Donald Trump: "Typisches narzisstisches Verhalten" - US-Präsident empört mit Rede nach Todesnachricht

Donald Trump hat in einer Rede seinen im Alter von 65 Jahren verstorbenen Parteikollegen Doug LaMalfa gewürdigt. Doch die Wortwahl des US-Präsidenten stieß auf scharfe Kritik, denn Trump bezog sich immer wieder auf sich selbst.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump sorgte mit seiner Würdigung für den verstorbenen Republikaner Doug LaMalfa für Kopfschütteln. (Foto) Suche
Donald Trump sorgte mit seiner Würdigung für den verstorbenen Republikaner Doug LaMalfa für Kopfschütteln. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Donald Trump erinnert an verstorbenen republikanischen Kongressabgeordneten Doug LaMalfa aus Kalifornien
  • Dabei verweist er immer wieder auf sich
  • Auftritt des US-Präsidenten sorgt in den sozialen Medien für Empörung

Die republikanische Partei in den USA wird von einem Trauerfall erschüttert: Doug LaMalfa, Abgeordneter im Repräsentantenhaus aus dem Bundesstaat Kalifornien, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Er war ein verlässlicher Unterstützer des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Dieser hat sich zum Tod seines Parteikollegen zu Wort gemeldet. Dabei wählte er nach Meinung seiner Kritiker erneut völlig unangebrachte Worte.

Donald Trump hält Rede für verstorbenen Parteikollegen Doug LaMalfa

Der Kanal "Republicans against Trump" hat einen Ausschnitt von Trumps Rede vor Journalisten auf X (vormals Twitter) veröffentlicht. Der US-Präsident sagte dabei zunächst, dass er "sehr betrübt" über den Tod von Doug LaMalfa sei. Zunächst habe er überlegt, keine Rede zu Ehren des Verstorbenen zu halten. Schließlich habe er sich jedoch umentschieden, weil LaMalfa "es so gewollt hätte". Trump fuhr fort:

  • "Er hätte gesagt: 'Halt diese Rede! Machst du Witze? Halt diese Rede, mein Großer.' Aber er war ein fantastischer Mensch, Mann, das ging schnell. Ich weiß nicht. Ich weiß noch nicht genau, was passiert ist, aber Mann, das ist hart. Er war gerade noch bei uns. Er war unser Freund, von uns allen, von jedem einzelnen von uns."

Außerdem fügte Trump laut AP News hinzu, dass er Doug LaMalfa im Gegensatz zu anderen Abgeordneten nie in den frühen Morgenstunden von seinen Gesetzesvorhaben bei persönlichen Telefongesprächen habe überzeugen müssen:

  • "Er hat immer mit mir gestimmt", so Trump. "Bei Doug musste ich nie anrufen."

Donald Trump empört mit Aussagen nach Trauerfall bei den Republikanern

Dass sich Trump nicht auf die Würdigung des verstorbenen Republikaners beschränkte, sondern dabei auch immer wieder auf sich und seine Politik bezog, stieß bei vielen anderen X-Nutzern auf großes Unverständnis. Unter dem Post von "Republicans against Trump" finden sich Kommentare wie:

  • "Es muss immer irgendwie um ihn gehen. Es ist eigentlich auf eine schreckliche und erbärmliche Weise beeindruckend, dass er es schafft, sich irgendwie in jeden einzelnen Satz, den er sagt, einzubringen. Jemand ist wegen mir großartig oder wegen mir schrecklich... ICH! An erster Stelle, an letzter Stelle, immer."
  • "LOL! Das Wichtigste für Donald Trump ist, ob man für ihn gestimmt hat oder nicht. Wenn ja, ist man großartig. Wenn nicht, hat man sich kindische Beschimpfungen und Herabwürdigungen verdient. Sehr präsidentenhaft."
  • "Typisches narzisstisches Verhalten. Die Tragödie eines anderen auf sich selbst beziehen."
  • "Doug LaMalfa ist gerade verstorben, aber es geht nur um SIE. Stimmt's, @POTUS? Sie sind verabscheuungswürdig."

Der Tod von Doug LaMalfa zieht auch politische Konsequenzen nach sich. Durch sein Fehlen im Repräsentantenhaus schrumpft die Mehrheit der Republikaner in dieser Kongresskammer auf 218 Sitze. Die Demokraten verfügen demgegenüber über 213 Sitze. Laut AP News muss der demokratische kalifornische Gouverneur und Trump-Gegner Gavin Newsom nun eine Nachwahl ansetzen, die jedoch frühestens im Juni 2026 durchgeführt werden könnte.

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