23.04.2021, 09.35 Uhr

Friedrich Merz: "Erhebliche Zweifel!" CDU-Politiker teilt gegen Annalena Baerbock aus

Friedrich Merz lässt nicht locker und eckt mit seiner Meinung an. Dieses mal kritisiert er die gendergerechte Sprache und fordert sogar ein Verbot. Dabei bleibt es aber nicht. In einem Podcast griff er auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock an.

Friedrich Merz schockiert mit Aussagen zur gendergerechten Sprache und Annalena Baerbock. Bild: picture alliance/Jonas Güttler/dpa

Friedrich Merz will wieder in den Bundestag einziehen. Deshalb kommt er jetzt mit einer neuen Idee um die Ecke, die fassungslos macht. Dabei bleibt es nicht. Er kritisiert auch die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock.

Friedrich Merz fordert ein Verbot der gendergerechten Sprache

Wir erinnern uns an das letzte Wochenende, als Friedrich Merz mit seinem Tweet zur gendergerechten Sprache den sprichwörtlichen Vogel abschoss und das Netz entsetzte. Es hagelte einen Shitstorm, der zeigte, wie unfassbar die Nutzer:innen seinen Tweet fanden. Wer jetzt dachte, er hätte sich beruhigt, wird eines besseren belehrt. Der CDU-Politiker will ein Verbot von gendergerechter Sprache erteilen. Den wachsenden Zwang zum Gebrauch von Gendersprache halte er für "rechtlich angreifbar", sagte Merz dem "Spiegel". "Es gibt nach meiner Wahrnehmung einen kulturellen Konsens in der Republik – die überwiegende Mehrheit der Menschen lehnt die Gendersprache ab."

Friedrich Merz kritisiert Moderator:innen wegen gendergerechter Sprache

Im weiteren Gespräch kritisierte er Universitäten und Moderator:innen für ihren Gebrauch von geschlechtergerechter Sprache. "Wer gibt zum Beispiel Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern das Recht, Prüfungsarbeiten auch danach zu bewerten, ob die Gender-Sternchen verwendet werden oder nicht?", fragte der CDU-Politiker. "Wer gibt Nachrichtenmoderatorinnen und -moderatoren das Recht, in ihren Sendungen einfach mal so eben die Regeln zur Verwendung unserer Sprache zu verändern?" Er verwies auf Frankreich, wo es staatlichen Institutionen verboten ist gendergerechte Formulierungen anzuwenden."Die Franzosen haben offenbar ein besseres Feingefühl für den kulturellen Wert ihrer sehr schönen Sprache", sagte Merz dem "Spiegel".

Friedrich Merz wütet weiter: CDU-Politiker schreibt Annalena Baerbock Kanzlerfähigkeit ab

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat die Kanzlerfähigkeit der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock in Frage gestellt. "Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass Baerbock Kanzlerin kann", sagte Merz im Podcast "Die Wochentester" des "Kölner Stadt-Anzeigers" und des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Die Grünen seien "ganz überwiegend eine Ein-Themen-Partei". Auch fehle Baerbock bis auf die Tatsache, dass sie Völkerrecht studiert habe, jede internationale Erfahrung. "Dass dies dem Zeitgeist entspricht, mag sein. Ich möchte dem Zeitgeist nicht folgen, ich möchte den Zeitgeist mitbestimmen", fügte Merz hinzu. Der Bundesvorstand der Grünen hatte Baerbock am Montag als Kanzlerkandidatin nominiert. Sie muss noch auf einem Parteitag bestätigt werden. Die Grünen hatten sich angesichts der hohen Umfragewerte von mehr als 20 Prozent erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden.

Im "Spiegel" äußerte sich Merz auch über Baerbock. Er sagte, dass die Nominierung Baerbocks habe ihn nicht überrascht. Ihr Ko-Parteichef Robert Habeck wäre aus seiner Sicht zu riskant gewesen. "Der Mann hat einfach zu viele Wissenslücken." Baerbock sei eine "sehr ernsthafte Gegnerin", räumte Merz ein. Er betonte aber auch: "Die mangelnde Berufs- und Regierungserfahrung spricht einfach gegen sie. Außerdem sind die Grünen immer noch zu sehr auf das Thema Ökologie verengt und zu wenig trittfest in anderen Themen." Damit greift er genau die Kritik einiger Menschen auf, die sich am Anfang der Woche ebenfalls fragten: Ist Annalena Baerbock eigentlich geeignet als Kanzlerin?

Friedrich Merz warnt vor populistischen Bewegungen in der Politik

Merz, der in der Kanzlerkandidatenfrage der Union CDU-Chef Armin Laschet unterstützt hatte, warnte CDU/CSU davor, von einer populistischen Bewegung zu träumen. "Es ist ein Wert an sich, dass CDU und CSU zwei selbstständige Parteien in einer Union sind und keine diffuse Bewegung, die auf einen Anführer setzt, dem alle hinterherlaufen", sagt Merz dem "Spiegel". Man sehe in einigen Nachbarländern, wie riskant es sei, wenn aus Parteien Bewegungen würden. "Schauen Sie nach Österreich oder Frankreich. Das mag für eine gewisse Zeit funktionieren. Aber wenn es schiefgeht, wenn der Anführer scheitert oder abtritt und ein breiteres Angebot in der politischen Mitte plötzlich fehlt, dann wird es für das ganze Land brandgefährlich", mahnte Merz.

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bos/sig/news.de/dpa

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