Donald Trump plant "Friedenrat": US-Präsident hat große Pläne mit Wladimir Putin - UN alarmiert

Donald Trump will mit seinem neuen Friedensrat die Weltpolitik umkrempeln und schmiedet bereits große Pläne mit Kreml-Chef Wladimir Putin. Kritiker des US-Präsidenten warnen bereits vor einer Konkurrenz zu den Vereinten Nationen.

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Donald Trump hat große Pläne mit Wladimir Putin: Wenn es nach dem US-Präsidenten geht, soll der Kreml-Chef seinem neuem "Friedensrat" beitreten. (Foto) Suche
Donald Trump hat große Pläne mit Wladimir Putin: Wenn es nach dem US-Präsidenten geht, soll der Kreml-Chef seinem neuem "Friedensrat" beitreten. Bild: picture alliance/dpa/The White House/Arte | -
  • Donald Trump plant "Friedensrat" - und lädt Wladimir Putin ein
  • US-Präsident verlangt von Mitgliedern eine Milliarde US-Dollar für Aufnahme
  • Direkte Konkurrenz zu Vereinten Nationen? So reagiert die Bundesregierung auf Trumps Einladung an Friedrich Merz

US-Präsident Donald Trump hat Einladungen an rund 60 Staats- und Regierungschefs verschickt, seinem neu gegründeten "Friedensrat" beizutreten. Unter den Adressaten befinden sich unter anderem auch der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Donald Trump will "Friedensrat" gründen - Einladungen an Wladimir Putin und Friedrich Merz

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat die Einladung bereits angenommen. Sein Sprecher Ruslan Scheldibaj erklärte, das Staatsoberhaupt wolle zu einem stabilen Frieden im Nahen Osten beitragen. Auch Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán sagte zu.

Die Mitgliedschaft hat allerdings ihren Preis: Wer dauerhaft dabei sein will, soll nach Donald Trumps Willen eine Milliarde US-Dollar zahlen, wie die "Bild" schreibt. Die reguläre Mitgliedschaft endet nach drei Jahren. Trump selbst will den Vorsitz des Gremiums führen und allein über die Aufnahme neuer Mitglieder entscheiden, heißt es.

Donald Trump und sein "Friedensrat": Von Gaza-Gremium zum globalen Machtinstrument

Ursprünglich war der Friedensrat ausschließlich für den Gaza-Konflikt konzipiert. Das Gremium sollte als Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan eine Übergangsregierung im zerstörten Küstenstreifen überwachen und die Entwaffnung der Hamas begleiten. Dafür erhielt es ein Mandat des UN-Sicherheitsrates bis 2027.

Doch laut einem Charta-Entwurf, den die "Times of Israel" veröffentlichte, plant Washington eine massive Ausweitung des Aufgabenbereichs. Der Rat soll sich künftig um Krisen und Konflikte weltweit kümmern. Neben Trump als Vorsitzendem gehören dem Gremium bereits prominente Mitglieder an: US-Außenminister Marco Rubio, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der frühere britische Premierminister Tony Blair sowie US-Sondergesandter Steve Witkoff.

So reagiert die Bundesregierung auf Trumps "Friedensrat"-Einladung an Friedrich Merz

Die Bundesregierung zeigt sich gegenüber der Einladung zum Friedensrat reserviert. "Für diese Einladung danken wir. Das Ziel, dem Frieden in der Welt zu dienen, das teilen wir", erklärte Regierungssprecher Steffen Kornelius in Berlin. Deutschland wolle den Gaza-Konflikt dauerhaft beilegen und sei bereit, mit Washington und anderen Partnern über gemeinsame Wege zu beraten. Gleichzeitig machte Kornelius die Prioritäten der Bundesregierung deutlich: Die Vereinten Nationen bleiben für Berlin das entscheidende internationale Forum. "Alle Länder könnten dort unabhängig von ihrer Größe und ihren finanziellen Möglichkeiten am globalen Entscheidungsprozess teilnehmen", betonte der Sprecher. "Deswegen ist das für uns der zentrale multilaterale Rahmen." Ob Deutschland die Einladung letztlich annimmt, ließ die Regierung offen.

Attackiert der US-Präsident mit seinem "Friedensrat" offen die UN?

Der Vorstoß des US-Präsidenten stößt international auf erhebliche Bedenken. Diplomaten warnten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Plan könne die Arbeit der Vereinten Nationen beeinträchtigen und ignoriere grundlegende Prinzipien der UN-Charta. Ein EU-Diplomat verglich das Konzept mit einer Klub-Mitgliedschaft, bei der Trump sich selbst zum Chef auf Lebenszeit ernenne. Annalena Baerbock, ihres Zeichens amtierende Präsidentin der UN-Generalversammlung, äußerte sich deutlich: "Wenn wir das infrage stellen, fallen wir zurück in sehr, sehr dunkle Zeiten."

Selbst in Israel regt sich Widerstand. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kritisierte, die Zusammensetzung eines elfköpfigen Gaza-Exekutivkomitees sei nicht mit Israel abgestimmt worden und widerspreche dessen Politik. Besonders die Beteiligung des türkischen Außenministers Hakan Fidan sorgt für Unmut.

Wladimir Putin von Donald Trump in "Friedensrat" eingeladen - Kreml prüft Beitritt trotz Ukraine-Krieg

Der Kreml bestätigte am 19. Januar den Erhalt einer Einladung an Präsident Wladimir Putin. "Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax. In Moskau wurde die Einladung mit Wohlwollen aufgenommen. Russland betrachtet sich traditionell als bedeutenden Akteur im Nahen Osten und verfolgt dort eigene geopolitische Interessen. Das Land unterhält Beziehungen sowohl zu Israel als auch zur palästinensischen Führung und zur Hamas.

Für Putin hat die Einladung noch eine weitere Dimension: Trotz seines Angriffskriegs gegen die Ukraine sieht sich der Kremlchef damit auf der internationalen Bühne willkommen. Auch der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko erhielt eine Einladung.

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