11.11.2020, 15.16 Uhr

Coronavirus News aktuell: RKI empfiehlt: Wer Corona hatte, müsse nicht in Quarantäne

Auch am Mittwoch meldet das RKI wieder über 18.000 neue Corona-Fälle. Während die Gewaltbereitschaft durch den Lockdown steigt, müssen Thüringens Schüler im Kalten sitzen. Auch die Hoffnungen auf Lockerungen an Weihnachten sinken derzeit. Die aktuellen Corona-News des Tages im Überblick.

Die Coronavirus-News des Tages im Überblick. Bild: dpa

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 18.487 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 3155 Fälle mehr als am Dienstag, wie aus den Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17.214 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden.

Coronavirus-News: Zahl der Neuinfektionen steigt auf 18.487, Zahl der Todesfälle steigt

Das RKIzählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 705.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 inDeutschland (Stand: 11.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 261 auf insgesamt 11.767. Am Dienstag betrug dieseSteigerung 154 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 454.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Lesen Sie auch: Verschärfung der Corona-Regeln? Mega-Zoff im Kanzleramt

Die aktuellen Corona-News vom Mittwoch (11.11.2020) hier im Überblick

+++ Wichtige Corona-Kennzahl gesunken - Bedeutung unklar +++

Erstmals seit sechs Wochen ist eine wichtige Kennzahl zum Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland gesunken - wenn auch nur leicht. Es geht um die Zahl der innerhalb von sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen. Berücksichtigt waren dabei nur Fälle, von denen das Robert Koch-Institut (RKI) bereits Kenntnis hatte. Wie aus RKI-Angaben vom Mittwochmorgen hervorgeht, gab es zuletzt binnen einer Woche 114.881 solcher Nachweise. Der Wert sank demnach im Vergleich zum Vortag um 787.

Ob dieser leichte Rückgang auf eine Trendwende bei der Corona-Lage hindeutet, ist unklar. Bei dem Wert könnte es sich auch um einen Ausreißer handeln. Eine RKI-Sprecherin wollte den Rückgang nicht kommentieren und verwies auf den Lagebericht, der am Mittwochabend erscheinen sollte.

Zuletzt war die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen Ende September gesunken. Seitdem war der Wert rasant gestiegen und hatte sich innerhalb von sechs Wochen fast verzehnfacht. In einem direkten rechnerischen Zusammenhang mit der Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen steht die sogenannte 7-Tage-Inzidenz für Deutschland, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Dieser Wert sank entsprechend innerhalb eines Tages von 139,1 auf 138,1.

+++Etwa 120 Teilnehmer bei Kölner Demo gegen Corona-Maßnahmen +++

Etwa 120 Menschen haben am Mittwoch in Köln gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Sie hielten Transparente hoch mit Aufschriften wie "Stop the Deep State", "Gib Gates keine Chance" und "DDR ging unter nach Volksaufstand - BRD geht unter an Verordnungen". Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte zuvor mehrere pauschale Corona-Beschränkungen für Demonstrationen in Köln für rechtswidrig erklärt. Dabei ging es um die Begrenzung von Versammlungen auf maximal 100 Leute, die Maskenpflicht für alle Teilnehmer - abgesehen von Rednern während ihrer Rede - und das Verbot von Aufmärschen. Das Gericht gab damit Beschwerden von zwei Antragstellern statt.

+++Spahn befürwortet Pläne zu früheren Winterferien in NRW +++

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich positiv zu Überlegungen von Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) geäußert, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen möglicherweise früher starten zu lassen. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte", sagte Spahn am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" der Fernsehsender RTL und ntv. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. "Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben." Das könnte auch ein Teil der Debatte am Montag sein, wenn die Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.

