Donald Trump: Nur Diktatoren respektieren ihn - Experten widerlegen seine Friedensstifter-Haltung
Donald Trump sah sich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Friedensstifter und Einiger. Diese Vorstellung herrscht jedoch nur in seinem Kopf, Experten widerlegen seine Sicht. Statt sich den Respekt der Welt zu verdienen, agiert er lieber mit Unterwerfung.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Donald Trump sah sich in seinem ersten Amtsjahr als Friedensstifter und Einiger
- Der US-Präsident wollte sich mit militärischen Aktionen den Respekt in der Welt verdienen - doch den bekommt er laut einem Experten nur von Diktatoren
- Unterwerfung statt Einigung: Experten beschreiben, wie sich Trump wirklich verhält
Donald Trump spielte sich vor einem Jahr, am 20. Januar 2025, bei seinem Amtsantritt als Friedensstifter und Einiger auf. Das soll sein "stolzestes Vermächtnis" werden, sagte der US-Präsident. Schließlich wollte er die USA auf der außenpolitischen Bühne zur mächtigsten und angesehensten Nation machen. Seine Worte sind laut Experten offenbar nur heiße Luft. Konflikte statt Diplomatie, könnte sein Mantra lauten. Statt Menschen zu vereinen, unterwirft Trump sie, meint ein früherer Kongressmitarbeiter.
Donald Trump wollte sich im ersten Jahr "die Ehrfurcht und Bewunderung" der Welt holen
Vor anderen Nationen wollte sich Trump "die Ehrfurcht und Bewunderung" der Welt holen. Dafür brauchte es seiner Aussage nach wieder die stärkste Armee der Welt. Der US-Präsident sprach in Superlativen und stilisierte sich zu einem Staatschef, der drohende Kriege verhindert und bereits ausgebrochene beendet. Die militärische Stärke der USA demonstrierte der Republikaner immer wieder und prahlte damit, wie viele Kriege er schon abgeschlossen habe. Die Zahl variierte immer wieder. Mittlerweile spricht er von acht Konflikten, die er beendet haben will.
Trump kritisierte US-Einsätze seiner Vorgänger und griff selbst in Konflikte ein
Dabei kritisierte Donald Trump noch im Wahlkampf die Einsätze anderer US-Präsidenten. Indem er wieder das Weiße Haus betrat, änderte sich seine Einstellung offenbar schnell. Es gab unter anderem Auslandseinsätze in Somalia, im Irak oder Schläge gegen den Islamischen Staat in Syrien. Zudem wollte er den illegalen Drogenhandel eindämmen und ließ militärische Aktionen in der Karibik starten. Es folgte Anfang Januar 2026 der Angriff auf Venezuela, bei dem der Staatschef Nicolás Maduro verhaftet wurde. Zudem galt Trump alsbald als Russland-Marionette im Ukraine-Krieg, weil er schnell an die Seite von Putin wechselte, aber auch wieder eine Kehrtwende zurück machte. Sein Verhalten im Gaza-Konflikt bleibt unvergessen, genauso wie seine Fixierung auf Grönland. Die Arktisinsel hat er zu seinem neuen Ziel auserkoren. Mit Drohungen und Machtansprüchen hält er an ihr fest.
Experte erklärt: Respekt nur von Diktatoren
Hat sich Trump mit diesen außenpolitischen Einsätzen den Respekt der Welt verdient? Eher nicht. "Trump hat offensichtlich eine ganz andere Vorstellung davon, was es bedeutet, weltweit respektiert zu werden", sagtLarry Jacobs, Direktor des Zentrums für Politik- und Regierungsforschung an der Universität von Minnesota, gegenüber dem "Guardian". Dieses Ansehen wird er aber nur von autokratischen Regierungen erhalten, mutmaßt Kurt Bardella, ein politischer Kommentator und ehemaliger Kongressmitarbeiter: "Was Ehrfurcht und Bewunderung angeht, wird er nur von Diktatoren bewundert werden, die seine Außenpolitik betrachten und sie nachahmen wollen oder glauben, dass sie ihn inspiriert haben."
Präsident zum Fürchten: Trump nicht an Einheit interessiert
Vielmehr lehrt er andere das Fürchten, indem er als Staatschef die internationale Ordnung sprengt. Ein anderer Experte sprach sogar davon, dass er die westliche Hemisphäre verschieben will. Für Jacobs besteht darin einen Gegensatz: "Der größte Widerspruch dabei ist, dass er versprochen hat, Amerika an die erste Stelle zu setzen und das Land aus den endlosen militärischen Interventionen zurückzuziehen. Das Gegenteil ist eingetreten." Trump ist ein Spalter und kein Einiger, betont Kurt Bardella. "Er ist jemand, der stattdessen gerne die Instrumente der Regierung nutzt, um Treue und Gehorsam zu erzwingen. Er ist nicht an Einheit interessiert, sondern an Unterwerfung und Unterordnung."
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bos/loc/news.de
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