Kriminalität: Schweizer Nachrichtendienst veröffentlicht Mengele-Dossier
Nach Protesten von Historikern gibt es nun Einblick in das Schweizer Mengele-Dossier. Welche Spuren und Hinweise auf den "Todesengel von Auschwitz" in den Akten zu finden sind.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) hat zahlreiche Unterlagen über den Nazi-Verbrecher Josef Mengele öffentlich zugänglich gemacht. Darunter sind viele Zeitungsberichte, aber auch Polizeidokumente, die stellenweise geschwärzt sind.
In den Unterlagen geht es unter anderem um Hinweise an die Polizei, dass Mengele sich möglicherweise nach seiner Flucht aus Deutschland in der Schweiz aufgehalten haben könnte oder eine Einreise unter falschem Namen plane. Ebenso finden sich verschiedene Hinweise auf dessen angeblichen Aufenthalt, etwa in Irland, Argentinien oder Chile. Laut einem anderen Dokument war 1964 ein als Student getarnter israelischer Spion in der Schweiz, um Spuren Mengeles zu verfolgen.
Historikerbeschwerde erfolgreich
Bislang hatte der Nachrichtendienst Versuche von Historikern, die Unterlagen einzusehen, abgelehnt, zuletzt im Februar 2026. Er verwies stets darauf, dass es dafür eine Schutzfrist bis 2071 gebe. Der Historiker Gérard Wettstein, der zu Mengele forscht, hatte dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erfolgreich Beschwerde eingelegt.
"Geschwärzt ist nur, was geschützt werden muss: Personendaten von früheren und heutigen Angestellten der Bundesverwaltung mit Bezug zum NDB und seinen Vorgängerorganisationen, Informationen, die dem gesetzlichen Quellenschutz unterliegen, sowie Personendaten von Drittpersonen mit überwiegenden Persönlichkeitsrechten", teilt das zuständige Verteidigungsministerium mit.
Das Mengele-Dossier war vom Polizeidienst der Bundesanwaltschaft, der Vorgängerorganisation des NDB, erstellt worden und 2001 an das Bundesarchiv gegangen.
Der "Todesengel von Auschwitz"
Der Arzt Josef Mengele (1911-1979) war im Konzentrationslager Auschwitz für grausame, oft tödliche medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen "Todesengel von Auschwitz" bekannt. Ihm gelang nach Kriegsende die Flucht nach Südamerika. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall in Brasilien.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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