CDU schimpft über "Asyl-Skandal": Tausende Asylbewerber spurlos verschwunden – haben die Behörden versagt?
7.624 registrierte Asylbewerber sind spurlos aus deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen verschwunden – und die Behörden suchen nicht einmal nach ihnen. CDU-Politiker Gordon Schnieder nennt es einen "Asyl-Skandal".
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
Suche
- Flüchtlinge in Deutschland spurlos verschwunden
- Behördenversagen? Keine Nachforschungen zu abgängigen Asylbewerbern
- CDU-Politiker Gordon Schnieder wettert gegen "Asyl-Skandal"
Tausende Asylbewerber sind spurlos aus deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen verschwunden. Eine Umfrage der "Bild" bei sämtlichen Bundesländern offenbart das Ausmaß: Insgesamt 7.624 registrierte Flüchtlinge gelten bundesweit als abgängig. Die Betroffenen wurden zwar in den Einrichtungen erfasst, tauchten dann jedoch plötzlich nicht mehr auf. Seither fehlt von ihnen jede Spur. Besonders alarmierend: Die zuständigen Behörden forschen den Verschwundenen nicht aktiv nach. Stattdessen werden sie lediglich aus den Systemen abgemeldet und verlieren ihren Leistungsanspruch. Wo sich diese Menschen derzeit befinden, bleibt völlig unklar.
Mehr als 7.600 Asylbewerber verschwunden: Verschwinden ohne Abmeldung nicht erlaubt
Grundsätzlich dürfen sich Asylbewerber frei bewegen – eingesperrt sind sie nicht. Wer jedoch in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht ist und staatliche Leistungen bezieht, muss sich bei einem Weggang ordnungsgemäß abmelden. Bleibt ein Bewohner je nach Bundesland zwischen zwei und drei Tagen unentschuldigt fern, stufen ihn die Behörden als abgängig ein.
Nur ein kleiner Teil der Verschwundenen kehrt später in die Erstaufnahmeeinrichtung zurück. Bei den übrigen sperren die Behörden die Bezahlkarten und streichen sie aus dem Leistungsbezug. In vielen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt sind die Asylbewerber biometrisch erfasst – stellen sie anderswo einen neuen Antrag, würden sie zurückverwiesen.
Behörden vermuten Untertauchen von abgängigen Flüchtlingen in Großstädten
Die zuständigen Stellen haben verschiedene Theorien zum Verbleib der Verschwundenen. Viele dürften sich nach Einschätzung der Behörden innerhalb Deutschlands versteckt halten. Als wahrscheinliche Aufenthaltsorte gelten vor allem Metropolen wie Frankfurt, Berlin oder das Ruhrgebiet, wo die Betroffenen auf Großfamilien zurückgreifen können.
Andere Abgängige könnten in weitere EU-Länder oder nach Großbritannien weitergezogen sein. Einige Bundesländer halten auch eine Rückkehr in die jeweiligen Herkunftsstaaten für möglich. Sicherheitskreise schätzen diese Gruppe allerdings als verschwindend gering ein. Verlässliche Erkenntnisse über den tatsächlichen Aufenthaltsort gibt es in keinem Fall.
CDU-Politiker Schnieder empört über "Asyl-Skandal"
Der rheinland-pfälzische CDU-Oppositionsführer Gordon Schnieder kritisiert die Zustände scharf. Das Verschwinden von 923 Flüchtlingen allein in seinem Bundesland bezeichnet er als "Asyl-Skandal". Seine Forderung: "Der Staat muss jederzeit wissen, wer sich in seinen" Grenzen aufhält. Die Dimension des Problems wird in Rheinland-Pfalz besonders deutlich. Dort entspricht die Zahl der Abgängigen nahezu zehn Prozent aller Flüchtlinge, die innerhalb von etwa anderthalb Jahren aufgenommen wurden. Die Zahlen verdeutlichen, wie rasch die staatliche Kontrolle über die Aufgenommenen verloren geht.
Verpassen Sie nicht folgende aktuelle Beiträge aus dem Politik-Ressort:
- Rente, Steuer und Co. - so will Merz die Krise überwinden
- Politik-Experte warnt vor "tiefer Krise" und "Machtverlust" durch AfD-Aufstieg
- "Schon beim Anblick wird einem übel..." Deftiges Söder-Foto löst Würgereiz aus
- CSU-Chef räumt Unionsfehler ein und attackiert "AfD-Schmuddelkinder"
- "Diese schmierigen Stasi-Spitzel!" AfD-Chefin vergisst sich bei Hass-Tirade
loc/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.