Feuer-Drama in Crans-Montana, Schweiz: Dutzende Tote und Verletzte nach Silvester-Inferno - erste Todesopfer identifiziert

Die Neujahrsnacht wurde in der Schweiz von einer tödlichen Tragödie überschattet: In einer Bar in Crans-Montana, wo mehr als 100 Menschen Silvester feierten, ereignet sich eine Explosion. Was bisher bekannt ist.

Erstellt von - Uhr

Mehrere hundert Trauernde versammeln sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes in der Bar und Lounge "Le Constellation" zu gedenken, bei dem es Tote und Verletzte gab. (Foto) Suche
Mehrere hundert Trauernde versammeln sich, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden, um der Opfer des Brandes in der Bar und Lounge "Le Constellation" zu gedenken, bei dem es Tote und Verletzte gab. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Alessandro Della Valle
  • Explosion bei Silvesterparty in der Schweiz endet in Katastrophe
  • Dutzende Tote und 115 Verletzte in Constellation Bar in Crans-Montana
  • Ursache von tödlicher Explosion noch unklar - Flashover-Theorie als Ermittlungsansatz

Eine verheerende Explosion hat in der Silvesternacht 2025/26 den Schweizer Skiort Crans-Montana erschüttert. Das Unglück ereignete sich gegen 01.30 Uhr in der Constellation Bar im Zentrum des beliebten Ferienortes im Kanton Wallis. Nach offiziellen Angaben sind ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten von ihnen schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben.

Silvester-Tragödie: Dutzende Tote bei Feuer in Schweizer Nobel-Skiort

Das Feuer war in der Nacht in der Bar "Le Constellation" ausgebrochen. Dort hatten Hunderte Menschen Silvester gefeiert. Die Ursache für den Brand ist unklar. "Es gibt mehrere Hypothesen", sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, "dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat". Augenzeuginnen hatten dem französischen Sender BFMTV gesagt, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden, durch die die Decke Feuer gefangen habe. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper. "Das Drama ist erst ein paar Stunden her und ich kann nichts bestätigen. Die Untersuchung läuft", sagte Pilloud.

Erste Todesopfer aus Crans-Montana identifiziert

Gut 48 Stunden nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Polizei die ersten der 40 Todesopfer identifiziert. Es handelt es sich nach diesen Angaben um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die Leichname seien den Familien übergeben worden. Die Identifizierung laufe auf Hochtouren, versichern die Behörden. Im Einsatz ist dabei eine 30-köpfige Spezialeinheit zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Sie war nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Südostasien aufgebaut worden. Unter den Toten dürften aus Ausländer sein. Von den 119 Verletzten waren bis Freitag (02.01.2026) 113 identifiziert worden. Darunter waren 71 Schweizer sowie 14 Franzosen, elf Italiener, vier Serben sowie einzelne Personen aus anderen Ländern. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet.

Theorie "Flashover" bei Brandtragödie in Crans-Montana

Über die Brandursache bei der Silvesterparty-Tragödie in Crans-Montana in der Schweiz gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Es kursiert aber eine Theorie, wieso so viele Menschen starben und nicht flüchten konnten. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar, nannte aber keine Quelle für diese These.

"In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte", hieß es in der Mitteilung des Staatsrats (der Regierung des Kantons). Die ermittelnde Staatsanwältin Beatrice Pilloud sagte später lediglich, der gesamte Raum habe Feuer gefangen und das habe zu einer Explosion geführt.

Ein Feuerwehrmann beobachtet die abgeriegelte Bar Le Constellation, in der ein verheerendes Feuer während der Silvesterfeierlichkeiten in Crans-Montana in den Schweizer Alpen Tote und Verletzte forderte. (Foto) Suche
Ein Feuerwehrmann beobachtet die abgeriegelte Bar Le Constellation, in der ein verheerendes Feuer während der Silvesterfeierlichkeiten in Crans-Montana in den Schweizer Alpen Tote und Verletzte forderte. Bild: picture alliance/dpa/AP | Antonio Calanni

Die Brandschutzsachverständige Sandra Barz erklärte im ARD-"Brennpunkt" das Phänomen "Flashover" als ein "kleines Brandereignis", das die Hitze an die Umgebungstemperatur abgebe - dann sammele sich unter der Decke die Hitze. Dieser Wärmestau werde heißer und heißer. Alle brennbaren Materialien in dem betroffenen Raum würden dann irgendwann chemisch zersetzt und bildeten bestimmte Gase. "Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird."

