Berlin: Kameras auf Uni-Toiletten - Polizei sucht nach Spuren
Heimlich installierte Kameras könnten Aufnahmen von intimsten Momenten geliefert haben. Wer steckt dahinter? Und wer konnte das sehen?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Auf Damentoiletten der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin-Lichtenberg sind Kameras entdeckt worden. Die Polizei erhofft sich nun durch mögliche Fingerabdrücke oder DNA-Spuren Hinweise auf den Täter.
Die Beamten wurden nach Angaben eines Polizeisprechers bereits am Mittwoch zum Campus Alt-Friedrichsfelde gerufen, nachdem Studierende eine Kamera gefunden hatten. Bei der Durchsuchung der Sanitäranlagen stießen Polizisten auf eine zweite Kamera. Die Hochschule erstattete Anzeige, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich. Die Toiletten waren öffentlich zugänglich.
Toiletten öffentlich zugänglich
Wie der RBB berichtete, waren die Kameras mit Klettband unter Hygienebeutelspendern befestigt. Nach Informationen des Senders konnten die Kameras keine Bilder in Echtzeit senden. Um an Aufzeichnungen zu kommen, hätten die Kameras abgenommen werden müssen - der Polizeisprecher konnte dazu nichts sagen. Die Geräte würden kriminaltechnisch untersucht, erklärte er. Dabei solle auch geprüft werden, ob Speicherkarten eingesetzt waren oder die Aufnahmen möglicherweise doch direkt online übertragen wurden.
Die Hochschule will nach dem Bericht des RBB die Kontrollen aller WC- und Sanitärbereiche nun deutlich verstärken. Zudem sollen sämtliche Kontrollen und mögliche Auffälligkeiten lückenlos dokumentiert werden.
Verdächtiger Fund in Dienstgebäude
Auch der Bezirk Lichtenberg reagierte auf den Fund - und stieß nach eigenen Angaben auf etwas Verdächtiges: In Liegenschaften in Alt-Friedrichsfelde 60, die vom Bezirksamt genutzt werden, wurden ebenfalls Klettvorrichtungen zur Befestigung von Kameras in Damentoiletten gefunden, wie der Bezirk mitteilte.
"Ich bin fassungslos und kann diese abscheuliche Tat nur deutlich verurteilen. Der oder die Täter haben widerlich gehandelt und sich strafbar gemacht", erklärte Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU). Er habe für das Bezirksamt Lichtenberg Anzeige erstattet.
Der Polizeisprecher konnte zu diesem Fall nichts sagen. Er ging aber davon aus, dass die für den Bezirk zuständigen Polizeidirektion eingeschaltet wurde.
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