Potsdam: Kinderschutzambulanz: Über 30 Kinder in Potsdam untersucht
Spielzeug, Bücher und ein Puppenhaus: In Brandenburgs erster Kinderschutzambulanz finden Kinder nach Verdacht auf Misshandlung einen sicheren Ort. Was die Bilanz nach wenigen Monaten zeigt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die erste Kinderschutzambulanz Brandenburgs in Potsdam zieht nach den ersten Monaten ihrer Arbeit eine positive Bilanz. "Wir haben nun etablierte Strukturen, auf die wir zur medizinischen Bewertung von Kindeswohlgefährdung zurückgreifen können", sagt Petra Degenhardt, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Ernst von Bergmann.
Wenn Kinder womöglich misshandelt oder missbraucht worden sind, können sie in einem geschützten Raum der Kinderschutzambulanz untersucht werden. Spielzeug, Bücher und etwa ein Puppenhaus sollen es dem Kind leichter machen.
64 bestätigte Fälle von Kindeswohlgefährdung in Potsdamer Klinik
Seit Jahresbeginn seien 64 bestätigte Fälle von Kindeswohlgefährdung in der Kinder- und Jugendklinik dokumentiert worden (Stichtag 15. Juni), heißt es von der Potsdamer Klinik. 31 Kinder davon wurden über die Kinderschutzambulanz begutachtet. Anfang 2026 hatte die Ambulanz laut dem Klinikum ihre Arbeit aufgenommen. Eröffnet wurde sie jedoch erst am 15. April in Anwesenheit von Gesundheitsminister René Wilke (SPD) und Jugendminister Gordon Hoffmann (CDU).
"Von den niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten wissen wir, dass auch sie glücklich über die Einrichtung unserer Kinderschutzambulanz sind", so Chefärztin Degenhardt weiter. "Sie würden es aber begrüßen, direkt an die Kinderschutzambulanz überweisen zu können, also ohne den Umweg über das Jugendamt nehmen zu müssen." Zugewiesen werden die betroffenen Kinder den Ambulanzen bislang durch das Jugendamt - beispielsweise nach Hinweisen aus Kitas, Schulen oder von Kinderärzten.
Ambulanz in Frankfurt (Oder) soll als Nächstes öffnen
Neben Potsdam gibt es zwei weitere Kinderschutzambulanzen in Brandenburg: Seit Anfang April arbeitet in Eberswalde im Landkreis Barnim eine solche Ambulanz am GLG Werner Forßmann Klinikum. Die Kinderschutzambulanz in Lauchhammer (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) hat am 1. Juni eröffnet.
Bis Ende Juni soll dem Gesundheitsministerium zufolge Frankfurt (Oder) folgen. Cottbus plant die Eröffnung bis zum Jahresende. Auch in Neuruppin könnte es eine Kinderschutzambulanz geben - wann genau ist den Angaben zufolge aber noch nicht klar.
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