Wladimir Putin: Kein Anzeichen von Veränderung - dieser Plan lässt sein "nächstes Ziel" zittern

Während Italien und Frankreich wieder mit Moskau reden wollen, bereitet Litauen bereits die Evakuierung einer halben Million Menschen vor und unterrichtet Schulkinder im Umgang mit Waffen. Das Land könnte "Putins nächstes Ziel" werden. 

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Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. (Foto) Suche
Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • "Nichts hat sich geändert": Litauen will keine Gespräche mit Wladimir Putin
  • Kein Kurswechsel bei Wladimir Putin geplant
  • Litauen-Hauptstadt hat schon Fluchtpläne für Putin-Angriff
  • Litauen könnte "Putins nächstes Ziel" werden
  • Wladimir Putin könnte eskalieren: So soll der Kremlchef gestoppt werden

Eine Kehrtwende mit Wladimir Putin? Der litauische Botschafter Nerijus Aleksiejūnas wies Überlegungen zur Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche zwischen der Europäischen Union und dem Kremlchef entschieden zurück.

"Nichts hat sich geändert": Litauen will keine Gespräche mit Wladimir Putin

Im Gespräch mit dem Radiosender Ziniu Radijas stellte er klar, dass keinerlei Anzeichen für einen Wandel in der russischen Politik erkennbar seien.

  • "Es gibt Bedingungen [...] auf die wir uns geeinigt haben - wann wir Kontakte wiederaufnehmen können. Bisher haben wir keine Beweise gesehen, dass sich auf Russlands Seite irgendetwas geändert hat", erklärte der Diplomat.

Aleksiejūnas' Stellungnahme erfolgte als Reaktion auf Vorstöße der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die sich mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron einig zeigte. Macron hatte im Dezember erklärt, dass ein erneuter Dialog mit dem russischen Präsidenten bezüglich des Ukraine-Konflikts "nützlich" wäre. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisierte unterdessen, dass er direkte Verhandlungen zwischen europäischen Ländern und Moskau nicht ablehne.

Kein Kurswechsel bei Wladimir Putin geplant

Der litauische Diplomat betonte die bestehenden Vereinbarungen innerhalb der EU bezüglich der Kontaktaufnahme mit Moskau. "Das ist eine Verpflichtung, auf die wir uns einstimmig geeinigt haben, also müssen wir einstimmig entscheiden, dass wir etwas an dieser Politik ändern", unterstrich Aleksiejūnas die hohen Hürden für einen Kurswechsel. Solange die festgelegten Voraussetzungen nicht erfüllt seien, bleibe die aktuelle Linie bestehen.

Trotz der diplomatischen Isolation Moskaus sieht der Botschafter weiterhin Spielraum für die EU bei möglichen Friedensverhandlungen zur Ukraine. Die Union werde zwar möglicherweise nicht die zentrale Rolle am Verhandlungstisch einnehmen, bleibe aber eng in den Prozess eingebunden. Brüssel werde fortlaufend über Entwicklungen unterrichtet und behalte so Einfluss auf die Gestaltung einer möglichen Friedenslösung, wie der britische "Express" berichtet.

Litauen-Hauptstadt hat schon Fluchtpläne für Putin-Angriff

Angesichts der wachsenden Bedrohungslage hat Litauens Hauptstadt umfassende Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen. Im April vergangenen Jahres stellte Vilnius ein detailliertes Evakuierungskonzept vor, das für mehr als 500.000 Bewohner ausgelegt ist. Das Sicherheitskonzept umfasst laut "Express.co.uk" 150 verschiedene Fluchtwege, die den Menschen im Krisenfall zur Verfügung stehen würden.

Parallel dazu wurde die Zivilbevölkerung auf mögliche Gefahrenszenarien vorbereitet. An litauischen Schulen stehen mittlerweile praktische Überlebenstechniken auf dem Lehrplan. Die Schüler erlernen medizinische Erstversorgung und werden in den Grundlagen des Umgangs mit Waffen unterrichtet. Diese Maßnahmen verdeutlichen, wie ernst die baltische Republik die Sicherheitslage einschätzt und wie konkret sie sich auf potenzielle militärische Auseinandersetzungen vorbereitet.

Litauen könnte "Putins nächstes Ziel" werden bei Angriff

Die geografische Lage macht Litauen besonders anfällig für militärische Bedrohungen. Ein schmaler Landkorridor von etwa 64 Kilometern zwischen Polen und Litauen, bekannt als Suwałki-Lücke, stellt einen kritischen Schwachpunkt der Nato-Verteidigung dar. Diese strategisch bedeutsame Passage trennt die russische Exklave Kaliningrad vom mit Moskau verbündeten Belarus.

Eine Einnahme dieses Gebiets durch russische Streitkräfte würde die drei baltischen Nato-Mitglieder geografisch vom restlichen Bündnisgebiet in Europa abtrennen. Die Hauptstadt Vilnius befindet sich in einer besonders exponierten Position - lediglich 30 Kilometer trennen die Metropole von belarussischem Territorium. Diese geringe Distanz würde im Konfliktfall kaum Vorwarnzeit lassen und macht die Stadt verwundbar für rasche Bodenoffensiven. Die prekäre geografische Situation erklärt die intensiven Verteidigungsvorbereitungen und die Dringlichkeit der litauischen Sicherheitsmaßnahmen. Bei "Express.co.uk" wird Litauen dramatisch als "Putins nächstes Ziel" bezeichnet.

Wladimir Putin könnte eskalieren: So soll der Kremlchef gestoppt werden

Als Antwort auf die verschärfte Sicherheitslage rüstet Litauen massiv auf. Das Verteidigungsbudget soll bis 2026 auf außergewöhnliche 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen - einer der höchsten Werte innerhalb der Nato. Diese erhebliche Steigerung der Militärausgaben unterstreicht die Entschlossenheit Vilnius', sich gegen potenzielle Aggressionen zu wappnen.

Gemeinsam mit den baltischen Nachbarn Lettland und Estland entsteht zudem ein ambitioniertes Befestigungsprojekt. Die geplante baltische Verteidigungslinie soll 600 Bunkeranlagen umfassen, ergänzt durch Betonsperren und militärische Versorgungsrouten. Diese moderne Festungsanlage entlang der Ostgrenze der drei Staaten soll als physische Barriere gegen mögliche Angriffe dienen. Die koordinierte Verteidigungsstrategie der baltischen Länder zeigt deren gemeinsame Einschätzung der Bedrohungslage und ihren Willen zur regionalen Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich.

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