22.11.2020, 07.13 Uhr

Querdenker-Demo in Leipzig am 21.11.2020: 18 Straftaten und zwei Festnahmen bei Corona-Protest

Die Diskussionen um die chaotische "Querdenken"-Demo in Leipzig sind noch nicht zu Ende geführt, da sieht die Stadt erneut einem turbulenten Tag mit gleich mehreren Kundgebungen entgegen. Verfolgen Sie das Geschehen hier im News-Ticker.

In Leipzig geht eine weitere "Querdenker"-Demo über die Bühne. Bild: dpa

Zwei Wochen nach der teilweise chaotischen "Querdenken"-Demo standen Leipzig am Samstag wieder zahlreiche Kundgebungen bevor. Gegner der Corona-Politik hatten laut Stadt eine Versammlung mit 250 Teilnehmern angemeldet. Dagegen regt sich lauter Protest. Allein das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" rief zu drei Kundgebungen auf zentralen Plätzen der Stadt auf. Jegliche Verstöße gegen die Corona-Regeln sollten dieses Mal aber konsequent geahndet werden.

Vor zwei Wochen hatte die "Querdenken»-Bewegung eine große Demonstration in Leipzig veranstaltet. Laut Polizei kamen mindestens 20 000 Menschen, die Initiative "Durchgezählt" ging sogar von 45 000 Teilnehmern aus. Kaum jemand hielt sich an die Maskenpflicht. Die Stadt löste die Versammlung schließlich auf.

Als die Menge danach einen Marsch um den Leipziger Ring erzwingen wollte, kam es zu Rangeleien und es flog Pyrotechnik. Am Ende ließ die Polizei die Menschenmassen ziehen, obwohl Aufzüge derzeit gar nicht erlaubt sind. Das Geschehen löste heftigen Zwist in der schwarz-grün-roten Koalition in Sachsen aus.

Alle aktuelle Entwicklungen verfolgen Sie hier in unserem News-Ticker zum Demo-Tag in Leipzig.

+++ 18 Straftaten und zwei Festnahmen bei Querdenken-Demo in Leipzig +++

Im Umfeld der Demonstrationen in Leipzig sind nach vorläufigen Polizeiangaben von Samstagabend zwei Menschen festgenommen worden. Im Stadtgebiet seien bei dem Einsatz zudem 18 Straftaten festgestellt worden, hieß es von der Polizeidirektion Leipzig. Dabei gehe es um Körperverletzungen und Landfriedensbrüche. Neun Tatverdächtige seien ermittelt worden. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

44 Platzverweise seien erteilt worden und 113 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung gefertigt worden. Nach einem Angriff auf einen Journalisten erfolgte laut Polizei von Amts wegen eine Anzeige gegen Unbekannt. Eine Beamtin sei bei dem Einsatz leicht verletzt worden.

+++Polizei lässt Demonstranten in Leipzig abziehen +++

Die Polizei hat in Leipzig eingekesselte Teilnehmer einer Spontanversammlung von Gegnern der Corona-Politik abziehen lassen. Nach Angaben einer dpa-Reporterin vor Ort zogen schließlich am Samstagabend mehrere Hundert Menschen in kleinen Gruppen von der Fleischergasse Richtung Markt. Masken wurden von den Menschen in den Gruppen nur sporadisch getragen. Bereits zuvor hatte die Polizei die Demonstranten mehrfach aufgefordert, in kleinen Gruppen den Platz zu verlassen.

Da es jedoch in den angrenzenden Straßen Ansammlungen von Gegenprotestlern gegeben habe, habe die Polizei schließlich einen Weg bereitet, sagte ein Polizeisprecher. In kleinen Gruppen hätten die Menschen dann über den Markt zum Bahnhof abziehen können. Linke-Abgeordnete kritisierten bei Twitter, dass dabei nicht deren Identität festgestellt worden sei. Der Polizeisprecher sagte, es habe Identitätsfeststellungen gegeben.

Zuvor war es nach Angaben von dpa-Reportern zu einer angespannten Situation mit Rangeleien gekommen - die Polizei setzte Pfefferspray ein. Angaben dazu konnte der Polizeisprecher nicht machen.

