Wladimir Putin: Russische Luftabwehr versagte - ließ er Venezuela absichtlich im Stich?
Die USA hatten beim Angriff auf Venezuela leichtes Spiel - auch, weil russische Luftabwehrsysteme versagten. US-Beamte wollen nun den Grund dafür wissen. Sie gehen von einer bewussten Entscheidung des Kremls aus.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Laut US-Beamten hat Russland eigene Luftabwehrsysteme in Venezuela womöglich absichtlich nicht instand gehalten
- Dadurch sollte eine heikle Konfrontation mit den USA vermieden werden
- Analysten zufolge will Wladimir Putin keine Nebenkriegsschauplätze, um Ziele in der Ukraine zu erreichen
Beim US-Angriff auf Venezuela haben russische Luftabwehrsysteme vom Typ S-300 und Buk-M2 versagt. Für die amerikanischen Streitkräfte war es wohl auch deshalb ein Leichtes, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festzunehmen und ihn außer Landes zu bringen. Nach dem Militärschlag bleiben einige Fragen offen - zum Beispiel, warum sich Caracas so schlecht verteidigen konnte. Dafür gibt es nun eine brisante Erklärung.
Russische Luftabwehr versagt bei US-Angriff auf Venezuela - aus diesem Grund?
Wie die "New York Times" unter Berufung auf aktuelle und ehemalige US-Regierungsvertreter berichtet, sollen die Luftabwehrsysteme zum Zeitpunkt des amerikanischen Eingreifens nicht einmal mit Radaranlagen verbunden gewesen sein. Zwei ehemalige US-Beamte äußerten gegenüber der Zeitung den Verdacht, Russland könnte die Ausrüstung bewusst verkommen lassen haben. Der Grund: Hätten venezolanische Streitkräfte ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen, wären die diplomatischen Folgen für Moskau gravierend gewesen. Venezuelas Militär fehlte derweil offenbar sowohl die Fähigkeit zur ordnungsgemäßen Bedienung als auch zur Instandhaltung der russischen Waffensysteme.
- "Ich denke, dass Russlands Ansehen aus dieser Krise ziemlich beschädigt hervorgehen wird", sagte Brian Naranjo, von 2014 bis 2018 stellvertretender Missionschef der US-Botschaft in Caracas, der "New York Times".
- Moskau habe sich als "Papiertiger" erwiesen, der seinem Verbündeten nicht zur Seite stand.
Widersprüchliche Aussagen kommen aus Russland. Wladimir Putins Top-PropagandistWladimir Solowjow behauptete am Sonntag, weder russische noch chinesische Experten hätten Zugang zu den Luftabwehrsystemen erhalten, wie die "Kyiv Post" berichtet. Die Venezolaner hätten sämtliche Ausrüstung eigenständig betrieben.
Wollte Wladimir Putin Konfrontation mit Donald Trump vermeiden?
Analysten sehen laut "New York Times" einen weiteren zentralen Grund für Moskaus Zurückhaltung: Der Krieg in der Ukraine bindet sämtliche Kapazitäten. Putin scheint eine Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump in Nebenkriegsschauplätzen bewusst zu meiden, um seine Ziele in der Ukraine nicht zu gefährden. Der Kreml hat sich bislang nicht einmal zum Sturz Maduros geäußert. Dabei galten Russland und Venezuela als enge Partner. Moskau unterstützte das südamerikanische Land mit Waffenlieferungen. Wie "Focus Online" schreibt, soll Caracas in den vergangenen 20 Jahren mindestens 17 große Flugabwehrraketensysteme sowie zahlreiche tragbare Luftverteidigungssysteme aus Russland erhalten haben.
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