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Rente in Deutschland: Rentenniveau runter, Abschlagsfreiheit weg! Experte macht drastische Vorschläge

Der sogenannte "Renten-Papst" Bernd Raffelhüschen hat erneut eine Umgestaltung des deutschen Rentensystems gefordert. Für die Bürger hätten seine Vorschläge drastische Folgen. Die Kritik lässt deshalb nicht lang auf sich warten.

Viele Menschen in Deutschland müssen in Zukunft wohl mit einer kleinen Rente auskommen. (Symbolfoto) (Foto) Suche
Viele Menschen in Deutschland müssen in Zukunft wohl mit einer kleinen Rente auskommen. (Symbolfoto) Bild: Adobe Stock/ bilderstoeckchen

Die Debatte um die Rente in Deutschland nimmt kein Ende. Erst vor wenigen Wochen schockte Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg mit einer Knallhart-Forderung. Dem deutschen "Renten-Papst" zufolge sollten vor allem ärmere Leute in Zukunft länger arbeiten, um im Alter genug Geld zum Leben zu haben. Jetzt hat der Experte für Generationenverträge noch einmal nachgelegt. Im "Focus"-Interview sagte er, dass das eigentliche Problem nicht beim Rentenzugangsalter liege.

"Renten-Papst" Bernd Raffelhüschen plädiert für niedrigeres Rentenniveau

"Selbst ein Anbindung an die Lebenserwartung würde nicht mal eine Rente mit 70 machen, nicht mal eine Rente mit 69", so Bernd Raffelhüschen. "Da wo viel zu holen ist, ist das, was Hubertus Heil abgeschafft hat, nämlich den Nachhaltigkeitsfaktor aus der Agenda 2010", sagt der Experte. "Hubertus Heil ist völlig fokussiert darauf, dass Rentenniveau zu halten. Die 48 Prozent sind für ihn sakrosankt. Da geht nichts drunter. Wir haben damals als Rürup-Kommission den Nachhaltigkeitsfaktor einzuführen und das war nichts anderes als zu sagen: Nicht das Rentenniveau bleibt konstant, sondern die Beiträge bleiben konstant." Kinder der sogenannten Baby-Boomer könnten nichts dafür, dass sie so wenige sind. Deshalb sollten die Baby-Boomer, die das Problem (zu wenig Beitragszahler für zu viele Rentner) verursacht haben, es selbst "auslöffeln".

Renten-Experte will Abschlagsfreiheit abschaffen, Menschen länger in Arbeit halten

Außerdem sprach sich Bernd Raffelhüschen für die Abschaffung der "unheilvollen Abschlagsfreiheit" -auch bei der Rente mit 67 - aus. "Was Frau Nahles (ehemalige SPD-Arbeitsministerin, Anm. d. Red.) damals angezettelt hat war versicherungsmathematischer Blödsinn." Weiterhin sollten Menschen dann dazu gebracht werden, im Alter zum Beispiel einen neuen Job als Coach für junge, qualifizierte Kräfte oder Menschen mit Migrationshintergrund aufzunehmen und in den Betrieben weiterzuarbeiten.

"Wir brauchen neue Ideen!" Bernd Raffelhüschen für Vorschläge kritisiert

Bernd Raffelhüschens Vorschläge stoßen erneut auf Kritik. Ein Twitter-Nutzer wütet: "Anreize für längeres Arbeiten???? Klar, ich sag meinem Körper: hör mal, gibt mehr Geld, ich muss dich noch mehr kaputt machen??? Der hat sie ja wohl nicht mehr alle. Der soll mal ne Woche im Handwerk arbeiten, der heult doch schon nach 2 Tagen rum - und vergisst dann wieder alles". "'Experte für Generationenverträge' also, aha. Außer Leidtungskürzung fällt ihm leider nichts ein. Übrigens haben Individuen eine unterschiedliche Lebenserwartung. Wenn dieser Herr Lebenserwartung einzelner prognostizieren kann, bittesehr", so ein weiterer User.

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/bua/news.de

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