+++ Nicht genehmigte Spontanversammlungen nach Absage von Corona-Demo +++

Nach der Absage einer Kundgebung von Kritikern der Corona-Maßnahmen ist es zu nicht genehmigten Spontanversammlungen in Leipzig gekommen. Im Bereich des Marktes und der Großen Fleischergasse sowie der Windmühlenstraße wollten sich laut Polizei jeweils Menschen im dreistelligen Bereich beteiligen. Demnach war zunächst unklar, ob es sich dabei um Gegner der Corona-Politik oder Gegendemonstranten handelte. Nach Angaben von dpa-Reportern standen sich Teilnehmer beider Lager - getrennt durch die Polizei - gegenüber. Teilnehmer aus dem Lager der Corona-Maßnahmen-Gegner versuchten, in Richtung Thomaskirche zu drängen, hieß es im Liveticker der "Leipziger Volkszeitung".

Eine angemeldete Kundgebung von Kritikern der Corona-Politik war am Samstag überraschend abgesagt worden, obwohl schon Hunderte Menschen vor Ort waren. Parallel beteiligten sich zahlreiche Menschen in der Innenstadt an mehreren Gegenprotesten gegen die ursprünglich geplante Kundgebung. Nach der Absage verteilten sich verschiedene Gruppen in der Stadt. Die Polizei sprach von einer sehr dynamischen Lage. Nach Beobachtung einer dpa-Reporterin vor Ort zog am Nachmittag auch eine spontane Antifa-Demonstration mit etwa 200 Teilnehmern durch die Innenstadt.

+++ Unübersichtliche Lage nach Demo-Absage in Leipzig +++

Nach der Absage einer Kundgebung von Kritikern der Corona-Maßnahmen hat sich die Lage in Leipzig am Samstag unübersichtlich dargestellt. In der Innenstadt kam es immer wieder zum Aufeinandertreffen gegensätzlicher Lager, wie die Polizei am Nachmittag auf Twitter mitteilte. "Unsere Einsatzkräfte trennen die Personengruppen", hieß es. Den Angaben zufolge gab es auch Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei.

Eine angemeldete Kundgebung von Kritikern der Corona-Politik wurde am Samstag überraschend abgesagt, obwohl schon Hunderte Menschen vor Ort waren. Parallel beteiligten sich zahlreiche Menschen in der Innenstadt an Gegenprotesten gegen die ursprünglich geplante Kundgebung.

+++ Keine "Querdenken"-Demo in München - 1.200 Demonstranten in Kempten +++

Die von der "Querdenken"-Bewegung gegen die Corona-Politik angekündigte Demonstration auf der Theresienwiese in München hat am Samstag nicht stattgefunden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, gab es "vereinzelt Zulauf", den Menschen sei jedoch ein Platzverweis erteilt worden. Die Veranstalter hatten für Samstag eine Kundgebung mit bis zu 30.000 Teilnehmern auf der Theresienwiese angemeldet. Die Stadt München untersagte das und wurde am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt.

Dagegen fand in Kempten am Samstag eine genehmigte "Querdenken"-Demonstration im Illerstadion statt. Rund 1.200 Menschen kamen laut Polizeiangaben zu der Kundgebung. Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. An einer Gegendemonstration beteiligten sich etwa 200 Menschen, wie ein Sprecher sagte.

+++ Angemeldete Kundgebung der Querdenker überraschend abgesagt +++

Eine angemeldete Kundgebung von Kritikern der Corona-Politik wurde am Samstag jedoch überraschend abgesagt, obwohl schon Hunderte Menschen vor Ort waren. Der Versammlungsleiter habe die Anmeldung zurückgezogen, teilte die Polizei mit. Hintergrund sei "das unvollständige Attest zur Maskenbefreiung des Versammlungsanmelders, das von der Versammlungsbehörde so nicht akzeptiert wurde". Alle Personen, die an der Versammlung auf dem Kurt-Masur-Platz teilnehmen wollten, wurden aufgefordert, den Bereich zu verlassen."

+++ #le2111 trendet auf Twitter während Querdenken-Demo in Leipzig +++

Auf Twitter trendete am Samstag der Hashtag #le2111. Zahlreiche User zeigten sich in ihren Tweets bestürzt über die Vorgänge in Leipzig und riefen die Stadt sowie die Polizei dazu auf, endlich einzugreifen. "Die Gegenmobilisierung in Leipzig ist beeindruckend. Gegen 15:00 ist die Anti-Corona Veranstaltung angekündigt. Ich frage mich allerdings, wo die Teilnehmer:innen noch Platz finden sollen. #le2111", twitterte ein User und zeigte ein kurzes Video des bereits jetzt überfüllten Augustusplatzes.

"München hat die #Querdenker - Demo für das Wochenende untersagt - warum kann das #Berlin und #Leipzig nicht??? Es ist und bleibt für mich unverständlich...#b2111 #le2111 ...", fragt sich ein anderer User.

