JVA Duisburg: Ausbrecher nannte sich "Spiderman" - Flucht über Baum

Er nannte sich "Spiderman" und sprang vom Dach in einen Baum: Wie der Ausbrecher aus Duisburg die Behörden verblüfft – und warum seine Flucht lebensgefährlich war.

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Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). (Foto) Suche
Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / DABLJU (Symbolbild)

Nach dem spektakulären Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Duisburg werden Details bekannt: Der Häftling nannte sich laut NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) selbst "Spiderman" und sprang wohl vom Dach in einen Baum. Von dem 35-jährigen Serben fehlt weiter jede Spur.

Der Untersuchungshäftling hatte laut einem Bericht Limbachs im Rechtsausschuss des Landtags einen Gitterstab vor seinem Fenster in der 3. Etage entfernt, sich an der vierten Etage entlanggehangelt und war dann aufs Dach geklettert. Von dort sprang er nach aktuellem Ermittlungsstand in einen Baum an der Straße vor dem Gefängnis - und verschwand.

Minister: Fluchtweg war lebensgefährlich

Eine körperlich anspruchsvolle Aktion, so der Minister, der die Abgeordneten im Ausschuss mit dieser Aussage überraschte: "Der Gefangene hat sich selbst - wie erst jetzt im Rahmen der Ermittlungen bekannt wurde - als Spiderman bezeichnet." Auf der Kopie seines Urteils, das in seiner Zelle lag, habe der Häftling zweimal seinen Namen durchgestrichen und "Spiderman" hingeschrieben.

"Die geringe Größe der Öffnung und die Bewegung in erheblicher Höhe zeigen, dass dieser Fluchtweg lebensgefährlich war und dem Gefangenen ein hohes Maß an Beweglichkeit und Geschicklichkeit abverlangte", so Limbach: "Man wird sagen können, dass zu einer solchen Flucht nur wenige Menschen überhaupt in der Lage sein dürften."

Gleichwohl prüfe man, wie man die Anstalt und andere besser absichern kann. In Duisburg will man laut Limbach die Stadt auch beten, die Bäume an der Straße vor der JVA zurückzuschneiden.

Suche nach Tatwerkzeug geht weiter

Völlig unklar ist weiter, wie der Häftling den Gitterstab herausbekommen hat. Sechs Tage vor dem Ausbruch war der Haftraum laut Limbach kontrolliert worden. An den Gittern sei nichts auffällig gewesen. Ein Mitgefangener habe ausgesagt, dass der Ausbrecher bei einem Angehörigen-Besuch möglicherweise ein "teures Sägewerkzeug" bekommen habe. "Diese Angabe ist bislang nicht bestätigt", so Limbach. Bei den Besuchen sei alles immer kontrolliert worden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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