Donald Trump: US-Präsident veröffentlicht private SMS von Macron und Nato-Chef
Donald Trump veröffentlicht private SMS von Emmanuel Macron und Nato-Chef Mark Rutte. Die geleakten Nachrichten sorgen kurz vor Davos für diplomatische Verstimmung und werfen Fragen zum Umgang mit Vertraulichkeit auf.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Trump teilt private Nachrichten von Macron und Nato-Generalsekretär Mark Rutte öffentlich
- Élysée-Palast und Nato bestätigen die Echtheit der veröffentlichten SMS
- Kritiker sehen eine gezielte Machtdemonstration und Belastung diplomatischer Beziehungen
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Kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Donald Trump die Gemüter erhitzt, indem er private Textnachrichten internationaler Spitzenpolitiker veröffentlichte. Auf seiner Plattform Truth Social teilte der US-Präsident unter anderem eine SMS von Emmanuel Macron, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. In der Nachricht schlug Macron ein informelles Treffen in Paris vor. Gedacht war ein Dinner im Anschluss an Davos, mit Gästen aus mehreren Ländern. Auch Russland sollte am Rande eingebunden werden. Der Élysée-Palast bestätigte laut "Bild" später die Echtheit der Nachricht, äußerte sich jedoch nicht dazu, warum Trump sie öffentlich machte.
Emmanuel Macron zwischen Charme und Kritik
In dem veröffentlichten Text gab sich Macron demonstrativ freundlich, sprach Trump persönlich an und betonte gemeinsame außenpolitische Interessen, etwa mit Blick auf den Iran. Gleichzeitig äußerte er Unverständnis über Trumps Vorstoß in der Grönland-Frage. Dass Trump die Nachricht publik machte, gilt in diplomatischen Kreisen als Affront. Zumal der US-Präsident Macron nur Stunden zuvor öffentlich scharf attackiert hatte und ihm politische Bedeutungslosigkeit attestierte.
Nato-Chef setzt auf Schmeichelei
Nur kurze Zeit später folgte der nächste SMS-Post. Diesmal traf es Mark Rutte, den Nato-Generalsekretär. Trump veröffentlichte auch dessen Nachricht und versah sie mit einem demonstrativen Dank. Rutte hatte Trump darin überschwänglich für dessen Rolle in mehreren internationalen Konflikten gelobt und angekündigt, diese Leistungen beim Treffen in Davos hervorzuheben. Auch seine Bereitschaft, bei strittigen Themen wie Grönland nach Lösungen zu suchen, kam zur Sprache. Die Nato bestätigte ebenfalls die Echtheit der SMS.
Kalkül statt Zufall
Ruttes demonstrative Nähe zu Trump ist nicht neu. Beobachter sehen darin den Versuch, den US-Präsidenten politisch einzubinden und das Bündnis zusammenzuhalten. Gerade mit Blick auf die Ukraine-Hilfen gilt Trump als schwer kalkulierbarer Faktor, den Verbündete nicht vor den Kopf stoßen wollen.
Donald Trumps Botschaft zwischen den Zeilen
Mit der Veröffentlichung der privaten Nachrichten sendet Trump jedoch ein klares Signal: Vertraulichkeit ist für ihn relativ. Kritiker sprechen von einer bewussten Machtdemonstration, die internationale Partner unter Druck setzt und diplomatische Gepflogenheiten ignoriert. Ob diese Strategie langfristig Wirkung zeigt oder das Vertrauen weiter beschädigt, dürfte sich spätestens beim Treffen in Davos zeigen.
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mlk/gom/news.de
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