Laschet hatte am Dienstag einen früheren Beginn der Winterschulferien in NRW um zwei Tage ins Spiel gebracht. Dies sei eine "denkbare Möglichkeit", sagte er im WDR Fernsehen. Konkret würde das bedeuten, dass die Winterferien schon am 21. statt am 23. Dezember beginnen würden. Damit wäre der letzte Schultag vor Weihnachten der 18. Dezember. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen kommt.

+++ Grünes Licht für EU-Vertrag für Corona-Impfstoff von Biontech +++

Die Europäische Union kann bis zu 300 Millionen Dosen des vielversprechenden Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer kaufen. Die EU-Kommission billigte am Mittwoch formal den Rahmenvertrag mit den beiden Firmen, wie EU-Kreise bestätigten. Deutschland und den übrigen EU-Staaten stehen damit Bezugsrechte für den Impfstoff zu, sobald dieser eine Zulassung bekommt. Wann es soweit ist, ist offen.

Der EU-Vertrag sieht den Kauf von 200 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer vor und die Option auf 100 Millionen weitere. Nach einer EU-Vereinbarung werden künftige Impfstoffe nach Bevölkerungszahl verteilt. Deutschland kann demnach aus diesem Rahmenvertrag mit knapp einem Fünftel der Menge rechnen - rechnerisch bis zu 57 Millionen Einheiten. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte hingegen die Erwartung auf bis zu 100 Millionen Impfdosen geäußert.

Die EU-Kommission hat aber auch mit drei weiteren Impfstoffherstellern ähnliche Rahmenverträge geschlossen - mit Johnson&Johnson, Astrazeneca und Sanofi-GSK. Auch sie haben aussichtsreiche Impfstoff-Kandidaten am Start. Biontech und Pfizer hatten am Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Daten aus ihren klinischen Tests vorgelegt.

Noch hat aber keiner der Hersteller eine Zulassung für den europäischen Markt. Diese muss bei der Arzneimittelagentur EMA beantragt werden, sobald ausreichende Daten aus klinischen Tests vorliegen.

+++Spahn offen für Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich offen dafür gezeigt, zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Maskenpflicht an Schulen auszuweiten. Man solle mit allen möglichen Maßnahmen dafür sorgen, Schulen und Kitas offenzuhalten, sagte er am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" der Fernsehsender RTL und ntv. Maskentragen im Unterricht sei nicht schön. "Die Alternative ist in vielen Regionen, Schulen schließen. Und ich bin sehr sicher, wenn die Wahl ist Maske tragen oder keine Schule, dann lieber Maske tragen."

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich für eine Maskenpflicht im Unterricht auch in Grundschulen ausgesprochen. In mehreren Bundesländern gilt wegen der gestiegenen Infektionszahlen derzeit eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. Grundschüler sind allerdings in der Regel davon ausgenommen.

+++ Friedrich Merz in Quarantäne: Missachten Gesundheitsämter die RKI-Empfehlungen? +++

Friedrich Merz wurde er vom Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreise für 14 Tage in Quarantäne geschickt, weil er Kontakt zum positiv getesteten sächsischen Regional-Entwicklungsminister Thomas Schmidt gehabt habe. Doch Merz erkrankte bereits im März an Corona und dürfte immun gegen das Virus sein. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sei in solchen Fällen keine Quarantäne notwendig."Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein laborbestätigter Fall war, ist keine Quarantäne erforderlich", heißt es dazu auf der Website des RKI. Erst sobald Symptome auftreten, solle man sich in Quarantäne begeben. Dennoch wurde diese Empfehlung bei dem CDU-Politiker nicht angewendet. "Es handelt sich hier um eine Empfehlung des RKI, die Gesundheitsämter kennen die Situation vor Ort und entscheiden über die Maßnahmen", zitiert die "Bild" eine RKI-Sprecherin.

