Folgen der Hitze: RKI: Bisher 12.500 hitzebedingte Todesfälle
In diesem Jahr sind bereits jetzt deutlich mehr Menschen durch Hitze gestorben als bisher in ganzen Jahren. Besonders ins Gewicht fällt die starke Hitzewelle Ende Juni.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervor, der die Zeit vom 6. April bis 2. August betrachtet.
Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 und 2019 viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Angaben 9.400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es 7.700. Die Gesamtzahl der diesjährigen Hitzetoten könnte sogar noch höher als angegeben liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.
Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es in diesem Jahr viele Hitzetote. Pro 100.000 Einwohner starben dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze. Deutschlandweit liegt der Wert bei 15 pro 100.000 Einwohner. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) sind überproportional betroffen.
Hitze ist vor allem für ältere und alte Menschen gefährlich. Mit rund 6.300 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Mehr als 3.100 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1.900 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es rund 1.200 Todesfälle.
Hitzewelle Ende Juni sorgte für besonders viele Tote
Schwer ins Gewicht fällt die starke Hitzewelle Ende Juni dieses Jahres. Das RKI geht davon aus, dass rund 9.600 Menschen infolge der Hitze allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni starben. Vielerorts in Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad.
Das RKI rechnet auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes seine Zahlen aus, auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fließen in die Berechnung ein. In der vergangenen Woche hatte das RKI bis zum 26. Juli 11.900 Hitzetote geschätzt. Diese Zahl kann sich aber nachträglich noch ändern.
Auch die Zahlen zu den vergangenen Jahren variieren im Vergleich zu früheren RKI-Angaben. Laut einer Sprecherin liegt das daran, dass die Schätzungen jeden Monat neu berechnet werden - auch die Schätzungen für die vergangenen Jahre. "Auch das Modell wird weiter entwickelt, daher kommen nicht zwingend die exakt gleichen Zahlen raus", erklärte sie.
Ab 20 Grad hitzebedingte Mortalität sichtbar
Dem RKI zufolge wird typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche, ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar. In der Woche vom 27. Juli bis 2. August lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 21,6 Grad.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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