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Details aus der Gaskammer: So sehr litten die Holocaust-Opfer in Auschwitz

Im Verfahren gegen den ehemaligen Buchalter von Auschwitz, Oskar Gröning, gibt es neue erschreckende Details. Ein Experte beschreibt, wie grausam der Tod tausender Juden in den Gaskammern wirklich gewesen sein muss.

Die Holocaust-Opfer sollen bis zu 60 Minuten in der Gaskammer gelitten haben. Bild: picture alliance

Seit dem 21. April steht der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning in Lüneburg vor Gericht und muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten.

Experte soll über Wirkunsweise von Zyklon B aussagen

Nach den zehn Verhandlungstagen des wohl letzten großen Auschwitz-Prozesses, berief das Gericht nun Experten in den Zeugenstand, um über die unmenschlichen Handlungen in dem Konzentratrionslager auszusagen. Im Mittelpunkt stand dabei das in den Gaskammern eingesetzte Gift Zyklon B.

Opfer des Holocausts bis zu 60 Minuten in Gaskammer gequält

Das ursprünglich als Schädlingsbekämpfungsmittel entwickelte Blausäure-Gas könne in Sekunden zu Bewusstlosigkeit und Tod führen, erklärte der erste Zeuge, Dr. Sven Anders am Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg.

Jedoch sei es laut Dr. Anders aufgrund der Größe der Gaskammer unwahrscheinlich, dass das Gift bei allen Opfern gleichzeitig gewirkt habe. So sollen kleinere Menschen und Kinder wesentlich länger gelitten haben. Bei geringerer Konzentration könne der Todeskampf 30 bis 60 Minuten gedauert haben.

Zyklon B wirkt schnell und aggressiv

"Nur jeder Zweite kann das Zyanid riechen – es hat den Geruch von Bittermandeln und Marzipan. Es ist leichter als Luft und dringt beim Einatmen auch in die kleinsten Verästelungen der Lunge. Dort blockiert es die Zellatmung", berichtet Anders laut der "Bild"-Zeitung.

Zuerst sollen dabei das Gehirn und das Herz angegriffen werden. Es beginne mit einem stechenden Gefühl im Brustkorb und führe dann zu krampfartigen Schmerzen, die mit epileptischen Anfällen vergleichbar sein sollen.

Oskar Gröning zeigt das erste Mal äußerliche Regung

Der früher als Buchhalter von Auschwitz bekannte Gröning, soll nach diesen Ausführungen das erste Mal eine äußerliche Regung gezeigt und mit dem Augenlid gezuckt haben.

So reagierte Oskar Gröning auf die Aussagen des Experten:Oskar Gröning bereits in vorherigem Prozess gefühlskalt

 

 

Nach dem Rechtsmediziner wurde der frühere Richter Dirk Struß angehört. Er hatte bereits zu Beginn der 1990er Jahre den in Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen angeklagten Gröning als Zeugen in einem Auschwitz-Prozess gehört. Bei dem Verfahren vor dem Landgericht Duisburg gegen einen anderen SS-Mann habe Gröning zwar ausgesagt, sich dabei aber "erstaunlich emotionsarm" gezeigt, berichtete der pensionierte Jurist. In Duisburg kam es damals wegen der Krankheiten des Angeklagten nicht zu einem Urteil.

Gesundheitsprobleme von Gröning: Gerichtstermin am Mittwoch wurde gestrichen

Mit Blick auf den angegriffenen Gesundheitszustand des 93-jährigen Gröning strich die Kammer am Dienstag den ursprünglich für Mittwoch angesetzten Prozesstag. "Wenn ich Sie mir so anschaue, Herr Gröning, haben Sie sich einen freien Tag verdient", sagte der Vorsitzende Richter Franz Kompisch. Mehrfach gab es in dem Prozess bereits Probleme wegen der Gesundheit Grönings. Zuletzt musste der für vergangenen Donnerstag angesetzte Termin aufgehoben werden.

Auschwitz-Prozess: Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 93-Jährigen neben der Beihilfe zum Mord an 300.000 Menschen vor, Geld und Wertgegenstände aus dem von Häftlingen zurückgelassenen Gepäck an die SS in Berlin weitergeleitet zu haben. Gröning räumte diese Tätigkeit ein. Er schilderte auch die grausamen Vorgänge, die sich direkt vor seinen Augen abgespielt haben. Die Anklage hält ihm vor, er habe mit seiner Tätigkeit das systematische Töten der Nationalsozialisten unterstützt.

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abu/news.de/dpa