+++ 50 Jugendliche feiern trotz Corona auf Spielplatz +++

Etwa 50 Jugendliche haben in der Corona-Pandemie eine Party auf einem Spielplatz in der Oberpfalz gefeiert. Beim Eintreffen der Streifen seien sie sofort in alle Richtungen geflüchtet, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Obwohl es erst etwa halb vier am Dienstagnachmittag war, ließen die Feiernden bei ihrem jähen Aufbruch hochprozentigen Alkohol auf dem Spielplatz in Lappersdorf zurück. "Wodka, Jägermeister - solche Sachen", sagte eine Sprecherin der Polizei. Von einigen der Jugendlichen notierten sich die Polizisten die Personalien. Sie könnte nun ein Bußgeld erwarten. Derzeit dürfen in Bayern höchstens zehn Menschen zusammenkommen - in privaten wie in öffentlichen Räumen.

+++ Merkel: Spielräume für Besuche von Pflegebedürftigen ausschöpfen +++

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, pflegebedürftige Menschen auch in der Corona-Pandemie nicht allein zu lassen. Wichtig sei es, "Spielräume für soziale Kontakte und Besuche auszuschöpfen", sagte sie in einer am Mittwoch ausgestrahlten Videobotschaft an den Deutschen Pflegetag in Berlin. "Der Schutz der Gesundheit von Pflegebedürftigen hat höchste Priorität, aber Schutz allein kann nicht die einzige Antwort sein, denn gerade ältere Menschen leiden unter Einsamkeit, pflegebedürftige Menschen brauchen neben Schutz vor allem auch Zuwendung."

Zum Schutz vor Infektionen in Pflegeheimen und Kliniken war in den vergangenen Tagen der Einsatz neuer Corona-Schnelltests angelaufen. Für November hatte der Bund zunächst neun Millionen Tests über Abnahmegarantien bei Herstellern gesichert, damit die Länder oder Einrichtungen sie kaufen können.

Merkel dankte den Pflegekräften "von Herzen". Sie gäben besonders in der Pandemie "ihr Bestes". Sie sagte: "Gute Pflege braucht natürlich auch gute Rahmenbedingungen.» Merkel betonte: "Pflege ist Ausdruck gelebter Menschlichkeit."

+++ Schulleitung gibt internen Mailverteiler an Corona-Leugner weiter +++

 

Die Leitung mindestens einer Hamburger Schule hat Mails der Schulbehörde sowie den zugehörigen internen Mailverteiler an Corona-Leugner weitergeleitet. Behördensprecher Peter Albrecht sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, er habe am vergangenen Freitag eine Hinweismail zu eventuell für Montag geplanten Aktionen aus dem Querdenker-Umfeld über einen internen Verteiler an alle Leiter und Leiterinnen der 412 staatlichen Hamburger Schulen geschickt. "Bereits am Samstag bekam ich via Mail eine Reaktion auf genau diese Mail, und zwar von Hamburger Aktivisten namens 'Eltern stehen auf' mit eindeutigem Bezug auf meine Mail an die Schulleiter", erklärte Albrecht.

Am Montagmorgen dann habe er von etlichen Schulleitungen eine weitere Mail von "Eltern stehen auf" weitergeleitet bekommen, "in der die Gruppierung exakt die von mir genutzten Mailverteiler missbraucht und alle Schulleiter über vermeintlich 'wissenschaftliche Fakten zur bestehenden Gefährdung durch die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung bei Kindern und Jugendlichen' informieren will". Um einen weiteren Missbrauch zu verhindern, werde der Verteiler nun gesperrt, sagte Albrecht. Dem "Hamburger Abendblatt", das zuerst über das Thema berichtet hat, sagte er: "Das ist ein massiver Verstoß gegen die Dienstvorschriften, wir werden jetzt rechtliche Schritte prüfen."

Albrecht betonte, die Behörde habe Kenntnis davon, dass an einigen Schulen auch schulinterne Elternverteiler, Mailinglisten und sogar Schüleraccounts durch Aktivisten für politische Diskussionen missbraucht würden. "Die Schulleitungen greifen ein, sobald sie davon Kenntnis haben", betonte der Behördensprecher.

