ESC 2026: Das sind die Favoriten im ESC-Finale in Wien
Von Flammenwerfer bis Opern-Pop: Diese Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer liegen bei den Wettbüros vorn und sorgen vor dem Finale für Gesprächsstoff.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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25 Lieder treten im Finale des in Wien ausgetragenen 70. Eurovision Song Contest an. Das Erste überträgt am Samstag live ab 21.00 Uhr. Der Gewinner-Song wird gegen 1.00 Uhr am frühen Sonntagmorgen feststehen. Über die folgenden zehn Songs, die im Rennen sind, wird besonders viel geredet. Sie liegen bei den Wettanbietern besonders hoch im Kurs:
Finnland (Startnummer 17)
Linda Lampenius & Pete Parkkonen (
"Liekinheitin"
): "Epic", "iconic" rufen junge Leute bei dieser Nummer mit viel Violinensound und einem brennenden Beichtstuhl. Lampenius ist eine erfolgreiche Klassikmusikerin, der 20 Jahre jüngere Parkkonen ein Popstar, der durch eine Castingshow bekannt wurde. Sie besteht wohl darauf, live Geige spielen zu dürfen, wobei man den Unterschied nicht hört, aber alle Achtung. Der Titel "Liekinheitin" bedeutet auf Deutsch "Flammenwerfer". Es geht natürlich um eine unerfüllte Liebe, von der er leidend singt: "Du bist so heiß, und doch eiskalt/Du bist, du bist/Ein Flammenwerfer."
Israel (Startnummer 3)
Noam Bettan (
"Michelle"
): Der israelische Beitrag hat einen dreisprachigen Text: Teile sind auf Hebräisch, auf Englisch, das Meiste aber auf Französisch. Die Eltern des Interpreten sind einst von Frankreich nach Israel gegangen. Noam Bettan (28) sagt, es sei ein Lied voller Energie und Gefühl. Im Text sind Herzschmerz-Vibes bezüglich der Besungenen zu vernehmen: "Michelle! Ich lasse dich gehen, adieu, meine Schöne". Beim Auftritt im ersten Halbfinale gab es politische Zwischenrufe ("Free, free Palestine!") in der Halle, vier Zuschauer wurden wegen störenden Verhaltens des Saales verwiesen. Bekanntlich bleiben diesmal fünf Länder aus Protest gegen die Teilnahme Israels und gegen das militärische Vorgehen des Landes im Gazastreifen dem ESC fern. Interpret Bettan scheint die Anfeindungen mit starker Psyche wegzulächeln.
Australien (Startnummer 8)
Delta Goodrem (
"Eclipse"
): Als der ESC das letzte Mal in Wien war, war Australien das erste Mal eingeladen und dabei. Das Land hat viele ESC-Fans und ist inzwischen eine feste Größe. Das Lied einer Interpretin aus dem australischen Castingshow-Kosmos ("The Voice") ist recht klassischer Radio-Pop und arbeitet mit Harfe, Streichern, Klavier und der fast unvermeidlichen Rückung, bei der die Sängerin zeigen kann, welche Höhen ihre Stimme erreicht.
Griechenland (Startnummer 6)
Akylas (
"Ferto"
): "The Voice Of Greece"-Teilnehmer Akylas Mytilineos (27) tritt mit einem schnellen Song mit Dancebeat, arabisch anmutenden Elementen und 80er-Videospielsounds an. Akylas benutzt griechische, englische, spanische und französische Wörter. Textlich geht es in "Ferto" (in etwa "Gib her"/"Bring her") um Überkonsum und den Drang, immer mehr besitzen zu wollen. Persönlicher Hintergrund: Als er Kind war, konnte sich seine Mutter nicht alles für ihn leisten. Deshalb gibt es im Text auch eine Passage, die sich an sie richtet: "Ich werde dafür sorgen, dass es uns an nichts mehr fehlt, Mama."
