Donald Trump: Historiker analysiert - schwacher US-Präsident "kann gestoppt werden"
Laut dem Historiker Timothy Snyder verfolgt Donald Trump mit dem US-Einsatz in Venezuela innenpolitische Gründe. Genau im Inneren schwächelt der US-Präsident. Das könnte ihn aufhalten.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Hinter Donald Trumps US-Einsatz in Venezuela könnten innenpolitische Gründe stecken.
- Yale-Historiker sieht in dem Vorhaben einen abgekürzten Weg zum Faschismus. Dabei dienen die Drogenvorwürfe politischen Zwecken.
- Experte sieht Trump innenpolitisch betrachtet als geschwächt. So kann er gestoppt werden.
Es bleibt unklar, was wirklich hinter dem US-Einsatz in Venezuela steckt, bei dem der Machthaber Nicolás Maduro durch US-Einheiten festgenommen wurde.Die Venezuela-Politik von Donald Trump ist in Wahrheit eine Abkürzung zum Faschismus, analysiert der renommierte Historiker an der Universität Yale die jüngsten Ereignisse in einem Blog-Beitrag auf Substack.
Yale-Professor zum Venezuela-Einsatz: Trump erwartet Gewinne ohne Krieg
Der Historiker sieht in Trumps Vorgehen ein gefährliches Muster. "Trump und seine Berater scheinen die politischen Gewinne eines Krieges zu wollen, ohne tatsächlich einen führen zu müssen", analysiert Snyder. Sie strebten nach sofortigen Siegesmeldungen und gleichzeitigen Attacken gegen innenpolitische Feinde." Aber Faschismus erfordert keine schnellen Operationen, sondern echte Kämpfe, die Zivilisten gefährden und somit in Mitleidenschaft ziehen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Trumps Anhänger und die Amerikaner im Allgemeinen diese Aktion in Venezuela unterstützen, was zweifelhaft ist, wird sie innerhalb weniger Tage in Vergessenheit geraten – es sei denn, sie eskaliert."
Für seine Analyse zieht Snyder vier historische Parallelen heran: die amerikanischen Interventionen in Lateinamerika, den zweiten Irakkrieg, Russlands Einmarsch in die Ukraine sowie die faschistischen Kriege, die 1945 mit der Niederlage der faschistischen Regime endeten.
Drogenkrieg als Trumps politische Waffe
Snyder weist darauf hin, dass die gegen den venezolanischen Präsidenten Maduro erhobenen Anklagen sich auf Drogenhandel konzentrieren – nicht auf die weitaus schwerwiegenderen und leichter nachweisbaren Vorwürfe außergerichtlicher Tötungen und Folter durch sein Regime. "Niemand kann sicher sein, was Trump denkt, aber es ist eine vernünftige Annahme, dass seine Absichten bei der Entfernung Maduros aus Venezuela innenpolitischer Natur waren", schreibt der Historiker.
Die Fokussierung auf Drogenvorwürfe verfolgt laut Snyder ein klares politisches Kalkül. "Der Drogenwinkel dient dem politischen Zweck, den äußeren und den inneren Feind zu vereinen", erklärt der Historiker. Da der Drogenhandel sowohl ausländische als auch inländische Akteure einbeziehe, könnten Trumps Leute behaupten, ihre politischen Gegner stünden im Dienst einer internationalen Verschwörung.
Snyder zieht dabei einen beunruhigenden Vergleich: Ähnlich wie beim Thema Migration könnte ein "Trumpscher Drogenkrieg" dazu genutzt werden, paramilitärische Strukturen nach dem Vorbild der Einwanderungsbehörde ICE auszubauen. Die Strategie ermögliche es, innenpolitische Opposition mit kriminellen Netzwerken in Verbindung zu bringen.
Historiker sicher: Trump kann aufgehalten werden
Trotz seiner aggressiven Rhetorik sei Trump innenpolitisch verwundbar, betont Snyder. "Trump ist schwach im Inland, und er kann gestoppt werden – solange die innenpolitische Logik der Auslandsintervention erkannt und gegen ihn gewendet wird", schreibt der Yale-Historiker.
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bos/mlk/news.de/stg
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