12.12.2020, 16.38 Uhr

Coronavirus News aktuell: Experte erklärt: Warum die Infektionszahlen nicht fallen können

Seit Wochen befindet sich Deutschland im "Lockdown light". Warum die Coronazahlen dennoch nicht fallen und im Gegensatz immer neue Rekorde bei den Neuansteckungen verzeichnet werden, lässt die Frage nach den Gründen aufkommen. Ein Virologe hat mehrere Ansätze.

Warum sinken die Coronazahlen nicht? Bild: dpa

Vor den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Merkel am Sonntag meldet das Robert Koch-Institut 28.438 Neuinfektionen - ein Anstieg gegenüber der Vorwoche. Aber warum?

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Virologe klärt auf: Warum die Corona-Neuinfektionen immer weiter steigen

Seit Anfang November quält sich das Land durch einen "Lockdown light", der offensichtlich nicht ausreicht, um die Zahl an Neuinfektionen zu stoppen oder zu senken. Doch aus welchem Grund fallen die Infektionszahlen nicht mehr? Die "Bild"-Zeitung hat dazu Virologe Dr. Martin Stürmer befragt, der gleich mehrere Annahmen gegenüber dem Blatt äußert.

Steigende Coronazahlen durch Ansteckung in Bus, Bahn und Zug möglich

Der Wissenschaftler geht zunächst davon aus, dass offenbar Infektionsquellen geben muss, die den Verantwortlichen in dem Maße noch nicht bekannt seien. Konkret nennt der Experte gegenüber "Bild" auch den "öffentlichen Personennahverkehr". Wen wundert es, wenn Menschen im Vorweihnachtstrubel eng an eng in Zug, Bussen oder Trams sitzen? Eine Maske würde da unter Umständen nicht mehr ausreichen, um vor dem Virus geschützt zu sein, erklärt der Experte.

Corona-Ansteckung im Supermarkt möglich: Kein ausreichender Schutz durch Plexiglasscheibe

Eine weitere Möglichkeit, die nicht ungefährlich sein kann, sieht Dr. Stürmer im Supermarkt an der Kasse. Wie er gegenüber der "Bild" erklärt, sei es nicht ungefährlich, wenn "ein Kassierer im Supermarkt ohne Maske hinter einer Plexiglasscheibe sitzt". "Die Aerosole können sich so verteilen und ansammeln, zumal wenn die Person länger dort sitzt.", schildert der Virologe seine Annahme genauer.

Steigende Coronazahlen laut Virologe durch unachtsame Menschen und zu viele Kontakte

Und dann ist da immer noch ein Teil der Bevölkerung, der im besten Falle zögerlich auf immer neue Forderungen und Anweisungen reagiert. Ganz diplomatisch beschreibt Stürmer dieses Verhalten dann so: "Viele sind müde von den vielen Einschränkungen, werden inkonsequent und unvorsichtig". Zudem würde es ganz pragmatisch immer noch zu viele Kontakte geben. Kurzum: Die vorgeschriebenen Beschränkungen reichen also nicht aus. "Wer sich heute mit einem Freund trifft, morgen mit einem anderen und übermorgen mit einem weiteren, hat im Zweifel immer noch zu viele Kontakte, auch wenn sie nicht alle gleichzeitig stattfinden.", resümiert der Virologe in der "Bild".

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rut/news.de/dpa

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