Im Zuge eines "Flashovers" erfolgt nach Darstellung von Barz ein Temperaturanstieg innerhalb von geringer Zeit, auf etwa 1.000 bis 1.200 Grad. Zusätzlich falle der Sauerstoffgehalt auf unter vier Prozent. Sie betonte: "Das heißt, unser menschlicher Körper ist dafür nicht gemacht." Selbst für Feuerwehrleute stelle das eine schwierige Situation dar. Für Menschen ohne Schutzkleidung sei sie nicht zu überleben. In Deutschland gebe es "sehr gute Brandschutzvorschriften", etwa bestimmte Anforderungen an Baustoffe. "Aber natürlich ist die Umsetzung und auch die Handhabung immer das A und O: Wie gehen die einzelnen Personen damit um? Deshalb, es kann leider auch hier dazu kommen", stellte Barz klar.

Ermittler suchen: Was war der Auslöser des Brand-Infernos?

Während die Ermittler nach der Ursache für das verheerende Feuer im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana suchen, werfen Aufnahmen in sozialen Medien Fragen auf. Die nicht verifizierten Videoaufnahmen und Fotos sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal Champagnerflaschen in ihren Händen halten, in denen Wunderkerzen stecken. Funken sprühen Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen. "Wie in jedem Fall wird in jede Richtung ermittelt", sagte ein Schweizer Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ob die Aufnahmen den Ermittlern bekannt seien, könne er nicht bestätigen, doch er gehe davon aus, sagte er am Freitagmorgen.

Handys, die am Unglücksort sichergestellt wurden, würden ausgewertet, hatte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, am Abend des 1. Januar in einer Pressekonferenz mitgeteilt. Auch Augenzeugen berichteten über Sprühkerzen. Der 19-jährige Nathan, der sich nach eigenen Angaben rechtzeitig aus der Bar retten konnte, erzählte der Schweizer Zeitung "Blick": "Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen." Sie habe die Sprühkerzen so hoch geschwenkt, dass sie die Decke berührt hätten. Diese habe plötzlich Feuer gefangen, zitierte die Zeitung den jungen Schweizer.

Silvesterfete in Crans-Montana endet im Inferno: "Viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte"

Zahlreiche der mehr als 110 Verletzten weisen nach dem Inferno lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und 8 minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Rafoul, dem Sender RTS sagte. Junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren gehören Angaben von Klinkdirektorin Claire Charmet vom Uniklinikum Lausanne zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, hieß es in der Schweizer Zeitung "24 Heures".

Ein Polizist sichert einen Bereich in der Nähe des Brandes in der Bar und Lounge "Le Constellation" in Crans-Montana niedergelegt, bei dem es Dutzende Tote und mehr als 100 Verletzte gab. (Foto) Suche
Ein Polizist sichert einen Bereich in der Nähe des Brandes in der Bar und Lounge "Le Constellation" in Crans-Montana niedergelegt, bei dem es Dutzende Tote und mehr als 100 Verletzte gab. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Jean-Christophe Bott

Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. "Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt." Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. "Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation", so Claire Charmet weiter.

Rafoul sagte weiter, es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein. Je nach Schweregrad der Verbrennung - also ihrer Tiefe und ihrer Ausdehnung - ist eine Hauttransplantation erforderlich. Wenn 60 Prozent oder mehr der Hautoberfläche verbrannt sind, besteht unter anderem das Risiko eines Multiorganversagens und damit Lebensgefahr.

Die Identität der Toten und Verletzten ist noch unklar. "Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen. Wir haben vollstes Vertrauen in die Teams, die sich um die Identifizierung kümmern", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. "Wir haben viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte." Ob Deutsche von dem Feuer betroffen sind, ist nach wie vor offen. Das Auswärtige Amt steht mit den Behörden in Verbindung.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin besuchte am Neujahrstag den Unglücksort. "Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in der Geschichte dieses Landes gab. Wir sind bestürzt", sagte er. Er kündigte an, dass das Unglück aufgearbeitet werde. "Es wird Untersuchungen geben, damit wir herausfinden, wie es zu diesem Drama kommen konnte. Wir sind es den Opfern schuldig, dass wir die Ursachen herausfinden."

Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte auf der Plattform X mit, Frankreich nehme Verletzte in seinen Krankenhäusern auf und stehe für jede Hilfe zur Verfügung. Verletzte wurden Berichten zufolge bereits nach Paris und Lyon gebracht. Daneben haben auch Schweden und Nordmazedonien ihre Hilfe angeboten.

Brand-Katastrophe von Crans-Montana: 50 Schwerverletzte müssen ins Ausland

Nach der Akutversorgung der Brandopfer von Crans-Montana muss fast die Hälfte der 119 Schwerverletzten mangels Kapazität in der Schweiz ins Ausland verlegt werden. Deutschland hat bereits Menschen aufgenommen und weitere Kapazitäten angeboten. Bis Sonntag (04.01.2026) sollen 50 Menschen verlegt werden, teilt das schweizerische Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit. Angeflogen werden unter anderem auch Kliniken in Frankreich, Italien und Belgien.