+++Corona-Infektionen hauptsächlich an "Superspreader"-Orten +++

Ein Großteil der Coronavirus-Infektionen passiert einer US-Studie zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten "Superspreader"-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés.

Das zeigen Wissenschaftler von der Universität Stanford in Kalifornien anhand eines Computermodells, unter anderem auf Basis demografischer Daten, epidemiologischer Schätzungen und anonymer Handydaten, im Fachjournal "Nature". Das Modell analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind - und fand überall dort die meisten Infektionen, wo sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen über längere Zeit aufhalten.

Zwischen März und Mai habe das Modell, das auch den ethnischen und finanziellen Hintergrund der Menschen berücksichtigt, das Verhalten von rund 98 Millionen Menschen in 10 amerikanischen Metropolregionen - darunter New York, Los Angeles, Chicago und Washington - untersucht, hieß es von dem Forscherteam um den Computerwissenschaftler Jure Leskovec. Die Aufenthalte an rund 553.000 Orten - darunter Restaurants, Fitnessstudios, Tierhandlungen, Baumärkte und religiöse Einrichtungen - wurden untersucht. Zudem wurde das Modell nach und nach auch mit dem nachgewiesenen Infektionsgeschehen der jeweiligen Städte nachgebessert.

Das Computermodell könne künftig Behörden beim Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus unterstützen, so die Forscher.

+++ Ziemiak rechnet wegen Corona mit keinem normalen Weihnachten +++

Angesichts der derzeitigen Corona-Infektionszahlen rechnet CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nicht mit einem normalen Weihnachtsfest. "Weihnachten wird nicht so wie in den vergangenen Jahren", sagte Ziemiak am Mittwoch in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". Wie und mit welchen Regeln gefeiert werde, könne man noch nicht sagen. Die Zahl der Neuinfektionen sei noch sehr hoch. "Die nächsten Wochen und Monate, das werden jetzt die schwierigsten sein. Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass diese Zeit absehbar ein Ende haben wird."

+++ Kretschmer: Corona-Zahlen reichen noch nicht für Lockerung +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht angesichts der gegenwärtigen Corona-Infektionszahlen noch keine Möglichkeit für eine Lockerung der Beschränkungen. "Die Zahlen, die wir jetzt haben, reichen bei weitem nicht aus. Wir haben maximal eine leichte Seitwärtsbewegung erreicht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". "Wir werden sehen, zu welchen Entscheidungen wir am kommenden Montag kommen müssen." An diesem Tag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder ein Zwischenfazit des Teil-Lockdowns ziehen.

"Wenn es uns nicht gelingt, tatsächlich wieder substanziell nach unten zu kommen - das heißt: 50 Infizierte je 100.000 Einwohner über sieben Tage - dann werden das schwierige Monate, die vor uns liegen", so Kretschmer. Man sei erst eine Woche im Teil-Lockdown, es könne sich also noch einiges verändern. Dann diskutiere man anders. "Aber die Erwartung war ja, dass die Zahlen so nach unten gehen können, dass man tatsächlich wieder Gastronomie öffnen kann, dass wir Weihnachtsmärkte vielleicht in einer anderen Form haben, dass wir Gottesdienste haben können. Das kann man anhand der jetzt vorliegenden Zahlen noch nicht sehen."

+++ Spahn sieht bei Corona-Zahlen "Anzeichen für Veränderung" +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Anzeichen für eine positive Veränderung der Corona-Infektionslage in Deutschland. Die Dynamik des Infektionsgeschehens habe sich in den vergangenen Tagen "deutlich reduziert", sagte Spahn am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" der Fernsehsender RTL und ntv. "Es steigt noch, aber es steigt weniger stark. Das ist erstmal ermutigend, aber es reicht noch nicht." Noch sei es zu früh, von einer "Trendwende" zu sprechen.

