Donald Trump: Es geht um die Nato-Spaltung - Trump könnte Putins größten Traum erfüllen
Das "Wall Street Journal" warnt Donald Trump vor seinen Grönland-Plänen und wirft dem US-Präsidenten vor, damit einen strategischen Traum von Wladimir Putin zu erfüllen, an dem Moskau seit über 75 Jahren arbeitet.
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster - Uhr
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- Donald Trump lässt Wladimir Putins Traum in Erfüllung gehen
- Skandinavische Nato-Partner vor den Kopf gestoßen
- "Make America Go Away" - Dänische Reaktion auf Trump-Offensive
- Donald Trumps wirtschaftliche Logik "unsinnig"
Das "Wall Street Journal" schlägt Alarm: Donald Trumps Bestrebungen, Grönland zu übernehmen, stellen ein gefährliches Wagnis dar. Die Zeitung warnt, dass dieses Vorgehen ausgerechnet eine zentrale strategische Hoffnung Russlands verwirklichen könnte.
Donald Trump lässt Wladimir Putins Traum in Erfüllung gehen
Seit mehr als 75 Jahren verfolge Moskau den Wunsch, einen Keil zwischen Westeuropa und die Vereinigten Staaten zu treiben, so das Blatt. Trumps Kampagne zur Einverleibung Grönlands bringe diese Spaltung der westlichen Allianz nun in greifbare Nähe. Das Nordatlantikpakt-Bündnis sei durch diese rücksichtslose Politik ernsthaft gefährdet.
Trump gehe mit dem Nato-Bündnis, das amerikanische Interessen in der Arktis schütze, ein unverantwortliches Risiko ein. Dabei ignoriere er sowohl die Haltung der grönländischen Bevölkerung als auch die Position Dänemarks als rechtmäßiger Eigentümer.
Skandinavische Nato-Partner vor den Kopf gestoßen
Das "Wall Street Journal" verweist auf die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Finnland als abschreckendes Beispiel. Die beiden letztgenannten Staaten seien erst kürzlich dem Nordatlantikpakt-Bündnis beigetreten. Diese strategisch bedeutsame Erweiterung werde unter Trumps Präsidentschaft jedoch nicht gewürdigt.
Das Editorial merkt sarkastisch an, dass gute strategische Taten unter Trump unbestraft bleiben würden. Gerade die nordischen Nato-Mitglieder müssten erkennen, dass ihre Bündnistreue keine Anerkennung finde. Stattdessen drohe Trump mit Konsequenzen gegen das Nato-Mitglied Dänemark.
Die Zeitung unterstreicht: Was über Jahrzehnte als ferner russischer Wunschtraum galt, könne durch Trumps aggressives Auftreten zur Wirklichkeit werden.
"Make America Go Away" - Dänische Reaktion auf Trump-Offensive
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verfolgt Trump unerbittlich das Ziel, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Dabei schließt er weder Verhandlungslösungen noch die Anwendung von Zwang aus. Die Entschlossenheit des Präsidenten, die arktische Insel zu erwerben, hat diplomatische Bemühungen ausgelöst.
Jüngst reisten dänische Diplomaten in die Vereinigten Staaten, um mit Trump über die Grönland-Frage zu verhandeln. Diese Gespräche sollten offenbar die Spannungen zwischen Washington und Kopenhagen entschärfen. Doch Trumps kompromisslose Haltung löst in Dänemark zunehmend Unmut aus.
Als direkte Reaktion auf Trumps Bestrebungen entstand in Dänemark die Kampagne "Make America Go Away". Diese Bewegung spiegelt den wachsenden Widerstand der dänischen Bevölkerung gegen die amerikanischen Annexionspläne wider. Die öffentliche Stimmung zeigt deutlich, wie Trumps aggressive Rhetorik das transatlantische Verhältnis belastet.
Donald Trumps wirtschaftliche Logik "unsinnig"
Das "Wall Street Journal" kritisiert auch die ökonomischen Aspekte von Trumps Plan als völlig unvernünftig. Sollte der Präsident Strafzölle gegen Dänemark verhängen, würden diese zwangsläufig die gesamte Europäische Union treffen. Der Grund liegt in der gemeinsamen Handelspolitik der EU-Mitgliedstaaten.
Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs gehören alle von Trump ins Visier genommenen Länder dem 27 Staaten umfassenden EU-Verbund an. Handelsbeschränkungen gegen ein Mitgliedsland müssen daher automatisch auf den kompletten Block ausgeweitet werden. Diese Regelung lässt keinen Spielraum für selektive Maßnahmen.
Das Editorial weist darauf hin, dass Trump damit seine eigenen Handelserfolge zunichtemachen würde. Die mit großem Tamtam verkündeten Handelsabkommen mit der Europäischen Union und Großbritannien aus dem Vorjahr stünden auf dem Spiel. Die wirtschaftlichen Folgen einer solchen Eskalation wären weitreichend.
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rut/news.de
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