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Tötungsdelikt in Hanau: Nach Mord an Geschwisterpaar: Vater in Frankreich festgenommen

In Hanau wurden ein Mädchen (7) und ein Junge (11) mutmaßlich von ihrem Vater getötet. Einem Medienbericht zufolge soll der Vater den Mord an seinen Kindern angekündigt haben.

Kerzen und Plüschtiere wurden in den Innenhof des Hochhauses in Hanau gelegt, wo zwei Kinder gewaltsam zu Tode kamen. Bild: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Nach dem Tod von zwei Geschwistern - ein siebenjähriges Mädchen und ein elfjähriger Junge - in der Innenstadt von Hanau hat die Polizei den gesuchten Tatverdächtigen in Frankreich festgenommen. Es handele sich um den Vater der Kinder, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau am Samstag. Ermittelt wird wegen Mordverdachts.

Nach Mord an Geschwisterpaar in Hanau: Vater festgenommen

Zielfahnder des Hessischen Landeskriminalamtes sei es nach der Tat gelungen, die Spur des Verdächtigen aufzunehmen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau mit. "Mit Unterstützung weiterer Experten der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes wurde der 47-Jährige am Samstagmorgen in der Nähe von Paris lokalisiert und dort festgenommen."

Der Mann sei im Rhein-Main-Gebiet wohnhaft. Er leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand bei der Festnahme. "Bislang hat er sich zu der Tat nicht geäußert", hieß es. Die Staatsanwaltschaft Hanau gehe davon aus, dass er in wenigen Wochen nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden wird. Nach den Worten der Sprecherin hat der Mann einen indischen Pass. Ob er auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, war zunächst unklar.

Junge (11) und Mädchen (7) starben an ihren Verletzungen

Am Mittwochmorgen, 11. Mai 2022, hatten Passanten vor einem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt auf dem Boden den schwer verletzten Jungen gefunden. Er starb kurz darauf im Krankenhaus. Auf dem Balkon der Wohnung im neunten Stock des Hauses wurde seine tote Schwester entdeckt. Sie starb der Polizei zufolge durch "eine scharfe Gewalteinwirkung im Halsbereich".

Mutmaßlicher Mörder ist noch nicht gefasst

Die Staatsanwaltschaft hatte von einem mutmaßlichen familiären Hintergrund der Tat gesprochen, weitere Details waren offen geblieben. Die Geschwister lebten in der Wohnung, in der das Verbrechen geschah. Die Ermittler erklärten, wer im Zusammenhang mit der Tat eine auffällige Person gesehen habe, werde gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Hanau in Verbindung zu setzen, Rufnummer: (061 81) 10 01 23.

Vater soll "etwas Schlimmes" angekündigt haben

Wie die "Bild" berichtet, soll es sich bei dem Verdächtigen um einen aus Indien stammenden Mann handeln. Ihm soll der Umgang mit den Kindern nur in Begleitung eines Mitarbeiters des Jugendamts gestattet gewesen sein. Als er Tochter und Sohn am vergangenen Wochenende zuletzt besuchte, soll er angekündigt haben, dass "etwas Schlimmes" passieren würde. Die Mutter soll zur Tatzeit bei einem Obst- und Gemüse-Großhändler gewesen sein und sich der Nachricht vom Tod ihrer Kinder in eine psychiatrische Klinik begeben haben. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen bislang nicht.

Hanaus Jugendamt kümmerte sich um Familie

Dem Hanauer Jugendamt seien aber Probleme in der Familie bekannt gewesen, es unterstützte sie bei Behördengängen und im Alltag. Auch der Kommunale Soziale Dienst (KSD) habe Kontakt mit den Familienmitgliedern gehabt. "Bei diesen Kontakten waren keine Hinweise auf Gewalt erkennbar", hieß es von der Stadt. Anfang der Woche habe der KSD dann vom beauftragten Träger die Rückmeldung erhalten, "dass sich das familiäre Verhältnis wohl verschlechtert habe". Der KSD wollte deshalb eingreifen und das Gespräch suchen.

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gom/bos/news.de/dpa