Wetter in Brandenburg: Wie sich Brandenburg auf hohe Waldbrandgefahr vorbereitet

Brandenburg gilt als Hotspot für Waldbrände. Welche Rolle Kiefern, alte Munition und neue Technik beim Kampf gegen die Flammen spielen.

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Wie wird das Wetter? Bild: Adobe Stock / by-studio

Trockenheit und die extreme Hitze bedeuten Stress für Wälder - und eine unruhige Zeit für Feuerwehren. Gerade Brandenburg gilt bundesweit als Hotspot für Waldbrände.

Die Gefahr wird sich zum Wochenende zuspitzen, wie es aus dem Forst- und Umweltministerium in Potsdam heißt. "Die Feuerwehr ist dann mit Sicherheit in Habachtstellung", sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Rolf Fünning, der Deutschen Presse-Agentur.

Warum ist die Waldbrandgefährdung hoch?

Wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und leichter Sandböden ist Brandenburg besonders anfällig. Kiefern gelten durch ihren hohen Harz- und Ölanteil als besonders leicht entflammbar.

Aber: Feuer im Wald entstehen meist nicht von allein, weil es heiß ist, sondern durch fahrlässige Brandstiftung. Die weggeworfene Zigarettenkippe sei immer noch die Ursache Nummer eins, teilte das Ministerium mit.

Zudem gibt es zahlreiche ehemalige Truppenübungsplätze, die mit alter Munition belastet sind. Hier ist das Löschen wegen der Explosionsgefahr und der Eigensicherung schwierig. Die Feuerwehrleute kommen meist nicht direkt an die Brandherde heran. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass sich Munition im Boden selbst entzündet.

Brandenburg ist laut Forstministerium eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Es gibt rund 1,1 Millionen Hektar Wald - das sind 37 Prozent der Landesfläche.

Wie ist die Waldbrandsaison bisher ausgefallen?

Nach Angaben des Forstministeriums gab es in diesem Jahr bislang mehr als 130 Waldbrände in Brandenburg. Insgesamt war eine Fläche von etwa 178 Hektar betroffen.

Zum Vergleich: Vor allem die Saison 2022 war mit etwa 520 Waldbränden und einer geschädigten Waldfläche von fast 1.430 Hektar ein extremes Jahr. In der Lieberoser Heide war im Juli 2022 eine Großschadenslage ausgerufen worden.

Im Juni 2023 loderten zwei Wochen lang Flammen bei Jüterbog. Der Waldbrand betraf eine Fläche von etwa 700 Hektar, also mehr als 950 Fußballfelder.

Im vergangenen Jahr hatte Regen und ein durchwachsener Sommer im zweiten Halbjahr die Waldbrandgefahr eingedämmt.

Was wird zum Schutz vor Waldbränden getan?

Die Zahl der Wasserentnahmestellen wuchs auf mehr als 2.300. Zudem wurden mehr sogenannte Waldbrandschutz- und Wundstreifen angelegt. Diese sollen etwa dazu dienen, dass Bodenfeuer ausgehen. Wundstreifen sind von Bewuchs befreit und bestehen meist aus Sand.

Zudem überwachen mehr als 100 optische Sensoren den Wald. So sollen Feuer frühzeitig erkannt werden.

Zur Prävention gehört auch der Waldumbau - weg von Kiefermonokulturen zu mehr Mischwald.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die für Wildnisgebiete auf den vier ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf verantwortlich ist, bereitet sich regelmäßig auf den Ernstfall vor. Immer wieder kommt es dort zu größeren Waldbränden. Im Frühjahr sei das Schutzsystem aus Löschbrunnen, Waldbrandschutzschneisen und sicheren Brandschutzwegen instand gesetzt und weiter verbessert worden, hieß es.

Im Stadtwald Beelitz soll eine Schafherde die Menge leicht entzündlicher Vegetation verringern - auch ein Beitrag zum Waldbrandschutz.

Hat sich die Ausrüstung der Feuerwehren verändert?

Feuerwehren und Behörden in Brandenburg haben Ausrüstung und Einsatzkonzepte in den vergangenen Jahren angepasst. Dazu gehören laut Feuerwehrverband neue Tanklöschfahrzeuge mit großem Wasservorrat und zusätzliche Technik für die Wasserversorgung über lange Strecken.

Das Land investierte auch in unbemannte Landfahrzeuge, die in schwer zugänglichem Gelände eingesetzt werden können. Zudem können bei großen Waldbränden Hubschrauber der Bundespolizei und Bundeswehr angefordert werden.

Wichtige Waldbrand-Daten können Feuerwehren in Brandenburg inzwischen aus der Luft per Drohne gewinnen. Die Fluggeräte mit Kameras waren etwa bei einem Feuer im Mai bei Jüterbog im Einsatz. Drohnen seien aber noch keine Standardausrüstung bei allen Feuerwehren, so Verbands-Präsident Fünning.

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