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung geht die Hälfte des Verdienstes weg. Das geht aus einer aktuellen IGES-Projektion hervor, die diese Studie für die DAK-Gesundheit erhoben haben.

Sozialabgaben explodieren: Studie warnt vor Beitragserhöhung

 

Bereits im kommenden Jahr könnten die Beiträge steigen. So könnte sich der Krankenversicherungsbeitrag von derzeit 17,7 Prozent auf 18,3 Prozent erhöhen. Bis 2033 könnte sogar die 20-Prozent-Marke geknackt werden. Denn ab 2027 läuft "das für 2025 und 2026 gewährte Bundesdarlehen sowie die dämpfenden Effekte des sogenannten kleinen Sparpakets der Bundesregierung aus, während zusätzliche Ausgaben etwa für Krankenhäuser und Apotheken anfallen und die Leistungsausgaben weiter kräftig zunehmen dürften", heißt es als Begründung für den möglichen Anstieg.

Krankenversicherung und Co.: Diese Beiträge könnten ansteigen

Die Abgaben steigen auch durch höhere Beiträge für die Pflegeversicherung. Er könnte im nächsten Jahr von 3,8 Prozent auf 4,1 Prozent steigen. Bis 2033 kann der Wert bei 5,0 Prozent liegen. Die prognostizierte Belastung soll auch die Arbeitslosenversicherung befeuern. Die Beiträge von aktuell 2,6 Prozent könnten auf 3,4 Prozent ansteigen. Lediglich die Rentenversicherungsbeiträge bleiben zunächst noch bei bei 18,6 Prozent. Doch der demografische Wandel verursacht hier eine schrittweise Erhöhung bis 2035 auf bis zu 21 Prozent.

DAK-Chef alarmiert: Reformen gefordert

Für die DAK sind die Zahlen ein Alarmsignal. "Diese dramatische Entwicklung sollte für alle Beteiligten ein letzter Warnschuss sein", sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm in einer Pressemitteilung. Es braucht Lösungen. Er spricht sich für ein dreistufiges Stabilisierungspaket aus, um Geld einzusparen:

  • Ausgaben sollen nur noch im Zusammenhang mit den Einnahmen steigen.
  • Wegfall der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent.
  • Strukturreformen angehen.

Alleine die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen zeigt, dass es damit nicht getan ist. Die Versicherer beklagen schon Finanzprobleme in Milliardenhöhe. Das IGES-Institut schätzt den Finanzbedarf der Krankenkassen auf zwölf Milliarden.

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