Dresden: Nahrungsmangel bedroht Schwalbenpopulation

Schwalben gelten als Glücksbringer. Doch inzwischen brauchen die Vögel selbst Glück - und menschlichen Beistand. Die Zahl der Brutpaare ging in Sachsen erheblich zurück.

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Den Schwalben in Sachsen geht es nicht gut. "Die Zeit drängt. Grund ist Nahrungsmangel. "Wir müssen unbedingt etwas gegen den Rückgang unserer Schwalbenpopulation tun", erklärte Robert Clemen, Chef der Landesstiftung Natur und Umwelt.

Eine extensive Weidetierhaltung und die Förderung artenreichen Grünlandes seien ein Schritt zu mehr kleinen Fluginsekten - Nahrung der Schwalben. Auch die Renaissance des traditionellen Misthaufens könne zu "einem gut bedeckten Tisch für die Schwalben führen".

Brutbestände gingen um die Hälfte zurück

Nach Angaben der Vogelschutzwarte Neschwitz sind die Brutbestände der Rauchschwalben und Mehlschwalben - beide Arten bewohnen Gebäude - in den vergangenen 40 Jahren in Sachsen um etwa die Hälfte zurückgegangen. Sie stehen mittlerweile auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten, hieß es.

Bilanz zur Mitmachaktion "Schwalben willkommen"

Die Landesstiftung und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Sachsen wollen an diesem Samstag im Dresdner Zoo Bilanz zur Mitmachaktion "Schwalben willkommen" ziehen. Sie läuft in Regie des NABU und wird von der Stiftung finanziert. Die Aktion feiert in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag. Ihr Ziel ist der Erhalt von Brutplätzen und ihre bessere Akzeptanz bei Anwohnern.

Schwalben bauen ihre Nester in und an Häusern

Die beiden Vogelarten - auch Töpferschwalben genannt - bauen ihre Nester im unmittelbaren Wohnumfeld der Menschen. Das kann zu Konflikten führen. Menschen, die sich für die Schwalben auf ihren Grundstücken einsetzen, können als Anerkennung die Plakette "Schwalben willkommen" erhalten. Die Aktion fand bisher eine gute Resonanz. Mehr als 1.400 Bewerbungen gingen beim NABU ein.

Kleine Fluginsekten fehlen als Nahrungsquelle

Als Hauptursache für den Einbruch des Bestands gilt der Rückgang kleiner Fluginsekten. "Dieser ist wesentlich der Intensivierung und dem Rückgang der Tierproduktion im ländlichen Raum geschuldet. Ebenso führten Umbauten auf Gehöften wie auch der Verschluss von Räumen, in denen Schwalbenbruten bisher möglich waren, zu Bestandsrückgängen", teilte die Stiftung mit. Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre hätten das Übrige getan. Es habe an Material für den Nestbau gefehlt, ausgetrocknete Nester seien abgestürzt.

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