Kriminalität: Kriminalbeamten-Bund: Linksextremisten werden gewaltbereiter

Im Januar beschädigten mutmaßlich Linksextremisten das Berliner Stromnetz und trafen 45.000 Haushalte. Nun fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter Konsequenzen - und kritisiert die Politik.

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Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ein gezielteres Vorgehen gegen Linksextremismus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nehme die Szene zu Recht stärker in den Blick, sagte der BDK-Vorsitzende Dirk Peglow im ZDF-Morgenmagazin. "Wir haben ein Problem mit der linksextremistischen Szene." Sie werde seit Jahren gewaltbereiter.

Zugleich forderte er ein strategisches Handeln. Seit Jahren setzte die Politik Prioritäten für die Landespolizei, sei es gegen Islamisten, Rechtsextremismus oder Linksextremismus, doch das Personal sei das gleiche geblieben."Wir schicken die Kollegen von A nach B, immer in irgendwelche besonderen Ermittlungskomplexe. Hier müssen wir dauerhaft und strukturiert rangehen."

Zugleich fehle es an einem zentralen Austausch zwischen den Ländern über verdächtige Personen, kritisierte Peglow. So werde oft mit Fernschreiben gearbeitet, um bei den Landeskriminalämtern um Erkenntnisse zu bitten. "Das ist eigentlich Neunziger." Zwar gebe es Besserung mit dem Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum, das betreffe aber High-End-Verfahren.

Stockende Ermittlungen gegen Vulkangruppe

Anfang Januar waren bei einem Brandanschlag in Berlin mehrere Starkstromkabel beschädigt worden. Durch den mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag fiel die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang aus. In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen" die Tat für sich reklamiert.

Die von Dobrindt ausgelobte Belohnung von bis zu einer Million Euro für Hinweise bezeichnete Peglow als außergewöhnlich hoch, sieht solche Anreize aber auch als Zeichen von Einfallslosigkeit. "Das machen wir ja immer dann, wenn wir sonst nichts haben, jedenfalls so meine Bewertung."

Er sei skeptisch, dass die Belohnung zum Erfolg führe. Unter Linksextremisten gebe es viel Loyalität, zudem sei die Szene fragmentiert. Auch sei es schwierig, verdeckte Ermittler in diese Kreise einzuschleusen. Der Werkzeugkasten der Polizei sei begrenzt, was ein Grund sei, warum man bei den Ermittlungen gegen die Vulkangruppe seit 2011 "nicht wirklich" weitergekommen sei.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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