Wladimir Putin: Wirtschaft droht "historischer Einbruch" - Kremlchef ignoriert Warnsignale

Der russischen Wirtschaft droht der endgültige Zusammenbruch. Erstmals seit fünf Jahren brechen die Investitionen in Russland ein. Indes zwingt Wladimir Putin die Banken weiter, Kredite an die Rüstungsindustrie zu vergeben. Opfert der Kremlchef die zivile Industrie für den Ukraine-Krieg?

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Wladimir Putin riskiert den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft. (Foto) Suche
Wladimir Putin riskiert den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin via AP | Sergei Savostyanov

Seit Beginn des Ukraine-Krieges steht die russische Wirtschaft unter massivem Druck. Aktuell scheint ihr nun der endgültige Zusammenbruch zu drohen. So berichtet "Focus Online" aktuell, dass die russische Wirtschaft vor einem historischen Einbruch bei den Investitionen steht. Erstmals seit fünf Jahren verzeichnet das Land rückläufige Kapitalausgaben – im dritten Quartal 2025 sanken sie laut der staatlichen Statistikagentur Rosstat um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Wladimir Putin riskiert Zusammenbruch der Russen-Wirtschaft

Der stellvertretende Ministerpräsident Russlands Alexander Novak verkündete am Dienstag (3. Februar), dass die Investitionen in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 lediglich um 0,5 Prozent zugelegt haben. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem Wachstum von "null oder nur leicht darüber". Damit endet eine Phase kräftigen Wachstums, die maßgeblich durch massive Staatsausgaben getragen wurde.

Dmitry Belousov, stellvertretender Leiter des regierungsnahen Zentrums für makroökonomische Analysen und Kurzfristprognosen, macht eine "anhaltend extrem restriktive Geldpolitik" für die Entwicklung verantwortlich. Der Leitzins der russischen Zentralbank liegt derzeit bei 16 Prozent – zeitweise kletterte er in den vergangenen Jahren sogar auf 22 Prozent. Doch Zentralbankchefin Elvira Nabiullina hält an ihrem straffen Kurs fest. Ihr Ziel: Die Inflation auf vier Prozent drücken. Aktuell liegt sie bei 6,6 Prozent. Wladimir Putin hatte die Notenbank wiederholt zu Zinssenkungen aufgefordert.

Ukraine-Krieg verschärft Lage am russischen Arbeitsmarkt

Der Ukraine-Krieg verschärft den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt dramatisch. Zahlreiche Männer wurden zum Militärdienst eingezogen, andere flohen aus Furcht vor der Einberufung ins Ausland. Gleichzeitig heizen die üppigen Soldatensölde die Lohnentwicklung an. Die gestiegenen Durchschnittslöhne setzen zivile Arbeitgeber unter Druck, die im Wettbewerb um Fachkräfte kaum mithalten können.

Kremlchef Putin opfert zivile Industrie für Ukraine-Krieg

Die Prioritäten von Kremlchef Wladimir Putin bleiben indes eindeutig: Der militärisch-industrielle Komplex hat Vorrang. Putin zwang russische Banken, Kredite an Rüstungsunternehmen und deren Zulieferer zu vergeben. Gleichzeitig steigen die regulären Verteidigungsausgaben kontinuierlich – auf Kosten anderer Bereiche. Doch je mehr Ressourcen in die Rüstung fließen, desto weniger können zivile Branchen bei Arbeitskräften und Finanzierung mithalten. "Russland hat die Grenzen dessen, wie sehr die zivile Wirtschaft ignoriert werden kann, ehe sie in Stagnation tritt, ausgereizt", warnen Experten.

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