Gerald Funke: Bundeswehr-General warnt vor Putin-Angriff - Tausend verletzte Soldaten pro Tag möglich

Es ist ein erschreckendes Szenario, das Bundeswehr-Generalleutnant Gerald Funke in einem Interview mit der "Times" zeichnet: Sollte Russland die Nato angreifen, könnten täglich tausend Soldaten verletzt werden. Deutschland käme bei ihrer Versorgung eine besondere Rolle zu.

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Generalleutnant Gerald Funke hält einen russischen Angriff auf die Nato in zwei bis drei Jahren für möglich. (Foto) Suche
Generalleutnant Gerald Funke hält einen russischen Angriff auf die Nato in zwei bis drei Jahren für möglich. Bild: picture alliance/dpa | Martin Schutt
  • Bundeswehr-General rechnet mit möglichem Putin-Angriff in zwei bis drei Jahren
  • Im Ernstfall könnten laut Gerald Funke "täglich tausend Soldaten verletzt werden"
  • Für die Versorgung der Truppen sei Hilfe von Zivilorganisationen unerlässlich

Obwohl zuletzt eine begrenzte Feuerpause im Ukraine-Krieg angekündigt wurde, scheint ein dauerhafter Frieden im Osten Europas weiterhin in großer Ferne. Auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat erneut große Zweifel an Wladimir Putins Bereitschaft zur Beendigung des Krieges geäußert, wie der "Deutschlandfunk" berichtet. Stattdessen bleibt die Gefahr einer weiteren Eskalation real.Ein hochrangiger Bundeswehr-General schlägt Alarm: Die Bundesrepublik könnte schon bald in einen militärischen Konflikt mit Russland verwickelt sein.

Bundeswehr-General warnt vor Putin-Angriff auf Deutschland in zwei bis drei Jahren

Generalleutnant Gerald Funke, Befehlshaber des Unterstützungsführungskommandos der Bundeswehr, rechnet damit, dass der Ernstfall bereits in zwei bis drei Jahren eintreten könnte, wie "t-online" berichtet.Die Dimensionen, die Funke gegenüber der britischen "Times" skizziert, sind erschreckend: "Während ich in Afghanistan eine bedauerlicherweise hohe, aber überschaubare Zahl von Verwundeten hatte, muss ich jetzt mit der Möglichkeit rechnen, dass täglich tausend Soldaten verletzt werden könnten."

Gerald Funke rechnet mit tausend Verletzten Soldaten pro Tag bei Krieg mit Russland

Die Bundesrepublik würde wohl zur entscheidenden Drehscheibe für Truppen und Nachschub werden. Funkes Kommando, mit rund 55.000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern der zweitgrößte Organisationsbereich der Bundeswehr, müsste diese Logistik auch unter Beschuss aufrechterhalten. Eine weitere Aufgabe ist es, die Versorgung verletzter Soldaten sicherzustellen.

Generalleutnant macht auf wichtige Zusammenarbeit mit Zivilbevölkerung aufmerksam

Der 61-jährige Generalleutnant, der 1983 mitten im Ost-West-Konflikt zur Bundeswehr kam, will bewährte Konzepte aus dieser Ära wiederbeleben. "Es muss ganz klar gesagt werden, dass wir ohne die Unterstützung der Zivilbevölkerung im Rahmen eines Gesamtverteidigungskonzepts nicht in der Lage wären, uns zu verteidigen", betonte Funke.

Konkret arbeitet sein Kommando an neuen Verträgen mit der Deutschen Bahn. Vor dem Mauerfall war das Unternehmen verpflichtet, binnen drei Tagen Güterzüge für Militärtransporte bereitzustellen. Laut Funke müsse man dahin zurückkommen. Es werde bereits daran gearbeitet.

Auch zivile Krankenhäuser müssen eingeplant werden. Die fünf Bundeswehr-Kliniken verfügen über lediglich 1.800 Betten – bei täglich tausend möglichen Verwundeten wären diese Kapazitäten schnell erschöpft. Private Einrichtungen und sogar Arztpraxen sollen dann Schuss- und Sprengwunden behandeln.Die Bundeswehr hat im vergangenen Herbst bereits Übungen durchgeführt, um den Häuserkampf und das Zusammenspiel mit zivilen Organisationen im Kriegsfall zu proben.

Warnung vor hybriden Attacken aus Moskau

Bereits jetzt sei die Gefahr hybrider Attacken aus Moskau sehr groß, warnt Funke weiter. Dabei richtet er den Blick unter anderem auf mögliche Sabotageakte. Der Abwehr sind bislang jedoch rechtliche Grenzen gesetzt: Ein "Spannungszustand" oder ein "nationaler Verteidigungszustand" benötigt eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag sowie absolute Mehrheit im Bundesrat, wie der "Merkur" schreibt.

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