Donald Trump: Diese Reaktion auf den ICE-Mord spricht auch ohne Worte Bände

Der ICE-Mord an Alex Pretti hat die USA aufgewühlt, wütende Proteste gegen Donald Trumps Regierung waren die Folge. Die Reaktion des US-Präsidenten auf ein neu aufgetauchtes Video des Erschossenen spricht auch ohne Worte Bände.

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Donald Trump hat auf neu aufgetauchtes Videomaterial von ICE-Mordopfer Alex Pretti zwar ohne Worte reagiert, doch sein Post bei Truth Social sprach trotzdem Bände. (Foto) Suche
Donald Trump hat auf neu aufgetauchtes Videomaterial von ICE-Mordopfer Alex Pretti zwar ohne Worte reagiert, doch sein Post bei Truth Social sprach trotzdem Bände. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Mord an Alex Pretti verursachte Protestwelle in den USA
  • Unbewaffneter Krankenpfleger von ICE-Beamten am helllichten Tag erschossen
  • Neues Video von ICE-Mordopfer spielt MAGA-Anhängern in die Karten - so reagiert Donald Trump

Der kaltblütige Mord an US-Bürger Alex Pretti auf den Straßen von Minneapolis, verübt von Grenzschutz-Beamten der Behörde United States Immigration and Customs Enforcement, schlägt weiter über die Grenzen der USA hinaus weiter hohe Wellen. Der 37-jährige Krankenpfleger war am 24. Januar bei einem Einsatz von Bundesbeamten im US-Bundesstaat Minnesota erschossen worden, landesweite Proteste waren die Folge.

Alex Pretti in Minneapolis ermordet - neues Video von 37-Jährigem aufgetaucht

Seitens der ICE-Behörde und des US-Heimatschutzministeriums wurden die tödlichen Schüsse mit Notwehr begründet, Alex Pretti sei mit gezückter Waffe auf die Einsatzkräfte losgegangen - eine Behauptung, die Videoaufnahmen des tödlichen Vorfalls erkennbar widerlegen. Nun ist ein zweites Video aufgetaucht, dass Alex Pretti elf Tage vor seinem Tod bei einem Konflikt mit Einsatzkräften der Einwanderungsbehörde zeigen soll.

Die Aufnahmen vom 13. Januar - veröffentlicht vomPortal "The News Movement" - zeigen, wie ein Mann in Richtung eines Behördenfahrzeugs spuckt und anschließend zweimal gegen den SUV tritt. Dabei fliegt ein Rücklicht heraus. Beamte bringen ihn daraufhin zu Boden, während Umstehende lautstark protestieren und hupen. Die Familie des erschossenen 37-Jährigen bestätigte gegenüber dem Sender CNN, dass es sich bei dem Mann um Alex Pretti handelt. Was dem Zwischenfall vorausging, ist aus dem Videomaterial jedoch nicht ersichtlich.

Donald Trump reagiert auf neues Video von Mordopfer - und spricht Bände auch ganz ohne Worte

Für Anhänger von Donald Trumps MAGA-Bewegung war der Clip ein gefundenes Fressen, gab er den Fans des republikanischen US-Präsidenten doch Anhaltspunkte dafür, Alex Pretti als gewaltbereiten "Inlandsterroristen" zu brandmarken, als den bereits Trumps Vizestabschef Stephen Miller den Getöteten verunglimpft hatte. Donald Trump selbst reagierte auf die neu aufgetauchten Aufnahmen, indem er das Video in der Nacht zum 29. Januar auf seiner Plattform "Truth Social" teilte. Einen direkten Kommentar gab der US-Präsident dabei nicht ab, machte sich jedoch verächtliche Bemerkungen anderer Social-Media-Nutzer zu eigen, indem er einen Screenshot eines X-Beitrags teilte, in dem Pretti als "friedlicher Demonstrant" bezeichnet wurde – offenbar ironisch gemeint. Ein weiterer Beitrag in dem geteilten Screenshot nannte den 37-Jährigen einen "Inlandsterroristen".

Die Umstände des Zwischenfalls vom 13. Januar bleiben teilweise im Dunkeln. Das Videomaterial lässt nicht erkennen, was sich vor der Konfrontation abspielte. Die Filmemacher von "The News Movement" gaben an, sie hätten gerade an einer Dokumentation über die Migrationsbehörde ICE gearbeitet, als sie einen Hinweis auf die Straßenblockade erhielten. Das US-amerikanische Heimatschutzministerium erklärte gegenüber "Newsweek", man prüfe derzeit das Videomaterial auf Authentizität.

Familie von ICE-Mordopfer Alex Pretti meldet sich nach neuem Video zu Wort

Der Rechtsbeistand der Familie Pretti wies darauf hin, dass der frühere Vorfall keine Bedeutung für die spätere Tötung habe. "Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschehen war, hätte die Tötung von Alex durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können", erklärte Anwalt Steve Schleicher gegenüber CNN.

Mord an Alex Pretti löst Protestwelle in den USA aus - wer war das Mordopfer der ICE-Behörde?

Alex Pretti arbeitete als Intensivpfleger, bevor er am 24. Januar bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis ums Leben kam. Der tödliche Vorfall entfachte sowohl in der Stadt als auch im gesamten Land Empörung und führte zu anhaltenden Demonstrationen.

Die Trump-Regierung hatte zunächst Kritik auf sich gezogen, weil sie Pretti als "Möchtegern-Attentäter" darstellte, der eine Waffe "geschwenkt" habe. Videoaufnahmen vom Tatort sowie Aussagen lokaler Behörden widersprachen dieser Darstellung jedoch. Trump kündigte daraufhin eine "ehrliche" Untersuchung des Vorfalls an.

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