Dänemark (Startnummer 1)
Søren Torpegaard Lund (
"Før vi går hjem"
): Nebelmaschine, nackte Haut und sprühende Funken begleiten den dramatischen Popsong von Musicaldarsteller Søren Torpegaard Lund. "Før vi går hjem" ("Bevor wir nach Hause gehen") handelt von einer heißen Partynacht, die nicht zu Ende gehen soll. Während die Nummer ordentlich Power hat, bleibt abzuwarten, ob sie die europäischen Zuschauer in der Originalsprache genauso mitreißt wie das dänische Publikum. Lund hat den Song selbst als "eine sauer-süße Süßigkeit" beschrieben.
Rumänien (Startnummer 24)
Alexandra Căpitănescu (
"Choke Me"
): Aufsehenerregende Rocknummer (mit opernhaften Koloraturen), die das Zeug zum Skandal hatte, der dann aber nie richtig losbrach. "Choke me" - also "Würg mich" - romantisiere unnötig sexuelle Strangulation und sei gefährlich, da die Praxis zum Tod führen könne, meinten Aktivisten. Die Sängerin selbst beschwichtigte: Darum gehe es in dem Song doch gar nicht, sondern viel mehr um eine erdrückende Beziehung. Die EBU ließ den Song dann auch unbeanstandet im Rennen.
Frankreich (Startnummer 15)
Monroe (
"Regarde!"
): Das französische Fernsehen schickt eine Pop-Arie ins Rennen. Die erst 17 Jahre alte Sopranistin Monroe Rigby, geboren in den USA (Salt Lake City), vertritt die Grande Nation mit hohen Tönen und viel Pathos. Genau wie der letztjährige ESC-Sieger JJ ist sie in der Opernwelt beheimatet, interessiert sich aber eben auch für Pop. Das Liebeslied enthält Stellen wie: "Sieh mich an, sieh dich selbst an/Das ist Liebe, sie trifft dich wie ein Blitz."
Italien (Startnummer 22)
Sal Da Vinci (
"Per sempre sì"
): Nostalgisch und zeitlos anmutende Pop-Ballade mit neapolitanischem Flair und 70er-Disco-Einflüssen. Auch thematisch ist das gefühlvolle Lied eher konservativ, handelt von einem Hochzeitsgelübde als Liebeserklärung - auf Deutsch: "Für immer Ja". Sal Da Vinci (57) bekam, wie üblich, als Gewinner des Sanremo-Festivals das Recht, Italien beim ESC zu vertreten. Er sagte Ja und brennt für den Wettbewerb. Im Sommer 2024 war sein Song "Rossetto e caffè" (Lippenstift und Kaffee) mal ein Tiktok-Trend; zahlreiche Clips mit dem Lied zeigten Nutzer beim Morgenritual, Partymachen oder Flirten - wichtig dabei meist: dramatisches Lippenstift-Auftragen.
Ukraine (Startnummer 7)
Leléka (
"Ridnym"
): Die Komponistin und Jazzmusikerin Viktoria Leléka (35), die seit zehn Jahren in Berlin lebt, tritt mit einer Hymne an, die "An die Liebsten" gerichtet ist (das bedeutet das ukrainische "Ridnym"). Der mehrsprachige Song versprüht Melancholie mit folkloristischen Elementen, kraftvollen Vocals und einer feen-artigen Erscheinung der Interpretin. Inhaltlich geht es um innere Stärke und die Kraft der Zuversicht in Zeiten von Zerfall und Unsicherheit.
Bulgarien (Startnummer 12)
Dara (
"Bangaranga"
): Darina Nikolaewa Jotowa (27) alias Dara aus Warna am Schwarzen Meer gehört zu den derzeit erfolgreichsten Sängerinnen Bulgariens. Ihr Beitrag ist kein typischer Dance-Song, denn in den Instrumental-Teilen verliert er immer wieder Tempo, steigert sich dann aber wieder. Manche meinen, das Lied klinge, als sei es aus mehreren Songs zusammengesetzt. Musikalisch ist der Song ein Mash-up aus Balkan-Beats, K-Pop und Club-Sounds. Der Titel bedeutet so viel wie "Aufruhr". Das Wort "Bangaranga" stammt aus dem jamaikanischen Kreolisch. Dara nutzt das Wort als Ausruf gegen gesellschaftliche Normen. Passend dazu heißt es im Text etwa auch "Willkommen zum Aufstand" (also auf Englisch: "Welcome to the riot").
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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