Weiterer Virus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: 115 Menschen infiziert - wie hoch ist die Gefahr auf dem Meer?

115 Erkrankte, ein Schiff voller Menschen auf engstem Raum und ein Virus, das schon in winzigen Mengen zuschlägt – auf der "Caribbean Princess" zeigt sich gerade, warum Kreuzfahrten eine besondere Gefahr für Viruserkrankungen darstellen.

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An Bord der "Caribbean Princess" ist der Norovirus ausgebrochen (Symbolbild). (Foto) Suche
An Bord der "Caribbean Princess" ist der Norovirus ausgebrochen (Symbolbild). Bild: dpa/Markus Scholz
  • Norovirus-Alarm auf Luxusliner: Über 100 Infizierte an Bord der "Caribbean Princess"
  • Kreuzfahrt wird zur Seuchenfalle: CDC meldet Virus-Ausbruch auf Karibik-Reise
  • Hohe Ansteckungsgefahr auf Kreuzfahrtschiffen: Warum sich Noroviren so schnell verbreiten
  • Experten warnen Urlauber: Mit diesen Maßnahmen schützen sich Reisende vor Infektionen

Nach dem Ausbruch des Hantavirus und insgesamt drei Todesfällen folgt nun die nächste schlechte Nachricht für Kreuzfahrtschiff-Liebhaber - ein weiteres Schiff wird zur Seuchenfalle.Auf dem Kreuzfahrtschiff "Caribbean Princess" ist ein hochansteckender Norovirus-Ausbruch gemeldet worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC haben sich 115 Menschen mit dem Erreger angesteckt – darunter 102 Passagiere und 13 Crewmitglieder.

Weiterer Virus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff - Norovirus auf der "Caribbean Princess"

 

Die Behörde wurde am Donnerstag über den Vorfall informiert. Das Schiff befindet sich derzeit auf einer Reise entlang der Antillen. Start- und Zielhafen sind Fort Lauderdale sowie Port Canaveral in Florida. Insgesamt befinden sich 3.116 Menschen an Bord des Kreuzers.

Noroviren - aufgepasst bei diesen Symptomen

Noroviren lösen Magen-Darm-Erkrankungen aus und führen typischerweise zu Symptomen wie Durchfall und Erbrechen. 

Warum Kreuzfahrtschiffe ideale Brutstätten für Viren sind

Die beengten Verhältnisse auf Kreuzfahrtschiffen schaffen optimale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheitserregern. "Auf Kreuzfahrtschiffen sind die Leute überwiegend in Innenräumen und sie sind eng beieinander, etwa wenn sie zu Stoßzeiten beim Buffet sind", erklärt Prof. Dr. Christian Sieben vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gegenüber der "Apotheken-Umschau".

Tausende Passagiere teilen sich über Tage oder Wochen dieselben Räumlichkeiten – von Kabinen und Aufzügen bis hin zu Restaurants, Bars und Sportstätten. Die ständigen Begegnungen in diesem begrenzten Umfeld begünstigen die Verbreitung von Erregern erheblich.

"Vor allem Tröpfchen- und Schmierinfektionen können sich auf Kreuzfahrtschiffen gut ausbreiten, weil hier vieles gemeinsam und auf engem Raum genutzt wird", so der Experte weiter.

Noroviren – schon kleinste Mengen reichen für eine Infektion

Unter den verschiedenen Krankheitserregern auf Kreuzfahrtschiffen treten Noroviren besonders häufig auf. Der Grund: Diese Viren sind bereits in winzigen Mengen hochansteckend und können sich über mehrere Wege verbreiten.

Die Übertragung erfolgt über kontaminierte Hände, verunreinigte Oberflächen oder belastete Lebensmittel. Gerade an Buffets, wo viele Menschen dieselben Utensilien berühren, steigt das Risiko einer Ansteckung deutlich.

Neben Noroviren spielen auch Atemwegsviren wie Influenza, Corona oder RS-Viren eine wichtige Rolle an Bord, da das enge Beisammensein deren Ausbreitung von Person zu Person begünstigt.

So können sich Reisende vor Ansteckung schützen

Wer auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist, kann das Infektionsrisiko mit einfachen Maßnahmen senken. "Hygiene ist entscheidend", betont Prof. Dr. Christian Sieben. Der Experte rät zu regelmäßigem Händewaschen und empfiehlt, sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen.

Besonders wichtig: Situationen mit vielen Menschen auf engem Raum sollten Reisende möglichst kurz halten oder ganz vermeiden. "Am besten dann zum Essen gehen, wenn gerade nicht so viel los ist. Stoßzeiten sollte man eher meiden", so Sieben.

Bei großen Menschenansammlungen kann zudem das Tragen einer FFP2-Maske sinnvoll sein. Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich bereits vor der Buchung über die medizinische Versorgung an Bord informieren und mit ihren Ärzten klären, ob zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind.

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