+++ Großeinsatz der Polizei bei Demonstrationen in Leipzig +++

In der Leipziger Innenstadt haben sich am Samstag zahlreiche Menschen versammelt, um gegen eine Kundgebung von Kritikern der Corona-Maßnahmen zu protestieren. Am Mittag kamen etwa mehrere Hundert Menschen auf dem Augustusplatz zusammen. Aufgerufen hatte das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz", das an drei zentralen Orten der Stadt Kundgebungen angemeldet hat. Auf dem Kurt-Masur-Platz hatten Gegner der Corona-Politik eine Versammlung mit 250 Teilnehmern angemeldet. Zu Beginn am Mittag war der Platz jedoch noch weitgehend leer.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern im Einsatz, sie brachte Wasserwerfer und Räumpanzer in der Nähe des Demonstrationsgeschehens in Stellung. Zudem setzten die Beamten Sperrgitter ein, um die Versammlungen voneinander zu trennen. Die Lage sei nicht einfach, sagte ein Polizeisprecher.

+++ Leipzig bereitet sich auf "Querdenken"-Demonstrationen vor +++

Am Samstagvormittag haben in Leipzig die Vorbereitungen auf mehrere angekündigte Demonstrationen begonnen, zu denen einige tausend Teilnehmer erwartet werden. Seit acht Uhr gilt die Innenstadt als Kontrollbereich, wie ein Polizeisprecher sagte. Bis zum Abend können dort somit anlasslose Personenkontrollen stattfinden.

Rund um den Augustusplatz und den Kurt-Masur-Platz stehen zudem Metallgitter bereit, die im Tagesverlauf errichtet werden sollen. Der Deutsche Journalistenverband in Sachsen begrüßte in den sozialen Netzwerken, dass Journalisten nach den jüngsten Übergriffen vor Ort Polizeischutz in Anspruch nehmen können.

+++ Polizei mit Großaufgebot in Leipzig vor Ort +++

Die Polizei wird in Leipzig nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten mobilisieren Gegner von Corona-Auflagen sowie Gegendemonstranten für Samstag. Für Leipzig wird nach Einschätzung des sächsischen Verfassungsschutzes sowohl im rechtsextremistischen als auch im linksextremistischen Lager für Leipzig mobilisiert.Stadt und Polizei haben nun angekündigt, jegliche Verstöße gegen die Corona-Regeln konsequent zu ahnden.Insgesamt sind am Samstag acht Versammlungen angekündigt worden. Derzeit sind nur maximal 1000 Teilnehmer pro Kundgebung erlaubt.

+++ "Querdenker"-Demo in Leipzig: Corona-Protest auch in Bochum, Göppingen, Hannover, Berlin +++

Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten mobilisieren Gegner von Corona-Auflagen sowie Gegendemonstranten für Samstag. In Bochum hat die Initiative "Querdenken 234 Bochum" 1000 Teilnehmer angemeldet. Angekündigt ist unter anderem eine Rede von "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg. In Göppingen wurden 2000 Teilnehmer angemeldet, jeweils mehrere hundert erwarten Veranstalter bei Demonstrationen in Pforzheim, Hannover und Berlin.

+++ Querdenker"-Demo am 21.11.2020 in Leipzig: Nur 1000 Teilnehmer erlaubt +++

Insgesamt sind für Samstag acht Versammlungen in der Stadt angekündigt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, bekommt sie Unterstützung von Einsatzkräften aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei. Je nach Entwicklung werde ein Polizeihubschrauber über der Stadt kreisen. Wasserwerfer und eine Reiterstaffel stehen ebenfalls zur Verfügung.

Die Protestversammlung gegen die Corona-Maßnahmen soll laut Polizei mit Gittern eingegrenzt werden; der Zugang werde kontrolliert. In Sachsen sind derzeit nur Versammlungen mit maximal 1000 Teilnehmern gestattet. Die Polizei kündigte an, dass ihr Fokus auf der "Trennung von friedlichen und unfriedlichen Teilnehmer" der verschiedenen Versammlungen liegen werde.

+++ Anti-Corona-Demo in Leipzig: Querdenker neben Reichsbürgern, Hooligans

Der Verfassungsschutz hatte zuvor berichtet, dass sowohl im rechts- als auch im linksextremistischen Lager für Leipzig mobilisiert werde. Für die Demo gegen die Corona-Maßnahmen erwartet die Behörde ein "heterogenes Protestgeschehen", wie es sich auch bei vorherigen Veranstaltungen der "Querdenken"-Szene gezeigt habe. Auch Reichsbürger, Nazis und gewaltbereite Gruppierungen wie Hooligans könnten nach Leipzig kommen.

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rut/news.de/dpa

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