Im Kinderspital Zürich werden fünf minderjährige Brandopfer behandelt, wie Kathrin Neuhaus, Chefärztin des dortigen Brandverletzungszentrums, dem Sender SRF sagt. Teilweise sei mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. "Das heißt, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systematisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System", sagt sie. Zudem hätten viele durch das Einatmen von Rauch schwere Schädigungen etwa der Lunge. Vielen der jungen Patienten stehe eine zweistellige Zahl von Eingriffen bevor. Sie müssen dann mehrmals die Woche in den Operationssaal (OP). "Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen", sagte sie.

Brandopfer von Crans-Montana in Stuttgarter Klinik

Drei der zahlreichen Brandopfer aus dem Schweizer Skiort Crans-Montana werden im Nachbarland Baden-Württemberg behandelt - Ein Mensch liegt in Stuttgart, zwei Menschen wurden in Tübingen untergebracht. ein Opfer kam in eine Stuttgarter Fachklinik. "Seitens des Marienhospitals Stuttgart kann ich bestätigen, dass ein Patient aufgenommen wurde und in unserem Haus intensivmedizinisch versorgt wird", sagte eine Kliniksprecherin. Weitere Auskünfte wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erteilt.

Das Marienhospital ist seit 1983 ein Zentrum für Schwerbrandverletzte in Baden-Württemberg. Als schwerbrandverletzter Patient wird man laut der Homepage anfangs auf der operativen Intensivstation in klimatisierten Spezialräumen behandelt. Auch die BG Klinik Tübingen ist in die medizinische Versorgung der Verletzten eingebunden. "Aufgrund der besonderen Expertise in der Schwerbrandverletztenversorgung wurde die BG Klinik Tübingen in den internationalen Hilfseinsatz eingebunden. Zwei schwer verletzte Personen wurden zur Behandlung in unsere Klinik aufgenommen", sagte eine Sprecherin.

Die BG Klinik Tübingen sei auf die Versorgung einer großen Anzahl von schwer verletzten Personen, die zeitgleich die Klinik erreichen, vorbereitet und halte für diesen Fall jederzeit umfassende Ressourcen bereit. "Aus Gründen des Datenschutzes und des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen werden wir keine Angaben zum Gesundheitszustand einzelner Personen machen", sagte die Sprecherin weiter.

Mindestens 22 Verletzte aus Crans-Montana identifiziert

Die 22 Brandopfer aus Crans-Montana, die in einer Schweizer Spezialklinik in Lausanne behandelt werden, sind identifiziert. Das sagte die Direktorin des Universitätsklinikums Waadt (CHUV), Claire Charmet, dem Schweizer Sender RTS. Viele Familien hatten in sozialen Medien verzweifelte Aufrufe gepostet, weil sie nicht wussten, ob ihre Kinder unter den Verletzten oder Toten waren. In den ersten Stunden nach dem Unglück war aber die höchste Priorität der Kliniken, das Leben der Patienten zu retten, nicht die Identifizierung. Insgesamt waren 115 Verletzte auf verschiedene Kliniken verteilt worden, teils auch in Deutschland. Rund 40 größtenteils junge Menschen waren in der Silvesternacht bei dem Brand in einer Bar in dem Ferienort ums Leben gekommen. Die Behörden planten für Freitagnachmittag eine weitere Pressekonferenz.

Alle 22 seien schwerstens verletzt, sagte Charmet: "Die Prognosen sind für jeden dieser Verletzten, die alle schwere Verbrennungen erlitten haben, sehr ernst." Viele dürften sehr lange Behandlungen benötigen. Familienangehörige seien teils vor Ort. Die Klinik sei mit Material und Personal ausreichend ausgestattet. Dennoch sollten einige Patientinnen und Patienten verlegt werden, teils auch ins Ausland. Nach bisherigen Erkenntnissen stammten viele der Opfer aus Frankreich und Italien. Denkbar ist, dass sie in ihre Heimat gebracht werden, um näher bei ihren Familien zu sein. Beide Länder haben selbst Spezialkliniken für Brandverletzungen und der Schweiz Unterstützung angeboten.

Schweizer Nobel-Skiort unter Schock nach tödlichem Feuerdrama zu Silvester

Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren." Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht", schrieb er auf X. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.

Behörden: Verpuffung bei Silvesterbrand war keine Sprengsatz-Explosion

Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. "Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt. Zur Brandursache konnte Staatsanwältin Pilloud zunächst keine Angaben machen. Ebenso äußert sie sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten.

Verheerender Brand in der Schweiz: Kerzen oder Feuerwerk als Auslöser?