Positiv äußerte sich Spahn zu einem Vorschlag von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie früher zu starten. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte", sagte der Minister. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. "Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben." Für größere Weihnachtsfeiern sieht Spahn hingegen keinen Spielraum.

+++ 11.11.2020: Keine Luftfilter trotz Corona! Thüringen lässt seine Schüler frieren +++

Während in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfallen bereits Millionen in Frischluft investiert werden, sitzen Thüringens Schüler im Kalten. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wird in Thüringen weiterhin aller 20 Minuten gelüftet - auch bei Eiseskälte. Warum lässt Bildungsminister Helmut Holter (Linke, 67) Thüringens Kinder diesen Winter frieren? Begründung: Kein Gesundheitsrisiko und keine Förderung vom Bund! Die Debatte brauche mehr Zeit und die Geräte sind teuer, heißt es aus dem Ministerium. Es könne noch Monate dauern, bis sich Bildungs-, Finanz- und Infrastrukturministerium mit Kommunen und kreisfreien Städten über die Kosten (rund 50 Mio. Euro) einig sind. "Unglaublich, dass Rot-Rot-Grün moderne Luftreiniger verweigert, wenn es um den Schutz der Kinder und Lehrer geht.", toben Landeseltern-, Landeschülervertretung und auch die Thüringer Oppositionsparteien. Viele Schulen in Thüringen sind veraltet. In manchen Gebäuden lassen sich nicht einmal die Fenster öffnen.

Das Bildungsministerium widerspricht derartigen Behauptungen und erklärt, dass dies nur die halbe Wahrheit sei: "Schulen, die schlecht zu belüftende Räume haben, sollten sich bei uns melden, die bekommen dann Filter", so Sprecher Felix Knothe. Gemeldet habe sich bislang jedoch niemand, heißt es. Eine aktuelle Studie habe gezeigt, dass Luftreiniger Aerosole in Klassenräumen in einer halben Stunde um bis zu 90 Prozent senken können.

+++ 11.11.2020: Polizeigewerkschaft: Gewaltrisiko steigt mit Dauer des Teil-Lockdowns +++

Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns über den laufenden Monat hinaus befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zunehmenden Frust und damit auch mehr Gewaltbereitschaft bei manchen Menschen. "Wenn die Maßnahmen über den November hinausgehen sollten, werden wir wohl keine friedlichen Weihnachten erleben", sagte der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft, Michael Mertens, der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Er befürchte, dass dann bei vielen Menschen der Geduldsfaden reißen könnte. "Das wird sich nicht nur auf der Straße zeigen, sondern auch bei der häuslichen Gewalt. Damit muss man leider rechnen, weil sich viele Menschen eingesperrt und beengt fühlen. Bei dem einen oder anderen mündet das dann in aggressives Verhalten."

Polizisten würden schon jetzt eine zunehmende Aggressivität während ihrer Einsätze feststellen, sagte Mertens. "Immer häufiger werden meine Kollegen bei Einsätzen angespuckt. In Corona-Zeiten kommt das Anhusten dazu. Das Anhusten ist das neue Spucken. Von den Polizisten wird das als extrem bedrohlich empfunden."

+++ 11.11.2020: Lehrerverband sieht Versäumnisse bei Corona-Schutz an Schulen +++

Dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, gehen die Corona-Maßnahmen in den Schulen nicht weit genug. Der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch) sagte er: "In fast allen Bundesländern wurden die Hygienestufenpläne, die in den Corona-Hotspots wieder auf halbierte Klassen setzten, außer Kraft gesetzt. Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben."

Er hoffe, dass generelle Schulschließungen vermeidbar seien, sagte Meidinger. "Dazu müssen aber bei exponentiell wachsenden Infektionszahlen die präventiven Vorsichtsmaßnahmen an Schulen hochgefahren werden", fordert er. Dazu zähle neben der Maskenpflicht auch die vorübergehende Wiedereinführung der Abstandsregel, was halbierte Klassen und Wechselbetrieb bedeuten würde.

