02.05.2021, 19.39 Uhr

Funktionelle neurologische Störung: Jugendliche spricht plötzlich mit französischem Akzent

Aufgrund einer neurologischen Störung begann eine junge Frau in England plötzlich, mit französischem und irischem Akzent zu sprechen. Bei der 19-Jährigen wurde eine seltene Gehirnerkrankung diagnostiziert, die sich bei ihr fast über Nacht äußerte.

Eine junge Frau entwickelte durch eine neurologische Erkrankung eigenartige Ticks wie irische und französische Akzente. Bild: (Symbolbild) Feodora/AdobeStock

Ein französischer Akzent ist sexy, ein irischer Akzent sympathisch. Doch was, wenn man plötzlich unfreiwillig mit einem solchen Akzent spricht? Genau das ist Mary Henry in Whitley Bay, England passiert. Die junge Frau leidet an einer funktionellen neurologischen Störung, die zahlreiche unangenehme und teils schlimme Symptome mit sich bringt. Das berichtet das Magazin "Metro.co.uk".

Von heute auf morgen Zucken im Nacken und nervöse Ticks

Alles lief toll für Mary Henry: Sie war eine erfolgreiche Fußballspielerin und -Trainerin, wanderte gern und liebte es, zu reisen. Doch ihre vielversprechende Karriere kam im Oktober letzten Jahres, kurz nach ihrem 19. Geburtstag, zu einem plötzlichen Stopp. An jenem Tag im Oktober wachte Mary mit einem Zucken im Nacken auf, das sich in den darauffolgenden Tagen verschlimmerte. Zudem legte sie plötzlich verbale Ticks an den Tag, beispielsweise begann sie, zu pfeifen oder zu fluchen.

Mary leidet unter "Functional Neurological Disorder" (FND)

Sie wurde in die Notaufnahme gebracht, wo die Ärzte die "Functional Neurological Disorder" (FND) diagnostizierten. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems, bei der die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper nicht richtig funktioniert. "Es ist unglaublich frustrierend", so die junge Frau. "Du fragst dich, warum du Dinge nicht mehr so ​​machen kannst wie früher. Das Seltsame ist, dass nichts es ausgelöst zu haben scheint. Es scheint nur einigen Leuten zu passieren. Ich habe bemerkt, dass es anderen Sportlern und jungen Frauen passiert ist." Mary gesteht, dass sie "verwirrt und auch ziemlich verängstigt" gewesen sei, nachdem sie unabsichtlich begonnen hatte, den irischen Akzent ihres Arztes nachzuahmen. Sie konnte nichts dagegen tun, sondern sprach einfach mit irischem Akzent.

Kraftausdrücke und Akzente - Mary kann es nicht kontrollieren

"Jeder, der in letzter Zeit Zeit mit mir verbracht hat, war meinen Kraftausdrücken und Akzenten ausgesetzt", erzählt sie. "Ich kann jetzt einen guten irischen Akzent, den ich normalerweise nicht kann. Es ist eigentlich ziemlich lustig. Als ich zum ersten Mal zur Notaufnahme ging, war der Arzt, den ich sah, irisch und seitdem kann Irisch." Doch der irische Akzent ist nicht der einzige, den Mary jetzt beherrscht. "Einige Wörter wie "Scooby Doo" sage ich jetzt auch mit französischem Akzent. Es ist nur bizarr."

Körperliche Beschwerden durch neurologische Erkrankung

Kraftausdrücke und seltsame Akzente beim Sprechen sind nicht das einzige Problem, mit dem sich Mary herumärgern muss. Leider hat FND bei ihr auch zu körperlichen Symptomen geführt. So leidet sie unter Taubheit in den Beinen, Sprachstörungen und Sprachverlust, chronischer Erschöpfung und Muskelschwäche. Sie musste sich sogar einen Rollstuhl anschaffen, nachdem sie plötzlich das Gefühl in den Beinen verlor. "Ich erinnere mich, dass ich ferngesehen habe und als ich aufgestanden bin, bin ich einfach umgefallen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden verlor ich den Gebrauch der Muskeln in meinen Beinen", schildert Mary. "Für Zeiträume von 10, 20 oder 30 Minuten kann ich meine Zunge nicht bewegen, sodass ich mit niemandem sprechen kann, was sehr frustrierend ist. Ich leide auch unter Gehirnnebel, bekomme juckende Haut und habe Probleme mit meinen Händen, sodass ich nichts aufheben kann."

Mary braucht Hilfe - Eltern unterstützen ihre Tochter

Ursprünglich wollte Mary nach dem Abitur nach Australien gehen, doch daraus wird nichts mehr. "Ich musste meinen Stolz ein bisschen herschlucken", erzählt Mary, die nun zuweilen Hilfe beim Essen und beim Toilettengang braucht. "Ich lebe mit meinen Eltern und zwei jüngeren Brüdern zusammen und sie haben mich alle unglaublich unterstützt. Sie haben mir bei allem geholfen - von Arztterminen bis zum Zuhören. Es muss für sie so schwierig sein, und ich denke, das wird manchmal übersehen. Sie waren alle in einem solchen Schock, als das alles anfing - genau wie ich."

Mit Physiotherapie kann Mary bald wieder normaleres Leben führen

Mary hat ein Fundraising-Projekt gestartet, mit dem sie ihre Physiotherapie bezahlen möchte. 4.500 Pfund konnte sie bislang sammeln und zeigte sich gerührt über so viel Support. "Ich hoffe, dass ich meine körperlichen Symptome bald besser kontrollieren kann. Ich habe akzeptiert, dass ich mich für den Rest meines Lebens mit ihnen befassen muss." Doch Mary habe bereits Fortschritte gemacht: "Ich kann jetzt wieder laufen, was fantastisch ist. Es war so schwierig, zwei Monate lang nicht in der Lage zu sein, etwas so Einfaches zu tun. Ich würde gerne wieder Fußball spielen und trainieren, aber ich mache immer nur kleine Schritte." Wir wünschen Mary eine schnelle Genesung und alles Gute!

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sig/news.de

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