Epstein-Beben weltweit: Royals, Minister, Diplomaten – diese Namen stehen in den Akten

Die veröffentlichten Epstein-Akten bringen ein internationales Netzwerk ans Licht. Politiker, Royals und Diplomaten sehen sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Für manche könnte der Skandal juristische und politische Folgen haben.

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Epstein-Akten: Diese Namen sorgen in den Epstein-Files für Wirbel. (Foto) Suche
Epstein-Akten: Diese Namen sorgen in den Epstein-Files für Wirbel. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Mehmet Eser
  • Ex-Botschafter, Minister und Royals geraten unter Druck
  • Ermittlungen wegen möglicher Korruption und Falschaussagen
  • Auch Norwegens Kronprinzessin und Prinz Andrew betroffen

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Die neu veröffentlichten Unterlagen im Fall Jeffrey Epstein entfalten internationale Sprengkraft. Politiker, Diplomaten und Royals geraten durch ihre mutmaßlichen Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter massiv in Erklärungsnot. Für einige von ihnen steht "nm.de" zufolge weit mehr als nur der Ruf auf dem Spiel.

Regierungskrise in Großbritannien

In London sorgten die Enthüllungen für politische Turbulenzen. Besonders brisant ist die Rolle des früheren britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson. Seine Verbindungen zu Epstein wurden detaillierter bekannt, als bislang öffentlich war. Premierminister Keir Starmer geriet dadurch unter Druck, da er Mandelson trotz bekannter Kontakte zum Botschafter ernannt hatte. Kritiker werfen ihm mangelndes Urteilsvermögen vor. Mandelson trat inzwischen zurück. Ermittlungsbehörden prüfen zudem, ob während seiner Amtszeit sensible Informationen weitergegeben wurden.

Neuer Schatten über Andrew Mountbatten Windsor

Auch das britische Königshaus wird erneut mit dem Skandal konfrontiert. Gegen Andrew Mountbatten Windsor, der sich bereits seit Jahren aus der ersten Reihe zurückziehen musste, stehen weitere Vorwürfe im Raum. Im Zentrum stehen mögliche Weitergaben vertraulicher Informationen. König Charles III. signalisierte, Ermittlungen nicht im Weg zu stehen. Sollte es zu strafrechtlichen Schritten kommen, drohen Andrew weitere Konsequenzen.

US-Minister unter Rechtfertigungsdruck

In den Vereinigten Staaten sieht sich Handelsminister Howard Lutnick unangenehmen Fragen ausgesetzt. Während er früher erklärte, den Kontakt zu Epstein bereits Mitte der 2000er beendet zu haben, räumte er nun spätere Treffen ein. Darunter soll auch ein Aufenthalt auf Epsteins Privatinsel gewesen sein. Kritiker sprechen von widersprüchlichen Angaben. Lutnick betonte hingegen, es habe nur wenige Begegnungen gegeben und keine enge Beziehung bestanden.

Ermittlungen gegen norwegische Diplomaten

In Norwegen weitete sich der Skandal auf die diplomatische Elite aus. Die Botschafterin Mona Juul verlor ihr Amt, ebenso geriet ihr Ehemann Terje Rød-Larsen ins Visier der Ermittler. Im Raum stehen Vorwürfe schwerer Korruption. Medienberichten zufolge soll es finanzielle Verbindungen zu Epstein gegeben haben. Auch eine mögliche Begünstigung der gemeinsamen Kinder in Epsteins Testament sorgt für Diskussionen.

Ein weiterer prominenter Norweger ist betroffen: Thorbjørn Jagland, einst Ministerpräsident sowie später Generalsekretär des Europarates. Um Untersuchungen zu ermöglichen, wurde seine Immunität für den relevanten Zeitraum aufgehoben. Die Ermittlungen drehen sich ebenfalls um mögliche unzulässige Verbindungen zu Epstein.

Kronprinzessin Mette-Marit im Fokus in den Epstein-Akten

Besonders sensibel ist die Lage für das norwegische Königshaus. Veröffentlichte E-Mails deuten auf einen regen Austausch zwischen Kronprinzessin Mette-Marit und Epstein hin. Neben privaten Gesprächsthemen sollen auch problematische Inhalte Gegenstand der Kommunikation gewesen sein. Ein Aufenthalt der Kronprinzessin in Epsteins Anwesen in Florida wird ebenfalls thematisiert. Zwar äußerte sie Bedauern, doch die öffentliche Debatte über ihre Zukunft als mögliche Königin hält an.

Frankreichs Ex-Kulturminister im Visier

Auch in Frankreich sorgt der Fall für politische Nachbeben. Gegen den früheren Kulturminister Jack Lang sowie seine Tochter laufen Vorermittlungen wegen möglicher Finanzvergehen. Im Mittelpunkt steht eine Firma mit Sitz in einem Steuerparadies, die Verbindungen zu Epstein gehabt haben soll. Lang weist die Anschuldigungen zurück, trat jedoch von seinem Amt als Leiter eines renommierten Kulturinstituts zurück.

Jeffrey Epstein: Ein Netzwerk mit globaler Reichweite

Die Akten zeichnen das Bild eines weit verzweigten Beziehungsgeflechts, das von Adelshäusern über Regierungszentralen bis in diplomatische Kreise reicht. Für viele der Genannten gilt: Selbst wenn keine strafrechtlichen Folgen drohen sollten, ist der Imageschaden erheblich. Der Epstein-Komplex entwickelt sich damit weiter zu einem internationalen Politikum mit offenem Ausgang.

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