Donald Trump: Interview-Aussage macht sprachlos - Trump beansprucht die Führung in Venezuela

Wer hat nach dem US-Angriff auf Venezuela wirklich die Kontrolle über das südamerikanische Land? Donald Trump fand dazu in einem Interview nun eine klare Antwort.

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Donald Trump behauptete in einem Interview, dass er nun das Sagen in Venezuela habe. (Foto) Suche
Donald Trump behauptete in einem Interview, dass er nun das Sagen in Venezuela habe. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump betont in einem Interview, er selbst habe nun die oberste Führung über Venezuela inne
  • Dabei werde er unter anderem von Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident J.D. Vance unterstützt
  • US-Präsident will nach Angriff keine Neuwahlen in den nächsten Tagen
  • Trump plant Investitionen von US-Ölfirmen in Venezuela

Den US-Militäreinsatz in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, sehen viele Experten als klaren Verstoß gegen das Völkerrecht. Donald Trump werden imperialisitische Ambitionen vorgeworfen. Er soll es laut Kritikern vor allem auf das Ölvorkommen des südamerikanischen Landes abgesehen haben. Der 79-jährige Republikaner begründete den Einsatz hingegen unter anderem mit dem Kampf gegen Drogenterrorismus. Die Amtsgeschäfte in Caracas wurden zunächst von der bisherigen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernommen. Doch Trump ließ in einem bemerkenswerten Interview keine Zweifel daran, wer dort nach dem Angriff nun wirklich das Sagen hat.

Donald Trump übernimmt Kontrolle über Venezuela laut Interview-Aussagen

Bei NBC Newswurde der US-Präsident gefragt,wer nach der Festnahme Maduros das Sagen in Venezuela habe und dabei die oberste Führung übernehme. Die Antwort dürfte viele seiner Kritiker erneut sprachlos machen. Denn er sagte dazu: "Ich". Trump erklärte, dass neben Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth auch Vizepräsident J.D. Vance in die Angelegenheit eingebunden sei. "Es ist eine Gruppe von allen. Sie verfügen alle über Fachwissen, unterschiedliches Fachwissen." Die am Montag vereidigte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez arbeite mit den US-Behörden zusammen. "Sie brauchen Hilfe. Und ich habe das Gefühl, dass sie ihr Land liebt und möchte, dass es überlebt", so Trump weiter.

US-Präsident sieht keine Chance auf schnelle Neuwahlen in Venezuela

Demokratische Abstimmungen sind in Venezuela vorerst nicht geplant. Trump betonte gegenüber NBC News, dass zunächst die Infrastruktur des Landes wiederhergestellt werden müsse. "Man kann keine Wahl abhalten, wenn die Menschen nicht einmal wählen können", erklärte er. Neuwahlen innerhalb der nächsten 30 Tage schloss er deshalb aus. 

Donald Trump will US-Ölfirmen nach Venezuela bringen

Der US-Präsident skizzierte folgenden Plan: Amerikanische Ölkonzerne sollen massiv in den Energiesektor investieren und anschließend durch Einnahmen entschädigt werden. "Das Land muss wieder gesund gepflegt werden", so Trump, der den Prozess auf weniger als 18 Monate veranschlagte. Eine funktionierende venezolanische Ölproduktion liege auch im amerikanischen Interesse, da sie die globalen Ölpreise niedrig halte.

Schüsse und Drohnen über Präsidentenpalast Miraflores in Caracas

Die Sicherheitslage in der venezolanischen Hauptstadt bleibt derweil angespannt. In der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores fielen Schüsse, zudem wurden Drohnen gesichtet, was einen Einsatz der Sicherheitskräfte auslöste. Trump schloss eine zweite Militäroperation nicht aus, sollte die Kooperation mit Venezuela scheitern – rechnet jedoch nicht damit. Der US-Präsident wies außerdem Behauptungen zurück, die USA befänden sich im Krieg mit Venezuela. "Wir führen Krieg gegen Menschen, die Drogen verkaufen. Wir befinden uns im Krieg mit Menschen, die ihre Gefängnisse in unser Land entleeren und ihre Drogenabhängigen und ihre psychiatrischen Anstalten in unser Land entleeren.", so Trump gegenüber NBC News.

Nicolás Maduro plädierte vor Gericht auf "nicht schuldig"

Maduro wurde am Montag in New York einem US-Richter vorgeführt. Dabei plädierte er auf "nicht schuldig". Ihm wird unter anderem Verschwörung zum Drogenterrorismus sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Eine weitere Anhörung soll am 17. März folgen.

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/sfx/news.de/dpa/stg

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