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Falsche Witwe in Europa: Immer mehr giftige Bisse! Experten verzeichnen Zunahme von Spinnentieren

Die Noble Kugelspinne, auch Falsche Witwe, wird in Europa immer heimischer. Laut einer aktuellen Studie müssen immer mehr Menschen mit Spinnenbissen ins Krankenhaus eingeliefert werden. 111 Giftstoffe sind in den Spinnenbissen enthalten. 

Die Falsche Witwe (Steatoda nobilis) scheint sich in Europa immer wohler zu fühlen. Bild: (Symbolbild) Dartae/AdobeStock

Die Noble Kugelspinne, auch Falsche Witwe genannt, scheint immer heimischer in Europa zu werden. Konkret in der Republik Irland und dem Vereinigten Königreich nehme die Population der giftigen Steatoda nobilis zu, so Experten. Das ergab eine aktuelle Studie der NUI Galway.

Zahl der Spinnenbisse im Krankenhaus gestiegen

Wie der "Daily Express" auf seinem Onlineportal berichtet, ergab die Studie unter anderem, dass die Zahl der gefährlichen Spinnenbisse, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, in den letzten Jahren stark gestiegen sei. Im Jahr 2020 konnten die Wissenschaftler der Studie 111 Toxine im Gift der Falschen Witwe nachweisen, die identisch mit den Giften der Schwarzen Witwe sind. Insgesamt wiesen die Forscher 140 Gifte bei der Falschen Witwe nach.

Steatoda nobilis mittlerweile heimisch in UK

Umso besorgniserregender sind die Ergebnisse der Studie, die darauf hinweisen, dass die Falsche Witwe mittlerweile heimisch in Großbritannien und Umgebung geworden sei. Die Bisse der Spinne erfordern oft eine Behandlung. Betroffene erleben starke Schmerzen an der Bissstelle, die oft für mehrere Tage stark anschwillt. In schweren Fällen litten die Patienten auch unter Übelkeit und Steifheit in den Gliedmaßen. Dennoch sind die Falschen Witwen noch lange nicht so gefährlich wie die Schwarzen Witwen, mit denen sie häufig verwechselt werden. Oftmals landen die Menschen nur deshalb mit ihren Bisswunden im Krankenhaus, weil sie glauben, sie wären von einer giftigen Schwarzen Witwe gebissen worden.

Falsche Witwen durch Bananenimporte eingeschleppt

Die Falschen Witwen kamen über Bananenimporte über die Kanarischen Inseln und Madeira bis nach Großbritannien. Im Süden Europas sind sie bereits heimisch und breiten sich immer weiter Richtung Norden aus. Die Spinnentiere sind oft im und ums Haus zu finden, wo sie sich gern in Ecken und Nischen niederlassen, um ihre Weben zu spinnen und Insekten zu fangen. Die Studie der NUI ergab, dass sich die meisten Opfer die Spinnebisse in ihrem Zuhause zuzogen. Viele Betroffene lagen in ihrem Bett oder klemmten die Spinnen beim Ankleiden ein, sodass die Tiere bissen. Gegenüber "RTÉs Morning Ireland" sagte der Experte Dr. Michel Dugon: "Die meisten Menschen, die gebissen werden, werden entweder in ihrem Bett, im Schlaf oder morgens beim Anziehen gebissen."

Spinnengattungen passten sich durch Mutation an neue Umgebung an

Einige Forscher glauben, dass sich die Tiere durch Mutation besser an die neue kühlere Umgebung anpassen konnten. Dr. Michel Dugon, Hauptautor der Studie, rät davon ab, die Tiere zu töten, wenn man sie in der Wohnung findet. Stattdessen empfiehlt er, die Spinne zu fangen und in einiger Entfernung zum Haus freizulassen. "Vor zwei Jahrzehnten war diese Art in Irland, Großbritannien oder Kontinentaleuropa fast unbekannt. Wir müssen noch viel über Genetik, Herkunft, Verhalten und Entwicklung lernen. Eines ist jedoch sicher - diese Art ist hier, um zu bleiben, und wir müssen lernen, damit umzugehen."

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sig/bua/news.de