Kriminalität: Hipp verteidigt vorsichtige Kommunikation zu Gift-Gläschen
Die Erpresser-Mail kam Ende März. Mitte April wurde die Polizei alarmiert. Der Babykosthersteller äußert sich nur zurückhaltend zu dem Fall. Der Hipp-Chef erklärt, warum.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Chef des Babykostherstellers Hipp hat die zurückhaltende Kommunikation seiner Firma zu dem Erpressungsversuch mit vergifteter Nahrung verteidigt. Es gehe darum, dass die Sicherheitsbehörden "umso ungestörter ermitteln können, je weniger nach außen dringt", erklärte Geschäftsführer Stefan Hipp der österreichischen Zeitung "Die Presse".
Jede Nachricht behindere die Ermittlungen. Deshalb würden alle Mitteilungen des Unternehmens im oberbayerischen Pfaffenhofen vor der Veröffentlichung mit den Ermittlern abgesprochen, sagte Hipp.
"Existenzgefährdend" für Hipp
"Unsere Absicht war und ist, ihre Arbeit nicht zu gefährden, damit der Verbrecher so schnell wie möglich gefasst werden kann und kein Kind zu Schaden kommt", sagte der Unternehmer. Die Ereignisse der vergangenen Tage seien "für ein mittelständisches Unternehmen wie Hipp existenzgefährdend", meinte er.
Hipp erklärte auch, warum so viel Zeit zwischen dem Eintreffen des Erpresserschreibens und der ersten Reaktion des Unternehmens verging. Die E-Mail sei am 27. März in einem Sammelpostfach für Anfragen aus dem Ausland gelandet, das nur alle zwei bis drei Wochen kontrolliert werde, fasste "Die Presse" seine Aussagen zusammen. "Das wäre so, als würden Sie einen Brief über den Zaun ins Firmengelände werfen und hoffen, dass es jemand findet", sagte Hipp. Sobald die Mail am 16. April entdeckt worden sei, habe man die Polizei informiert.
Vergiftete Gläschen in drei Staaten, keine Funde in Deutschland
Mit Rattengift in Babynahrung wird versucht, den Babykosthersteller zu erpressen. Die Polizei sucht nach dem noch unbekannten Täter. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser entdeckt.
Laboruntersuchungen ergaben, dass diese Rattengift enthielten. Ein weiteres Glas wird im österreichischen Burgenland noch gesucht. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Produkte gefunden.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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