Kriminalität: Landkreistag zu Angriff im Jugendamt: Sicherheit prüfen

Sechs Tote in Stade, vier Verletzte in Finsterwalde: Der Deutsche Landkreistag zeigt sich nach Angriffen auf Behördenmitarbeiter besorgt. Er gibt eine Empfehlung.

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Nach Angriffen auf Jugendamtsmitarbeiter rät der Deutsche Landkreistag zur Prüfung von mehr Sicherheitsmaßnahmen. "Die Landkreise nehmen diese Gefährdungen sehr ernst und haben vielerorts umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen", sagte Sprecher Markus Mempel der Deutschen Presse-Agentur. "Nach der Tat von Stade ist es deshalb richtig, dass die Verwaltungen ihre Sicherheitskonzepte erneut überprüfen und auch Gefährdungslagen gegebenenfalls neu bewerten. Der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat oberste Priorität."

Landkreistag: Keine absolute Sicherheit

Zu Sicherheitsmaßnahmen zählt der Landkreistag Zugangskontrollen, geschützte Empfangsbereiche, Sicherheitspersonal, Alarm- und Notrufsysteme und feste Absprachen mit der Polizei. Gerade in Jobcentern gebe es damit langjährige Erfahrungen, sagte Mempel. Auch in Jugend- und Sozialämtern würden Sicherheitsdienste bei schwierigen Terminen oder absehbaren Bedrohungslagen eingesetzt. "Eine absolute Sicherheit wird es in offenen Verwaltungen und sozialen Einrichtungen dennoch nicht geben."

Nach Einschätzung des Landkreistags gehören Aggressionen, Drohungen und körperliche Übergriffe in vielen Kreisverwaltungen seit Jahren zum Arbeitsalltag. Betroffen seien vor allem Jugendämter, Jobcenter, Ausländerbehörden, Sozialämter oder Veterinärbehörden. Vor allem im Kinderschutz entstünden hoch konflikthafte Situationen häufig kurzfristig und ließen sich nicht vollständig vorhersehen. Der Landkreistag ist der Spitzenverband der 294 Landkreise in Deutschland.

Vier Verletzte in Finsterwalde - sechs Tote in Stade

Im Jugendamt in Finsterwalde, einer Außenstelle der Kreisverwaltung, hatte ein Mann am Donnerstag eine Mitarbeiterin bedroht und Feuer gelegt. Ein 35-jähriger Deutscher wurde als Verdächtiger gefasst und kam in Untersuchungshaft. Der Mann soll brennbare Flüssigkeit dabeigehabt haben. Vier Menschen kamen laut Polizei wegen Verdachts auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Der Landkreis Elbe-Elster setzte einen Sicherheitsdienst ein.

Ende Juni soll ein 45 Jahre alter Mann in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade in Niedersachsen vier Menschen getötet haben. Drei Opfer arbeiteten in der Jugendhilfeeinrichtung, drei waren Mitarbeiter des Jugendamts der Region Hannover.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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