Schnee-Schock zum Ferienstart: Deutschland erlebt Winter-Comeback
Ausgerechnet zum Start der Osterferien zeigt sich Deutschland noch einmal von seiner eisigen Seite: Schnee in den Alpen, Frost in weiten Teilen des Landes und Glätte am Morgen. Selbst die Hoffnung auf sonnige Ostertage bleibt vorerst ein Wetter-Krimi.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Zum Ferienstart bringt Polarluft Schnee, Frost und Glätte nach Deutschland
- In den Alpen sind bis zu 50 Zentimeter Neuschnee gefallen
- Auch die erste Osterferienwoche bleibt laut Experten kühl, windig und wechselhaft
Pünktlich zum Start der Osterferien in neun Bundesländern zeigt sich Deutschland von seiner winterlichen Seite. In den Alpen sind oberhalb von 1.000 Metern über Nacht zwischen 15 und 30 Zentimeter Schnee gefallen, in Staulagen sogar bis zu 50 Zentimeter. Im bekannten Skigebiet Oberstdorf liegen aktuell rund 30 Zentimeter der weißen Pracht.
Die niedrigen Temperaturen sorgen am Freitagmorgen nahezu bundesweit für Glätte und Frost – lediglich die Küstenregionen von Nord- und Ostsee bleiben davon verschont. Schüler im Süden können nach Schulschluss noch einmal auf die Piste oder Schneemänner bauen: Mehrere Liftbetreiber im Schwarzwald und in den Alpen haben angekündigt, ihre Anlagen für dieses Wochenende erneut in Betrieb zu nehmen. "Der jüngste Polarluft-Vorstoß ist eine herbe Klatsche", kommentiert Wetter-Experte Kai Zorn gegenüber der "Bild" den Kälteeinbruch nach den vergangenen sonnigen und warmen Wochen.
Wechselhaftes Wochenende mit Schnee in den Bergen
Der Freitag präsentiert sich dabei noch vergleichsweise ruhig. Nach den letzten Schneeschauern am Alpenrand lockert es vor allem im Nordosten längere Zeit auf. Die Temperaturen erreichen tagsüber Werte zwischen 4 und 11 Grad, wobei es in den Bergen und an den Alpen deutlich kühler bleibt.
Am Samstag ändert sich die Lage jedoch grundlegend: Ein neues Frontensystem zieht von Nordwesten heran und bringt zunächst der westlichen Landeshälfte Wolken und Niederschläge. In den Mittelgebirgen – etwa im Hochsauerland, Thüringer Wald, Harz und Nordschwarzwald – können oberhalb von 400 bis 600 Metern erneut Schneeflocken fallen. Diese schmelzen allerdings rasch wieder, nur auf den höchsten Gipfeln bleiben wenige Zentimeter liegen.
Am Sonntag verlagern sich die Niederschläge in die Südosthälfte. Im Laufe des Wochenendes beginnt auch in den Alpen die Schneeschmelze, wenngleich die 30 Zentimeter in Oberstdorf noch einige Zeit brauchen werden, um vollständig zu verschwinden.
Strenger Frost bis minus 10 Grad in Alpentälern
Die Nächte haben es in sich: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor leichtem Frost bis minus 4 Grad in weiten Teilen des Landes. Im Bergland sinken die Temperaturen auf bis zu minus 8 Grad, in höher gelegenen Tälern der süddeutschen Mittelgebirge und der Alpen droht sogar strenger Frost unter minus 10 Grad. Besonders am Samstagmorgen steigt in den westlichen Mittelgebirgen oberhalb von 400 bis 600 Metern die Glättegefahr durch leichten Schneefall. Tagsüber herrscht in den Gipfellagen teilweise Dauerfrost. Auch in der Nacht zum Sonntag müssen sich Autofahrer auf Minusgrade zwischen 0 und minus 4 Grad im Süden und Osten einstellen. Wetter-Experte Kai Zorn rät daher zur Vorsicht: "Zur Vorsicht bleiben die Winterreifen bitte noch drauf. Die Sommerblumen bleiben drinnen."
Erste Osterferienwoche bleibt ungemütlich
Für Schüler, die am Wochenende in die Ferien starten, hält das Wetter zunächst wenig Erfreuliches bereit. "Die erste Ferienwoche verläuft zunächst durchwachsen, windig bis stürmisch und unterkühlt", prognostiziert Wetter-Experte Björn Alexander vom Portal wetter.de. An den Alpen fällt in den Hochlagen teils kräftiger Schneefall, auch im restlichen Bergland sind Schnee- und Graupelschauer möglich. Am Montag und Dienstag ziehen wiederholt Schauer durch, begleitet von starken Böen aus Nordwest bis West. An den Küsten und im Bergland können stürmische Böen auftreten. Die Höchstwerte bewegen sich zwischen 6 und 13 Grad. Ab Mittwoch deutet sich jedoch eine Wetterberuhigung an. Die Schauer lassen nach, und die Temperaturen steigen spürbar an – am Donnerstag sind bereits 9 bis 17 Grad möglich. "Die zweite Woche lässt auf mehr Wärme und Beständigkeit hoffen", so Alexander.
Wetter an Ostern 2026 gleicht einem Lottospiel
Wer bereits jetzt wissen möchte, ob die Ostereiersuche im Sonnenschein oder im Schnee stattfindet, muss sich gedulden. "Richtung Ostern will sich das Wetter noch nicht so richtig in die Karten schauen lassen. Eine präzise Wettervorhersage gleicht eher einem Lottospiel", erklärt DWD-Meteorologe Adrian Leyser gegenüber "Bild". Entscheidend sei die Zugbahn eines Hochdruckgebiets, deren Verlauf derzeit völlig unklar ist.
Die Konsequenz: "Angrillen bei Sonne und milden Temperaturen scheint ebenso möglich wie eine Ostereiersuche im Schnee", so Leyser. Dennoch überwiegt bei den Experten vorsichtiger Optimismus. "Die Trends zeigen durchaus aufwärts", meint Björn Alexander. Auch Kai Zorn sieht das Gröbste überstanden: "10 bis 15 Grad mit Sonne, Wolken und Schauern sind wahrscheinlicher als Schneemannbau."
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bua/gom/news.de/dpa/stg
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