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Bill Gates in Pandemie-News: "Wir sind nicht bereit!" Microsoft-Gründer warnt vor neuer Seuche

Seit Jahrzehnten setzt sich Bill Gates für Impfungen gegen gefährliche Krankheiten ein und machte bereits lange vor 2020 auf die Gefahr einer Pandemie aufmerksam. Gegenüber dem "Wall Street Journal" warnte der Microsoft-Gründer nun vor einer neuen Seuche.

Mit Blick auf die nächste Pandemie sieht Bill Gates rot: "Wir sind nicht bereit."  Bild: picture alliance/dpa/Xinhua | Qin Lang

Während man hierzulande bereits über eine dritte Impfung mit dem Corona-Vakzin als Booster-Impfung nachdenkt, sind auf dem afrikanischen Kontinent nur wenige Prozent der Menschen einfach geimpft. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, warnt Bill Gates in Anbetracht des Umgangs mit der Corona-Pandemie inständig vor der nächsten Pandemie. Die Welt sei nicht bereit für die nächste Seuche.

Corona-News: Bill Gates warnt vor neuer Pandemie

Bill Gates sprach mit dem "Wall Street Journal", nachdem seine Wohltätigkeitsorganisation "The Bill & Melinda Gates Foundation" ihren jährlichen Bericht veröffentlichte. Der Bericht mit dem Titel "Torhüter" wertet Indikatoren in verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Wohlstand aus, mit dem Ziel, weltweit eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Berichte der letzten zwei Jahre bezogen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Welt und auf ihre Fortschritte in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung mit ein.

Welt ist nicht bereit für erneute Pandemie

Das Fazit könnte laut Bill Gates besser sein: Am Beispiel der massiven Unterschiede bei den Zahlen vollständig Geimpfter meinte Gates gegenüber dem WSJ, dass die Welt dringend Fabriken benötige, die innerhalb von 100 Tagen einen neuen Impfstoff herstellen und innerhalb der nächsten 100 Tage ausreichend Impfdosen für die ganze Welt produzieren können. Andernfalls seien wir für die nächste Pandemie nicht vorbereitet. Auch in den fehlenden Investitionen der Länder in ihre Gesundheitssysteme sieht Bill Gates ein massives Problem. Mit Blick auf die nächste Pandemie glaubt Gates: "Wir sind nicht bereit."

Pandemie vergrößert Schere zwischen Arm und Reich

Der Bericht der Gates-Foundation geht auch auf die Ungleichheiten während der Pandemie in Bezug auf Wohlstand, Bildung und Beruf ein. Die Stiftung schätzt, dass 33,9 Millionen Menschen aufgrund der Pandemie in extreme Armut abgerutscht sind, davon 26,6 Millionen Menschen im Afrika südlich der Sahara. "Die Zahl der extremen Armut ist in gewisser Weise die deprimierendste Zahl", so Gates.

Länder mit höherem Einkommen pro Kopf kehren bereits langsam zur Normalität vor der Pandemie zurück - hier dürften die Pro-Kopf-Einkommen bald wieder steigen, so der Bericht. Doch nur ein Drittel der Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen wird sich von der Pandemie erholen können, was sich negativ auf das Pro-Kopf-Einkommen auswirkt. Die Stiftung von Gates befürchtet, dass bis Ende des Jahrzehnts 700 Millionen Menschen in Armut geraten oder bleiben werden. Frauen und Kinder seien von der Pandemie im Vergleich zu Männern überproportional betroffen. Den Schätzungen zufolge werden Männer weltweit voraussichtlich wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Mehr als 13 Millionen Frauen, die im Jahr 2019 noch erwerbstätig waren, werden dies laut des Berichts vermutlich nicht tun können.

Immer weniger Kinder gegen Krankheiten geimpft

Bei den Kindern bereiten Gates die schlechten Impfzahlen große Sorgen. Die Impfraten bei Kindern gegen übertragbare Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten sind zuletzt auf das Niveau von 2005 gesunken. 30 Millionen Kinder haben laut Bericht im Jahr 2020 ihre Impfungen verpasst. Um sich besser auf die nächste Pandemie vorzubereiten, fordert der Bericht Investitionen in Frauen- und Kinderprogramme sowie langfristige Strategien zur Stärkung der Gemeinschaften und der Gesundheitssysteme. Außerdem müsse vermehrt in die Impfstoffforschung investiert werden.

Bill Gates sieht in Delta-Variante einen der Gründe für Hartnäckigkeit der Pandemie

Auf die Frage, warum die Welt so viel länger gebraucht hat, um einen Weg aus der Pandemie zu finden, als gedacht, zählte Bill Gates gegenüber dem Online-Magazin "statnews" zwei Faktoren auf: Einmal die Impfstoffproduktion, die langsamer vonstatten ging, als von ihm erhofft. "Es ist sehr kompliziert. Rückblickend war ich zu optimistisch, das Volumen dieser Impfstoffe zu erhöhen", so Gates.

Zum Zweiten glaubt der Microsoft-Gründer, dass die Delta-Variante uns entscheidend zurückgeworfen hat. "Und das Zweite ist die Delta-Variante. Seine Durchlässigkeit ist aufgrund der guten Replikation in den Atemwegen schlimmer, als ich erwartet hatte."

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sig/fka/news.de