Urlauber-Albtraum in Golfregion: Flüge gestrichen, Drohneneinschläge neben Kreuzfahrtschiff - tausende Touristen betroffen

Nach Raketenangriffen im Iran und der Golfregion sitzen Tausende Touristen in Nahost fest. Unter Reisenden macht sich Unmut breit, nachdem Kreuzfahren gestoppt und Flüge gestrichen wurden. Wann können die Urlauber wieder nach Hause?

Erstellt von - Uhr

An den beiden großen Flughäfen von Dubai wurde der Flugverkehr bis auf weiteres ausgesetzt. Die Stimmung unter den Reisenden ist angespannt. (Foto) Suche
An den beiden großen Flughäfen von Dubai wurde der Flugverkehr bis auf weiteres ausgesetzt. Die Stimmung unter den Reisenden ist angespannt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Altaf Qadri
  • Eskalation im Iran: Urlauber in Golfregion gestrandet
  • Iranische Drohnen schlagen neben Kreuzfahrtschiff ein
  • Flugverkehr lahmgelegt, Kreuzfahrtschiffe sitzen fest - wie lange müssen Touristen ausharren?

Für unzählige Reisende ist der Traumurlaub zum Albtraum geworden: Nach Raketenangriffen in der Golfregion sitzen tausende deutsche Touristen fest. Der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran hat die gesamte Region in ein Krisengebiet verwandelt.

Iran-Krieg trifft Touristen in Golfregion unvorbereitet - Kreuzfahrtschiffe sitzen in Häfen fest, Flüge gestrichen

Die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" von TUI Cruises können wie andere Schiffe ihre Häfen nicht verlassen. Zusammen bieten sie Platz für mehr als 5.000 Reisende. Eine Weiterfahrt über die Straße von Hormus, die nur wenige Kilometer von der iranischen Küste entfernt liegt, ist ausgeschlossen – die Meerenge ist für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt.

Insgesamt befinden sich sechs Kreuzfahrtschiffe in den Häfen von Dubai, Abu Dhabi und der katarischen Hauptstadt Doha. Darunter die "MSC Euribia" mit einer Kapazität von über 6.000 Passagieren – ihre für den 1. März geplante Orient-Kreuzfahrt wurde kurzfristig abgesagt. An Bord läuft zwar der normale Hotelbetrieb weiter, doch die Anspannung bleibt. "Vor wenigen Minuten erst waren wieder mehrere laute Donnergeräusche zu hören", berichtet ein Gast der "MSC Euribia". Die Passagiere erhielten neue Zimmerkarten, ausgestellt bis zum 6. März.

Auch der Luftweg bleibt versperrt: An sieben großen Flughäfen der Region wurden laut Flightradar24 über 3.400 Flüge gestrichen. In Dubai und Abu Dhabi herrscht Stillstand. Wann die Betroffenen nach Hause können, weiß derzeit niemand.

Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sind viele Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging nichts mehr. (Foto) Suche
Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sind viele Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging nichts mehr. Bild: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Kabir Jhangiani

Eskalation in Nahost: Drohnen-Einschlag nur wenige Meter von "Mein Schiff 4" entfernt

Die Lage für die Passagiere der "Mein Schiff 4" im Hafen Port Zayed von Abu Dhabi ist besonders bedrohlich. Am Nachmittag des 1. März 2026 schlugen iranische Kampfdrohnen nur wenige Meter vom Schiff entfernt im Wasser ein. Schwarze Rauchsäulen stiegen über dem Meer auf. "Es war ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe", schildert ein Passagier die Situation der "Bild" zufolge. Die Besatzung forderte alle Gäste auf, sich ins Schiffsinnere zu begeben und Fenster zu meiden. Gegen 16.30 Uhr Ortszeit erhielten die rund 2.500 Passagiere und 1.000 Crewmitglieder einen Notfall-Alarm auf ihre Handys mit der Anweisung, sich im Theater zu versammeln. Bei den Reisenden liegen die Nerven blank: "Viele Passagiere, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, verlieren langsam die Nerven: Panik, Weinen, Angst vor weiteren Einschlägen", berichtet ein Gast. Ob es Verletzte gibt, ist bislang nicht bekannt.

Vereinigte Arabische Emirate übernehmen Hotelkosten für gestrandete Passagiere

Die Vereinigten Arabischen Emirate übernehmen nach Behördenangaben angesichts der Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran die Kosten für Unterkünfte von gestrandeten Passagieren im Land. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM teilte die Generalbehörde für Zivilluftfahrt mit, dass dies "alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere" betreffe.

Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben nach bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten. Es wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt, zudem die Umbuchung der Flüge nach den genehmigten Betriebsplänen erleichtert. Zu den Maßnahmen gehöre auch die Umleitung einiger Flüge zwischen den Flughäfen des Landes. In Saudi-Arabien teilte das Außenministerium mit, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

Weiterreise ungewiss: Urlauber in Golfregion müssen weiter ausharren

TUI Cruises hat alle Abfahrten in der Region bis einschließlich 2. März gestrichen. Eine verlässliche Prognose für die kommenden Tage sei aufgrund der dynamischen Lage nicht möglich, teilte das Unternehmen mit. Betroffene Gäste bekommen entweder den Reisepreis zurück oder zehn Prozent Rabatt bei einer Umbuchung auf eine andere Reise.

Das Auswärtige Amt hat am Samstag (28.02.2026) Reisewarnungen für mehr als ein Dutzend Länder zwischen Libanon und Oman herausgegeben. Alle Deutschen in der Region werden aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen. Zudem sollten sich Betroffene bei ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft über mögliche Ausreisewege informieren. Wann die gestrandeten Urlauber nach Hause können, bleibt völlig offen.

Flugverkehr nach Luftangriffen lahmgelegt - blankes Chaos am Dubai International Airport

Emirates-Flugzeuge werden nach der Schließung des Dubai International Airport geparkt. (Foto) Suche
Emirates-Flugzeuge werden nach der Schließung des Dubai International Airport geparkt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Altaf Qadri

An den Flughäfen der Region herrschen katastrophale Zustände. Der internationale Flughafen Dubai sowie der Al Maktoum Airport haben den Betrieb komplett eingestellt. "Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal", beschreibt ein deutscher Urlauber die Situation gegenüber "Bild".

Die Lufthansa hat sämtliche Flüge von und nach Dubai gestrichen. Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv bleiben bis zum 7. März ausgesetzt. Eine Hamburgerin, die auf dem Rückweg aus Malaysia in Dubai festsitzt, berichtet: Die einzige Information sei, dass auch in den nächsten 24 Stunden nichts weitergehe. Von ihrem Hotel aus sehe sie Rauchsäulen über der Stadt aufsteigen.

Weitere Beiträge zum Thema haben wir hier für Sie zusammengefasst:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.