Die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtet unter Berufung auf den Deutschen Lehrerverband, dass sich derzeit mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne befänden. Die Zahl der Lehrer in Quarantäne gebe der Verband derzeit mit bis zu 30.000 an. Die Folge seien immer mehr Schulschließungen, sagte Meidinger der "Bild". "Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown." Die Politik habe sich zurückgezogen, jetzt entschieden die Gesundheitsämter.

+++ 11.11.2020: Hotline erlebt einsame Senioren mit Ängsten vor Weihnachten +++

Im Teil-Lockdown melden sich vermehrt Senioren beim bundesweiten Einsamkeitstelefon "Silbernetz". Nach einer leichten Entspannung über den Sommer verzeichne die Hotline jetzt wieder mehr Anrufer, sagte Initiatorin Elke Schilling der Deutschen Presse-Agentur. Das Thema Weihnachten und die Angst, das Fest allein zu verbringen, seien in der dunklen Jahreszeit schon sehr präsent. CSU-Chef Markus Söder hatte bereits im Oktober vor einsamen Weihnachten gewarnt. Solche Aussagen schlügen bei alten Menschen ein, sagte Schilling. Sie kündigte an, dass die Hotline über die Feiertage wieder rund um die Uhr erreichbar sei. "Es wird vermutlich brummen."

Die Anrufer beschäftigten in der Pandemie gesellschaftliche Fragen: Bilder wie am vergangenen Wochenende von der "Querdenken"-Demo in Leipzig mit laut Polizei mindestens 20.000 Teilnehmern machten vielen Senioren "richtig Angst", betonte Schilling. Die Missachtung von Corona-Regeln, auch im Alltag durch jüngere Menschen, vermittle ihnen das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse nichts wert seien. "Es ist eine absolute Rücksichtslosigkeit."

"Silbernetz" ist als Angebot für Menschen ab 60 mit Gesprächsbedarf seit März bundesweit erreichbar. Corona habe es groß gemacht, so Schilling. Pro Tag gebe es im Schnitt 250 Anrufe, manche Menschen meldeten sich mehrfach täglich. Für die Hotline seien inzwischen 24 Mitarbeiter und 180 Freiwillige tätig.

+++ 11.11.2020: Müller zu Corona: Impfungen in Berlin zuerst für Risikogruppen +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat angekündigt, dass es bei der Vergabe eines Corona-Impfstoffes in der Hauptstadt eine Prioritätenliste geben wird. Weil der Impfstoff erst nach und nach zur Verfügung stehen werde, würden zunächst besonders gefährdete Menschen versorgt sowie spezielle Berufsgruppen wie Ärzte, Polizisten und Feuerwehrleute, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". "Da wird es eine Prioritätenliste geben."

Bereits im Dezember werde es in Berlin eine entsprechende Infrastruktur geben, so dass pro Tag 20.000 Menschen geimpft werden können, erklärte Müller. Dazu seien unter anderem mehrere dezentrale Impfzentren geplant. Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, dass es zu Beginn des kommenden Jahres sechs Impfzentren geben werde. Die Standorte stünden bislang noch nicht fest. Müller sagte, durch eine Impfung könne wieder Sicherheit und mehr Normalität im Alltag zurückgewonnen werden.

Die neuen Corona-Maßnahmen im November verteidigte Müller. Er verwies darauf, dass Politikerinnen und Politiker aus der Erfahrung lernten und ein "ständiges Herantasten an den richtigen Umgang" mit dem Virus notwendig sei. Natürlich seien in der Vergangenheit auch Fehler gemacht worden, so Müller.

Mehr zum Corona-Impfstoff: Impfstoff-Vater Ugur Sahin: Beendet dieser Mann die Corona-Pandemie?

