26.01.2021, 08.50 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Geheime Videoschalte! Merkel spricht über Reise-Verbot

Zwar sinken die Infektionszahlen, doch für Lockerungen sei es noch zu früh. In einer internen Videoschalte mit den CDU-Fraktionschefs der Länder sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel Klartext und warnte eindringlich.

Merkel sprach in einer Videoschalte mit CDU-Fraktionschefs Klartext. Bild: dpa

Seit Mitte November 2020 herrscht in Deutschland Lockdown. Nachdem die Corona-Maßnahmen zwischenzeitlich mehrfach verschärft wurden, gehen auch die Infektionszahlen allmählich zurück. Lockerungen sind derzeit aber nicht in Sicht. Während auf der einen Seite viele Menschen in finanzieller Not ein Ende des Lockdowns herbeisehnen, herrscht auf der anderen Seite die Angst vor der Ausbreitung besonders ansteckender Corona-Varianten in Deutschland.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel warb trotz der sinkenden Corona-Zahlen eindringlich für den längeren Lockdown, der bisher bis Mitte Februar befristet ist. Man dürfe nicht warten, bis sich neue, besonders ansteckende Varianten des Coronavirus ausbreiteten. "Dann wäre es zu spät, um eine dritte Welle der Pandemie und gegebenenfalls eine noch heftigere als jemals zuvor zu verhindern", warnte sie. Doch wie soll es weitergehen?

Coronavirus-News für Deutschland aktuell: Kontroll-Verlust, Behördenversagen und Öffnungsplänen! Merkel redet Klartext

Wie die "Bild" schreibt, offenbarte Merkel am Sonntagabend in einerinternen Videoschalte der Unions-Fraktionschefs von Bund und Ländern ihre Strategie zur Eindämmung der Pandemie. Die Kanzlerin sprach von Kontroll-Verlust, Behördenversagen und ihren Öffnungsplänen.

"Uns ist das Ding entglitten", soll Merkel laut "Bild" gesagt haben. Das sei alles furchtbar. Man nenne es Naturkatastrophe. Am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 107,6. Der bisheriger Höchststand war am 22. Dezember 2020 mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. "Wir müssen auf eine Inzidenz unter 50 kommen, aber jetzt freuen sich alle, wenn wir unter 200 sind", sagte die Kanzlerin weiter. "Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren." 

Angela Merkel warnt: "Wir leben durch die Mutationen auf einem Pulverfass" 

Durch die Corona-Mutationen lebe Deutschland auf einem Pulverfass, warnte Merkel. "Der Weg von 10 auf 180 war dramatisch. Sie erinnern sich an meine Prophezeiung im Herbst. Alles ist so eingetroffen", zitiert die "Bild" weiter. Merkels Hoffnungen liegen auf den Impfungen. "Die Geschichte der Menschheit ist voller Pandemien. Bei der Spanischen Grippe gab es keinen Impfstoff. Jetzt haben wir Aussicht auf ein Ende. Daran müssen wir arbeiten und die Zahl der Fälle klein halten. Dann gibt es auch keine Mutationen", soll die Kanzlerin laut "Bild"-Zeitung gesagt haben.

Die Behörden haben versagt. "Die Gesundheitsämter haben keine Fähigkeit mehr zur Kontaktnachverfolgung", sagte Merkel. "Die Ämter wurden im November verpflichtet zur Einführung einer einheitlichen Software. Aber nur ein Drittel sind bisher an das System angebunden. Es gibt viele Ausreden."

Ende des Corona-Lockdowns in Sicht? Wann gibt es Lockerungen?

Laut Merkel sei es für Lockerungen aktuell noch zu früh. "Wir können jetzt nicht über Öffnungen sprechen", heißt es im Protokoll der "Bild". "Die Öffnungen Mitte Februar sind nicht gesichert." Die Priorität liegt auf Kitas und Schulen. Erst danach können Geschäfte und Restaurants öffnen. "Als erstes bei der Schule Leine lassen. Das ist nicht wie beim Geschäft, wo alle hin strömen", zitiert die "Bild" die Kanzlerin.

Reise-Verbot? So will Merkel mit Urlaubern umgehen

Doch bevor es zu Lockerungen kommt, könnte Merkel noch einmal die Zügel anziehen. Bislang ist das Reisen erlaubt. "Warum können wir die Reisen nicht verbieten?", soll die Bundeskanzlerin in der Videoschalte gefragt haben. "Dann bekomme ich immer die auf ehemalige DDR-Bürger gemünzte Antwort, dass wir ein freies Land sind. Man kann zwar 15 Kilometer Sperrzone einführen, aber es ist schwer, Reisen in die Welt zu verbieten." Doch wie könnte das Reisen erschwert werden? An Weihnachten sollen laut Merkel täglich 50.000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen sein. "Man kann nur Reisen unattraktiv unangenehm machen, etwa durch Quarantäne", so die Kanzlerin. "Wir müssen den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt. Das habe ich auch Horst Seehofer versucht zu erklären, dass er das prüft."

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bua/loc/news.de/dpa

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