Donald Trump: "Inzestuöse Natur" – Vize J.D. Vance stellt sich gegen den US-Präsidenten

J.D. Vance widerspricht Donald Trump: Während der Präsident die Epstein-Dokumente als erledigt sieht, signalisiert sein Stellvertreter Offenheit für weitere Untersuchungen – und sorgt für Spannungen im Weißen Haus.

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Donald Trump: J.D. Vance stellt sich gegen den US-Präsidenten. (Foto) Suche
Donald Trump: J.D. Vance stellt sich gegen den US-Präsidenten. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Schwartz
  • Vizepräsident Vance befürwortet mögliche Fortsetzung der Epstein-Ermittlungen
  • Trump will das Thema abschließen und sich auf andere Politikfelder konzentrieren
  • Vance kritisiert enge Verbindungen der US-Elite

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Im Weißen Haus scheint sich ein Spannungsfeld zwischen Präsident Donald Trump und seinem Stellvertreter J.D. Vance aufgetan zu haben. Anlass ist die erneute Veröffentlichung von Millionen Dokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein, dem verstorbenen US-Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter. Während Trump darauf pocht, dass das Thema nun abgeschlossen sei, deutet Vance offen an, dass weitere Untersuchungen sinnvoll sein könnten.

Donald Trumps Reaktion: "Zeit, sich anderen Dingen zuzuwenden"

Trump äußerte "The Daily Beast" zufolge am Dienstag im Oval Office, dass das Land sich besser auf andere Themen konzentrieren sollte. "Es ist wirklich an der Zeit, dass sich das Land anderen Dingen zuwendet", sagte er. Der Präsident hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass er selbst nichts zu verbergen habe und die Dokumente ihn entlasteten.

J. D. Vance signalisiert Offenheit für weitere Ermittlungen

Eine Stunde vor Trumps Statement veröffentlichte die "Daily Mail "ein Interview mit Vance. Darin erklärte der Vizepräsident, dass er die Fortsetzung der offiziellen Untersuchungen für vertretbar halte. Mit Blick auf den Kongress sagte er: "Ich überlasse es ihnen, zu entscheiden, ob sie mit Andrew sprechen wollen. Ich wäre dem gegenüber durchaus aufgeschlossen, aber es ist ihre Entscheidung, nicht meine." Vance kritisierte zugleich die engen Verbindungen zwischen Amerikas Elite und betonte, dass viele prominente Persönlichkeiten in den Akten auftauchen. "Die Veröffentlichungen zeigen, dass die Eliten Amerikas eine ziemlich inzestuöse Natur haben", kommentierte er.

Alte Haltung versus neue Strategie

Bereits während seiner Senatskampagne in Ohio hatte Vance öffentlich die Geheimhaltung von Epsteins Kontakten kritisiert. Auf der Plattform X fragte er damals provokativ: "Wenn Sie Journalist sind und hier keine Fragen stellen, sollten Sie sich schämen." Als er Teil von Trumps Team wurde, änderte er den Ton und betonte, dass die Regierung nichts zu verbergen habe. Gleichzeitig versuchte er, die Diskussion auf politische Gegner zu lenken.

J.D. Vance legte Fokus auf demokratische Politiker

Im Interview hob Vance hervor, dass Trump nie so tief in Epsteins Kreise eingebunden gewesen sei wie andere einflussreiche Persönlichkeiten. "Präsident Trump steht weit außerhalb dieses gesellschaftlichen Kreises. Er kennt viele dieser Leute, aber er war nie wirklich mit Epstein befreundet, wie es viele andere waren", erklärte er. Seiner Ansicht nach beleuchten die Akten vor allem die problematischen Verbindungen anderer Politiker und Prominenter wie Bill Gates oder Bill Clinton.

Geteilte Botschaften im Weißen Haus

Trumps und Vances Statements verdeutlichen die widersprüchlichen Signale innerhalb des Weißen Hauses. Während Trump eine Abkehr vom Thema propagiert, zeigt Vance Offenheit für weitere Ermittlungen und verweist auf die systemischen Verbindungen in der amerikanischen Elite.

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