Nach dem verheerenden Brand bei einer Silvesterfeier in Crans-Montana in der Schweiz wird über Kerzen oder einen Feuerwerkskörper als mögliche Auslöser spekuliert. Zwei Augenzeuginnen sagten dem französischen Sender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen verursacht worden. Der italienische Botschafter in der Schweiz spekulierte über einen Feuerwerkskörper. "Wir können dazu keine Angaben machen", sagt Daniel Imboden, Sprecher der Kantonspolizei. "Wie immer wird in alle möglichen Richtungen ermittelt."

Explosion in der Schweiz: Tote und Verletzte in Bar in Crans-Montana

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich mehr als 100 Menschen in dem Lokal, die dort den Jahreswechsel feierten. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Aufnahmen, die Flammen in der Bar zeigen – diese sind jedoch bislang nicht offiziell bestätigt.

Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben am Vormittag des Neujahrstages noch an. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

Polizeibeamte sind in der Nähe des Bereichs zu sehen, in dem in der Bar und Lounge Le Constellation nach einer Explosion in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen ist. (Foto) Suche
Polizeibeamte sind in der Nähe des Bereichs zu sehen, in dem in der Bar und Lounge Le Constellation nach einer Explosion in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen ist. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Alessandro Della Valle

Der exklusive Wintersportort Crans-Montana liegt im Kanton Wallis rund zwei Stunden Fahrtzeit von Bern entfernt in den Schweizer Alpen und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt. Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

Rettungskräfte im Großeinsatz nach Tragödie im Skiort - Unglücksursache unklar

Unmittelbar nach dem Unglück rückten zahlreiche Rettungskräfte an. Vor Ort waren Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzwagen und Hubschraubern. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Am Morgen des 1. Januar 2026 sei die Lage unter Kontrolle gewesen, sagte ein Polizeisprecher Medienvertretern. Was genau die Explosion auslöste, ist derzeit völlig unklar.

Die Kantonspolizei Wallis hat für besorgte Angehörige eine telefonische Anlaufstelle unter der Rufnummer 0848 112 117 geschaltet. Über diese Hotline können Familienmitglieder und Freunde Informationen zu möglichen Betroffenen erhalten. Weitere Details zu den Opferzahlen oder zur Schwere der Verletzungen wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Nach dem Drama in Crans-Montana: Deutschland hilft

Die Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen aus dem Flammendrama in Crans Montana wird zu einer europäischen Mammutaufgabe. Deutschland ist mit seinen zahlreichen auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt. Vier Patienten wurden innerhalb kurzer Zeit nach der Katastrophe in der Silvesternacht aufgenommen und die Versorgung weiterer sieben in die Wege geleitet, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mitteilte. Die deutschen Kliniken böten darüber hinaus weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten an.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung nicht ausgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte.

Geprüft werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Auf Fotos und Videos waren feiernde Menschen mit Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen, das nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesteckt haben dürfte. In Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung, sagte Pilloud. Bislang gebe es aber keine strafrechtlich relevanten Anhaltspunkte, betonte sie.

Brand in Schweizer Skiort - Was wir wissen - und was nicht (Stand 02.01.2026)

Was wir wissen

  • Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar "Le Constellation" gekommen, diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.
  • Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer ungefähr 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler.
  • Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben. Junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren gehören zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung "24 Heures".
  • Viele Opfer wurden lebensgefährlich verletzt. Der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, sagte dem Sender RTS, die Universitätsklinik Lausanne habe allein etwa 13 Erwachsene und 8 Minderjährige aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist."
  • Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 01.30 Uhr aus.
  • Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
  • Der Ablauf: Das Feuer ist ersten Erkenntnissen zufolge nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht worden. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Anwohner hatten von einer Explosion berichtet. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem «Flashover» in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Art Feuerwalze verglich.
  • Die Rettungsarbeiten: Nach Polizeiangaben war der Rettungs- und Löscheinsatz am Vormittag noch im Gange. Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.
  • Internationale Unterstützung: Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte etwa auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.
  • Die Reaktionen: Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin äußerten auf der Plattform X ihre Bestürzung.

Was wir nicht wissen

  • Die Ursache: Was den Brand verursacht hat, ist unklar. Augenzeuginnen sagten dem französischen Nachrichtensender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen ausgelöst worden. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper als Auslöser. "Es gibt mehrere Hypothesen", sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Eine Möglichkeit sei, "dass der gesamte Raum Feuer gefasst hat, und dass das zu einer Explosion geführt hat". Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden.
  • Die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: Generalstaatsanwältin Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten. Eine Untersuchung werde zeigen, ob Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien.
  • Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer und Verletzten ist bislang nichts bekannt. Auch ob Deutsche von dem Feuer betroffen waren, ist offen. "Die Identifizierung der Körper, auch der Verletzten, kann leider noch etwas Zeit brauchen", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard.

Weitere Beiträge aus dem aktuellen Nachrichtengeschehen finden Sie hier:

/news.de/dpa

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.