+++ 11.11.2020: Rund 500 Demonstranten in Schwerin gegen Corona-Beschränkungen +++

In Schwerin haben nach Polizeiangaben am Dienstagabend rund 500 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Bei den Protesten in der Nähe des Schweriner Schlosses waren Plakate mit Forderungen wie "Stoppt den Test-Terror", "Niemand wird uns das freie Atmen verbieten" und "Körper, Geist, Seele, alles meins!" zu sehen. Nach Polizeiangaben habe es keine Auffälligkeiten gegeben.

Die Stadt Schwerin hatte für Dienstagabend zwei Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen genehmigt, nachdem sie eine andere Demo mit bis zu 100.000 angemeldeten Teilnehmern per Ordnungsverfügung untersagt hatte. Nach Angaben der Landeshauptstadt stammt der Anmelder der Demonstration nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Versammlungsleiter hätten bereits mit ihrer Reise ins Bundesland gegen die Corona-Landesverordnung verstoßen und seien umgehend zur Ausreise aus dem Bundesland aufgefordert worden. Ohne einen Versammlungsleiter sei ein reibungsloser Ablauf einer Demonstration nicht zu gewährleisten.

Laut Landesregierung sind Demonstrationen in Mecklenburg-Vorpommern im Zuge der Corona-Pandemie mit bis zu 500 Menschen möglich, sofern die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,50 Metern zwischen den Demonstranten gesichert ist. Versammlungen müssten wie sonst auch bei der zuständigen Versammlungsbehörde angemeldet werden. Eine Ausnahmegenehmigung für mehr als 500 Demonstranten könne auf Antrag erteilt werden. Dafür sei das Einvernehmen mit der zuständigen Gesundheitsbehörde erforderlich.

+++ 11.11.2020: Laschet: Land erwägt wegen Corona längere Winterferien in NRW +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Verlängerung der Winter-Schulferien im einwohnerstärksten Bundesland wegen der Corona-Pandemie ins Spiel gebracht - und im Gegenzug zwei schulfreie Tage weniger an Karneval. Dies sei eine "denkbare Möglichkeit", sagte Laschet am Dienstag im WDR Fernsehen zu Überlegungen, die Winterferien zwei Tage früher beginnen zu lassen.

Konkret würde das bedeuten, dass diese nicht erst am 23. Dezember, sondern schon am Montag, 21. Dezember, beginnen würden. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, sagte Laschet. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei Familienfeiern zu Weihnachten nicht zu Ansteckungen kommt. "Eine Sicherheit gibt das aber auch nicht", betonte Laschet.

Die zwei zusätzlichen Winterferientage könnten nach Plänen der Landesregierung dann Karneval wieder abgezogen werden. Normalerweise haben die Schüler in NRW rund um Rosenmontag unterrichtsfrei. Das Schulministerium denke über diese Ersatzlösung nach, sagte Laschet. "Denn eines ist klar: Karneval gibt es nächstes Jahr gar nicht." Und eigentlich sollte man in der Zeit auch nicht in Skiurlaub fahren, fügte er hinzu.

+++ 11.11.2020: 33-Jähriger schlägt bei Masken-Kontrolle Polizisten dienstunfähig +++

Bei einer Corona-Masken-Kontrolle hat ein 33-Jähriger am Dienstag in Worms (Rheinland-Pfalz) einem Polizisten aufs Auge und ihn damit dienstunfähig geschlagen. Zuvor hatte sich sein 21 Jahre alter Begleiter geweigert, sich wie vorgeschrieben in der Fußgängerzone eine Maske aufzuziehen, wie die Polizei mitteilte. Bei der Feststellung seiner Personalien sei es zu der Gewalt gekommen. Der 21-Jährige habe einem anderen Beamten gegen die Schläfe geschlagen. Die Polizisten hätten zusammen mit Mitarbeitern des Ordnungsamts die Einhaltung der Maskenpflicht in Teilen der Wormser Innenstadt kontrolliert. Der 33-Jährige habe einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser