Friedrich Merz: Kanzler plant Renten-Revolution - und trifft auf gehörigen Widerstand

Dass die gesetzliche Rente dringend reformiert werden sollte, darüber sind sich alle einig. Die Pläne des Bundeskanzlers treffen jedoch auf gehörigen Widerstand. Merz' Rentenrevolution treffe genau die Falschen. Was jetzt folgt.

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Bundeskanzler Friedrich Merz plant eine umfassende Rentenreform. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz plant eine umfassende Rentenreform. Bild: dpa/Sebastian Gollnow
  • Friedrich Merz stellt neue Pläne zur Rentenreform vor
  • Mehr Gewicht auf private und betriebliche Altersvorsorge
  • Merz' Rentenrevolution soll so schnell wie möglich kommen
  • Heftige Kritik von Gewerkschaft und der Linken

Bundeskanzler Friedrich Merz hat einen tiefgreifenden Umbau des deutschen Rentensystems angekündigt. Die gesetzliche Rentenversicherung werde zwar bestehen bleiben, künftig aber nur noch einen von mehreren Bausteinen der Altersvorsorge darstellen. Private und betriebliche Vorsorgemodelle sollen deutlich an Gewicht gewinnen.

Friedrich Merz: "Paradigmenwechsel" in der deutschen Rentenpolitik

"Dies ist ein Paradigmenwechsel in der deutschen Altersversorgungspolitik, in der deutschen Rentenpolitik", erklärte der Kanzler bei einem Auftritt auf dem Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn. Die gesetzliche Rente werde künftig "nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus", so Merz weiter.

Kapitalmarkt soll von Reform profitieren

Im Zentrum der geplanten Neuordnung steht eine verstärkte Kapitaldeckung bei der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Merz verspricht sich davon einen erheblichen Wachstumsimpuls für den deutschen Finanzmarkt. Gleichzeitig sollen deutlich mehr Beschäftigte von der Entwicklung des Volksvermögens profitieren können.

Wann kommt die große Rentenreform von Friedrich Merz?

Die Neuausrichtung der drei Säulen der Altersvorsorge – gesetzliche Rente, private Vorsorge und betriebliche Absicherung – soll nach dem Willen des Kanzlers noch im laufenden Jahr angestoßen werden. Damit würde die Reform zu einem der ersten großen Projekte der Bundesregierung im Sozialbereich werden.

Umsetzung noch 2026 geplant

Kanzleramtschef Thorsten Frei bestätigte gegenüber dem "Tagesspiegel", dass die Rentenreform bei den anstehenden Sozialreformen Vorrang genießt. "Bis zum Ende des Jahres werden wir die ersten großen Sozialreformen umgesetzt haben, und die Rente haben wir dabei priorisiert", sagte der CDU-Politiker.

Damit setzt die Bundesregierung ein ambitioniertes Tempo für den angekündigten Systemumbau. Die Neugewichtung zwischen gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge soll demnach nicht auf die lange Bank geschoben werden, sondern bereits 2026 konkrete Formen annehmen.

Bundeskanzler bekommt Gegenwind: Rentenreform trifft die Falschen

Die Reformpläne stoßen auf scharfe Kritik. Linken-Chefin Ines Schwerdtner warf dem Kanzler vor, die Rente privatisieren zu wollen. "Der Black-Rock-Lobbyist will das Geld der Versicherten den Banken und Hedgefonds überlassen, damit diese an den Börsen zocken können", sagte sie gegenüber der "Bild". Millionen Menschen hätten schlicht nicht die Mittel für private Vorsorge.

Kritik: Abbau der gesetzlichen Rente zugunsten von Privatvorsorge

Auch die IG Metall reagierte mit deutlicher Ablehnung. Sozialvorstand Hans-Jürgen Urban kritisierte, die Ankündigung vor Börsenvertretern entlarve die wahre Absicht: "Statt einer solidarischen Reform soll es um Abwertung und Abbau der gesetzlichen Rente zugunsten von Privatvorsorge gehen."

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